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Prozess in Augsburg: 17-Jähriger gesteht tödlichen Schlag gegen Feuerwehrmann

Tat am Augsburger Königsplatz  

17-Jähriger gesteht tödlichen Schlag gegen Feuerwehrmann

20.10.2020, 18:51 Uhr | dpa

Prozess in Augsburg: 17-Jähriger gesteht tödlichen Schlag gegen Feuerwehrmann. Der Hauptangeklagte steht im Gerichtssaal: Am ersten Prozesstag gibt er den tödlichen Schlag zu.  (Quelle: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)

Der Hauptangeklagte steht im Gerichtssaal: Am ersten Prozesstag gibt er den tödlichen Schlag zu. (Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Vor zehn Monaten schockte eine Gewalttat in der Weihnachtszeit: Mitten in Augsburg war ein Familienvater bei einem Streit mit Jugendlichen erschlagen worden. Der Täter zeigt nun Reue.

Im Prozess um den tödlichen Streit am Nikolaustag 2019 am Augsburger Königsplatz hat der Hauptangeklagte vor Gericht den tödlichen Schlag eingeräumt. Der 17-Jährige ließ zu Beginn des Prozesses am Augsburger Landgericht von seinen Verteidigern eine entsprechende Erklärung verlesen.

Der Jugendliche muss sich wegen des Todes eines 49 Jahre alten Familienvaters vor der Jugendkammer verantworten. Er hatte laut Anklage den Mann bei einem Streit mit einem einzigen Faustschlag umgebracht, ihm wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Dem Opfer riss durch die Wucht des Schlages eine Schlagader am Kopf, der 49-Jährige verblutete binnen Minuten.

Als er gehört habe, dass durch seinen Schlag der Mann gestorben war, sei er fassungslos gewesen, hieß es in der Erklärung des Jugendlichen. "Ich wollte niemals, dass so etwas passiert."

Auslöser war Streit um Zigarette

Die Tat hatte im vergangenen Dezember bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Da der Getötete Mitglied der Berufsfeuerwehr in Augsburg war, hatten auch Mitglieder anderer Feuerwehren in Deutschland dem Opfer gedacht.

Trauer am Königsplatz Augsburg: Feuerwehrleute gedenken am 8. Dezember 2019 ihrem getöteten Kollegen.  (Quelle: dpa/Stefan Puchner)Trauer am Königsplatz Augsburg: Feuerwehrleute gedenken am 8. Dezember 2019 ihrem getöteten Kollegen. (Quelle: Stefan Puchner/dpa)

Auslöser war, dass am Abend des 6. Dezember 2019 zwei befreundete Paare nach einem Besuch des Augsburger Weihnachtsmarktes an dem belebten Platz auf eine Gruppe Jugendliche getroffen waren. Dabei entwickelte sich zwischen den zwei Männern und den insgesamt sieben Jugendlichen eine zunächst verbale Auseinandersetzung um eine Zigarette, die ein Jugendlicher von den Erwachsenen schnorren wollte.

Der 17-Jährige sagte, dass der 49-Jährige dann einen seiner Kumpel zu Boden geschubst habe. Weil er Angst um seinen Freund gehabt habe, sei der 17-Jährige dann gegen den Mann handgreiflich geworden: "Ich versetzte ihm einen Faustschlag, er ging sofort zu Boden." An die weiteren Ereignisse erinnere er sich nur verschwommen. Vor der Tat seien die Jugendlichen in der Stadt unterwegs gewesen und hätten viel Alkohol getrunken.

Die Jugendlichen waren nach der Tat geflüchtet

Mit seiner Erklärung schilderte der Jugendliche das Tatgeschehen weitgehend so, wie es auch in der Anklage dargestellt ist. Die Jugendlichen waren damals geflüchtet, konnten allerdings recht schnell von der Kripo ermittelt werden. Denn der Augsburger Königsplatz wird von der Polizei per Video überwacht.

Dem Hauptangeklagten wird zusammen mit zwei anderen aus der Gruppe in dem Prozess ebenfalls vorgeworfen, den 50 Jahre alten zweiten Mann verprügelt zu haben. Das Trio muss sich daher wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verantworten. Das Gericht hat insgesamt acht Verhandlungstage vorgesehen, das Urteil könnte Anfang November verkündet werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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