• Home
  • Panorama
  • Kriminalität
  • Getötete Polizisten in Kusel – Mordprozess: "Blut lief die Straße hinunter"


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextBayern will Corona-Plan nachschärfenSymbolbild für einen TextGoogle für Tausende Nutzer nicht erreichbarSymbolbild für einen TextSchauspielerin nach Unfall im KomaSymbolbild für einen TextHier gibt es die höchsten ZinsenSymbolbild für einen TextFußballstar geht auf Fan losSymbolbild für einen TextARD-Serienstar macht Beziehung publikSymbolbild für einen TextHeißluftballon außer Kontrolle – Mann totSymbolbild für einen TextGroßmutter tot – Enkel in PsychiatrieSymbolbild für einen TextLindner empört mit "Gratismentalität"Symbolbild für einen TextMord an US-Jogger: Lebenslange HaftSymbolbild für einen TextFrankfurt: 14-Jährige vermisstSymbolbild für einen Watson TeaserRTL-Star macht nach Liebes-Flop Ernst

"Das Blut lief die Straße hinunter"

Von dpa
Aktualisiert am 27.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Der Hauptangeklagte (r) neben seinem Anwalt vor Gericht: Die Schüsse räumte er bereits ein, beruft sich aber auf Notwehr.
Der Hauptangeklagte (r) neben seinem Anwalt vor Gericht: Die Schüsse räumte er bereits ein, beruft sich aber auf Notwehr. (Quelle: Uwe Anspach/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Die brutale Tötung zweier junger Polizisten schockte ganz Deutschland. Vor Gericht sagten nun ihre Kollegen aus – und schildern mit drastischen Worten, wie sie die Tatnacht erlebten.

Mit Todesangst in der Stimme bittet der Polizeikommissar mit seinen letzten Worten um Hilfe. "Die schießen, die schießen", ruft der 29-Jährige fast panisch in das Funkgerät, wenig später ist ein Schuss zu hören. Dann beklemmende Stille.


Rheinland-Pfalz: Zwei Polizisten bei Verkehrskontrolle erschossen

Ein schwer bewaffneter Beamter bewacht den Tatort in Rheinland-Pfalz: Im Landkreis Kusel ist eine Verkehrskontrolle eskaliert. Eine Polizistin und ein Polizist starben.
Polizisten bringen einen der Tatverdächtigen aus dem Justizgebäude in Kaiserslautern: Ein Mann soll geschossen haben, ein weiterer war mit ihm auf der Flucht.
+10

Der nächtliche Notruf ist am Montag im Gerichtssaal in Kaiserslautern immer wieder zu hören. Es ist der Beginn der Beweisaufnahme im Mordprozess um den Tod des Polizeikommissars und einer 24 Jahre alten Polizeianwärterin Ende Januar nahe Kusel (Rheinland-Pfalz). Als erste Zeugen sind Einsatzkräfte und Rettungssanitäter geladen, die kurz nach dem Verbrechen am Tatort waren. Ihre Schilderungen sind drastisch.

"Eine Patronenhülse lag in der Blutspur"

"Das Blut lief die Straße hinunter", sagt ein 27 Jahre alter Kollege der beiden erschossenen Polizisten spürbar erschüttert. Die junge Polizeianwärterin habe tot im Licht der Autoscheinwerfer auf der Kreisstraße 22 gelegen, mit schwersten Verletzungen nach einem Kopfschuss. Ihr Kollege lag in einer Wiese, auch er tödlich am Kopf getroffen. "Eine Patronenhülse lag in der Blutspur, später setzte Schneeregen ein", sagt der Polizist. Eigentlich hätte er an diesem Tag Dienst gehabt beim G7-Gipfel in Bayern. Stattdessen muss er wie andere Einsatzkräfte Auskunft über den Tod von Kollegen geben.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Grease"-Star Olivia Newton-John ist tot
Olivia Newton-John: Die Schauspielerin wurde 73 Jahre alt.


Der mutmaßliche Schütze sitzt wenige Meter entfernt und macht sich Notizen. Gelegentlich spricht der 39-Jährige mit seinem Verteidiger. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die beiden Polizisten bei der nächtlichen Fahrzeugkontrolle mit Gewehrschüssen getötet zu haben, um Jagdwilderei zu verdecken. Die Gewalttat sorgte für Entsetzen. Einem 33 Jahre alten Komplizen wirft die Anklagebehörde versuchte Strafvereitelung vor. Er soll beim Spurenverwischen geholfen haben.

13 Zeugen geladen

Insgesamt sind am Montag 13 Zeugen geladen, darunter die Ehefrau und die Schwiegermutter des Hauptangeklagten. Sie verweigern die Aussage, und auch die Verlobte des Komplizen sagt nicht aus.

Nächster Zeuge ist ein 30 Jahre alter Polizist aus Kusel. Er spricht von einer nächtlichen "Irrfahrt" der Einsatzfahrzeuge nach dem verzweifelten Hilferuf des Polizeikommissars, weil man den Tatort erst nicht fand. Ob er sich die Leiche seines Kollegen angeschaut habe? "Nein", sagt er mit tonloser Stimme, "das wollte ich aus persönlichen Gründen nicht." Der Getötete sei sein Freund gewesen.

Zum Prozessauftakt in der vergangenen Woche hatte der Hauptangeklagte von seinem Verteidiger eine Erklärung verlesen lassen. Darin wies er die Mordvorwürfe zurück und gab seinem Komplizen die Schuld am Tod der Polizistin. Für sich selbst schilderte er eine Art Notwehrlage, aus der heraus er auf den Polizisten geschossen habe. Der Verteidiger des 33-Jährigen hatte die Erklärung als unzutreffend zurückgewiesen.

"Schmerz ist nicht Teil der juristischen Aufarbeitung"

Bisher sind vom Landgericht Termine bis zum 9. September vorgesehen. Nach Einschätzung eines Soziologen kann der Prozess das Leid der Hinterbliebenen nur wenig lindern. "Schmerz ist nicht Teil der juristischen Aufarbeitung", sagte Thorsten Benkel der Deutschen Presse-Agentur. Auch die härteste Strafe für einen Täter könne die Trauer nicht beenden. "Einen gerechten Ausgleich für den Verlust eines Menschen gibt es nicht", meint Benkel, der in Passau zur Trauerkultur in Deutschland forscht. So banal es oft klinge, heile nur die Zeit die Wunden. "Irgendwann ist der Alltag wieder da."

Wenige Stunden nach Entdecken der toten Polizisten waren die beiden Verdächtigen im Saarland festgenommen worden. Der Mordvorwurf gegen den 33-Jährigen war später fallengelassen worden, er befindet sich nicht in Untersuchungshaft. Bei dem 39 Jahre alten Hauptverdächtigen kommt nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Falle einer Verurteilung auch die Unterbringung in Sicherheitsverwahrung in Betracht. Der Prozess soll am Dienstag (9 Uhr) fortgesetzt werden.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Lars Wienand
Von Lars Wienand
Kaiserslautern
Justiz & Kriminalität




t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website