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Kusel: Tonnenweise Wildfleisch bei Tatverdächtigem Andreas S. entdeckt


Tonnen von Wildfleisch bei Tatverdächtigem entdeckt


02.02.2022Lesedauer: 3 Min.
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Ermittler, Staatsanwälte und Polizisten tief betroffen: Zwei Beamte in Rheinland-Pfalz sind erschossen worden – das sind die Hintergründe der Tat. (Quelle: t-online)

Wurden die Polizisten erschossen, weil sie eine illegale Jagd aufdeckten? Die Hinweise verdichten sich: Nun haben die Ermittler offenbar tonnenweise Wildtierfleisch bei einem Tatverdächtigen sichergestellt.

Zwei Tage nach der Tötung von zwei Polizisten im Landkreis Kusel (Rheinland-Pfalz) kommen immer mehr Details zu den mutmaßlichen Tätern, insbesondere zum 38-jährigen Andreas S., ans Licht. Der Mann, der unter Verdacht steht, bei einer Verkehrskontrolle tödliche Schüsse auf Polizisten abgefeuert zu haben, soll über Jahre illegalen Handel mit Wildtierfleisch betrieben haben. Das erfuhr das Nachrichtenmagazin "Spiegel" aus Ermittlungskreisen.

Demnach hätten die Ermittler bei der Durchsuchung von Lagerräumen im saarländischen Sulzbach tonnenweise verkaufsfertiges, tiefgefrorenes Fleisch gefunden. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken habe gegen den 38-Jährigen Ermittlungen wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Wilderei eingeleitet.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass S. nach Informationen des Deutschen Jagdverbandes 2020 aufgrund fehlender Zuverlässigkeit ein Jagdschein verweigert worden war. Der 38-Jährige soll als Wilderer aufgefallen sein. Lesen Sie hier, welche Strafen Wilderern in Deutschland drohen.

40.000 Euro mit illegalem Handel verdient?

Neben den großen Mengen Wildtierfleisch hätten die Beamten bei den Durchsuchungen mutmaßliche Verkaufsunterlagen gefunden, wie der "Spiegel" berichtete. Demnach habe der Tatverdächtige zwischen September und Anfang Januar etwa 40.000 Euro mit dem illegalen Handel von Wildtierfleisch verdient. Zudem hätten die Ermittler Dokumente sichergestellt, die auf mögliche Kunden verwiesen.


Bei Durchsuchungen in mehreren Häusern, Wohnungen, Betriebsstätten und einer Jagdhütte im Saarland waren darüber hinaus mehr als ein Dutzend Schusswaffen gefunden worden – darunter wohl die Tatwaffen. Angaben dazu, ob einer der beiden festgenommenen Männer im Nationalen Waffenregister als "Erlaubnisinhaber" geführt wird, machten die Behörden zunächst nicht.

Andreas S. hatte finanzielle Probleme

Polizei und Staatsanwaltschaft sagten bei einer Pressekonferenz am Dienstag, dass die getöteten Polizisten Andreas S. und seinen 32-jährigen Begleiter am Montagmorgen offenbar kontrolliert hätten, da sich mehrere tote Wildtiere im Kofferraum befunden hätten. Nun verdichten sich die Hinweise, dass die beiden jungen Beamten erschossen wurden, um die Wilderei zu vertuschen.

Der "Spiegel" berichtete, seit 2017 gebe es mehrere Einträge über Andreas S. bei der saarländischen Polizei. In einem Fall gehe es auch um Wilderei. Mehrheitlich beträfen die Verfahren allerdings mögliche Straftaten im Rahmen der Insolvenz seines Bäckereibetriebs – S. hatte also finanzielle Probleme. Seit 2019 habe es immer wieder Ermittlungen wegen versuchten Betrugs gegeben. So soll der 38-Jährige einen Brand in einer seiner Filialen fingiert haben. 2021 habe das Amtsgericht Saarbrücken den Saarländer aufgrund des Verdachts der Insolvenzverschleppung sowie der Veruntreuung von Arbeitsentgelt in Höhe von etwa 100.000 Euro angeklagt.

Andreas S. soll 32-Jährigen angeheuert haben

Ein Haftrichter erließ am Dienstag Untersuchungshaft wegen gemeinschaftlichen Mordes gegen die zwei Tatverdächtigen. Beide Männer sollen an der Tötung der Polizisten beteiligt gewesen sein – mit einer Schrotflinte und einem Jagdgewehr. Der jüngere bestritt im Rahmen seiner Anhörung, bei der Verkehrskontrolle den Abzug betätigt zu haben, heißt es in dem Bericht. Er sei lediglich am Tatort gewesen. Andreas S. sei ein langjähriger Bekannter, der ihn gegen ein Stundenhonorar angeheuert habe, um bei der nächtlichen Wilderei zu helfen.

Der 32-Jährige habe dabei nie selbst geschossen, sondern nur die von S. getöteten Wildtiere im Fahrzeug verstaut. Dem Bericht zufolge wurde der Tatverdächtige auf Schmauchspuren untersucht, um festzustellen, ob er eine Schusswaffe abgefeuert hat. Das Ergebnis liege noch nicht vor. Derweil macht Andreas S. von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Für die weiteren Ermittlungen gründete die Polizei in der Pfalz die Sonderkommission "Veldenz". Unter Leitung des Kriminaldirektors Frank Gautsche sollen die Sicherheitskräfte in Kaiserslautern die Aufklärung der Tat vorantreiben.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
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