Sie sind hier: Home > Panorama > Kriminalität >

Kindermorde in Solingen: Was wird aus dem überlebenden Elfjährigen?

Getötete Kinder in NRW  

Was wird aus dem überlebenden Elfjährigen in Solingen?

07.09.2020, 07:25 Uhr | dpa

Kindermorde in Solingen: Was wird aus dem überlebenden Elfjährigen?. Trauer in Solingen: Eine Mutter tötete fünf Kinder und versuchte dann, sich selbst zu töten. (Quelle: dpa/Roberto Pfeil)

Trauer in Solingen: Eine Mutter tötete fünf Kinder und versuchte dann, sich selbst zu töten. (Quelle: Roberto Pfeil/dpa)

Am Wochenende haben viele Solinger um die fünf toten Kinder getrauert. Jetzt gehen die Ermittlungen weiter: Was trieb die Mutter zu der Tat – und wie sieht die Zukunft des Elfjährigen aus?

Nach dem gewaltsamen Tod von fünf kleinen Kindern in Solingen gehen am Montag die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Im Mittelpunkt steht dabei die mordverdächtige Mutter (27), die die Kinder erst betäubt und dann erstickt haben soll. Genaueres dazu soll eine toxikologische Untersuchung ergeben. Die Beerdigung der fünf Kinder ist erst möglich, wenn die Leichen freigegeben worden sind.

Die Ermittler vermuten, dass die alleinerziehende Mutter von sechs Kindern nach der Trennung von ihrem Mann die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen hat. Die Ehe sei zerrüttet gewesen, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag berichtet. Gewissheit über das Motiv kann aber nur eine ausführliche Vernehmung der Frau bringen. Am Freitag galt sie noch als nicht vernehmungsfähig. Sie hatte sich vor einem Zug geworfen und war schwer verletzt worden. Nähere Informationen über ihren Gesundheitszustand hatte es am Wochenende nicht gegeben.

"In so einer Lage brauchen die Menschen Zeit"

Offen ist zu Wochenbeginn auch das weitere Schicksal des elfjährigen Sohnes, des einzig überlebenden Kindes der 27-Jährigen. Er ist derzeit bei seiner Großmutter in Mönchengladbach, müsste aber theoretisch am Montag in Solingen wieder in die Schule. Er könne sich kaum vorstellen, dass der Junge in die Schule gehen werde, sagte ein Solinger Stadtsprecher. Die Entscheidung liege allerdings bei den Jugendämtern in Solingen und Mönchengladbach.

Die Opferschutzbeauftragte des Landes NRW, Elisabeth Auchter-Mainz, sagte, sie habe den Eindruck, dass der Junge und die Großmutter in Mönchengladbach gut betreut würden. Für die Zukunft seien viele Fragen offen, aber zunächst benötigten der Junge und seine Großmutter Zeit. "In so einer Lage brauchen die Menschen Zeit – und diese Zeit muss dem Jungen und seiner Großmutter gegeben werden."

Kinder tot in Wohnung gefunden

Dem Solinger Jugendamt war die Familie vor der Tat bereits bekannt. "Der Familie wurden von der Stadt Solingen erforderliche Unterstützungen gewährt. Das Jugendamt hat zusätzlich mögliche Hilfsangebote unterbreitet", teilte die Stadt mit, ohne Details zu nennen. "Erkenntnisse zu Auffälligkeiten oder einer potenziellen Gefährdung der Kinder gab es zu keinem Zeitpunkt."

Die Kinder waren von Polizisten am Donnerstag tot in ihren Kinderbetten in der Wohnung der Familie im Solinger Stadtviertel Hasseldelle gefunden worden.

Hinweis: Falls Sie viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal