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Deutschland: Bericht zeigt – Übergriffe gegen Muslime mehr als verdoppelt


Fünf Angriffe täglich
Übergriffe gegen Muslime haben sich mehr als verdoppelt

Von afp
25.06.2024Lesedauer: 2 Min.
Eine Moschee in Deutschland: "Deutschland ist kein rassistisches Land, aber auch die deutsche Gesellschaft hat ein Problem mit Rassismus."Vergrößern des BildesGebet in einer Moschee in Deutschland (Symbolbild): Die Zahl antimuslimischer Übergriffe ist im vergangenen Jahr gestiegen. (Quelle: epd/imago-images-bilder)
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Die Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit schlägt Alarm: Die Zahl der antimuslimischen Übergriffe habe sich mehr als verdoppelt. Besonders eine Gruppe ist betroffen.

Die Zahl der antimuslimischen Übergriffe in Deutschland hat sich im Jahr 2023 mehr als verdoppelt. Laut einem Bericht des Netzwerks Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit (Claim) wurden bundesweit 1.926 Vorfälle gezählt, was im Schnitt mehr als fünf Angriffe pro Tag bedeutet. Im vorangegangenen Jahr lag die Zahl noch bei knapp 900.

Der Bericht, der am Montag in Berlin vorgestellt wurde, berücksichtigt Daten von regionalen Melde- und Beratungsstellen und aus der Statistik der politisch motivierten Kriminalität. Verbalattacken stellten mit 1.277 Fällen zwei Drittel der gemeldeten Vorfälle dar, wobei Volksverhetzungen, Beleidigungen und Bedrohungen besonders hervorstechen. Daneben wurden 363 Diskriminierungen, 178 körperliche Angriffe sowie neun schwerwiegende Taten wie versuchte Tötungen und Brandstiftungen registriert.

"Die Lage hat sich deutlich verschlechtert"

"Die Lage hat sich deutlich verschlechtert", gab Rima Hanano, die Leiterin von Claim zu verstehen. Sie bezeichnete den starken Anstieg antimuslimischer Übergriffe als "mehr als besorgniserregend". Zudem könne die tatsächliche Zahl noch höher liegen, da viele Fälle nicht gemeldet würden. Einen deutlichen Anstieg der antimuslimischen Übergriffe registrierte Claim nach dem Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel vom 7. Oktober.

Besonders alarmierend: Ein großer Teil der Übergriffe richtete sich gegen muslimische Frauen – sie waren in 62 Prozent der Fälle betroffen. Auch religiöse Einrichtungen wie Moscheen oder Friedhöfe waren häufig Ziel der Anschläge. Die meisten Vorfälle ereigneten sich im Bildungsbereich und in der Öffentlichkeit. Hanano erklärte dazu: "Für Musliminnen und Muslime oder Menschen, die als solche wahrgenommen werden, sind die Straße, der Bus oder die Moschee längst keine sicheren Orte mehr."

Allianz fordert bessere Dokumentation von Fällen

Die Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit fordert eine bessere Dokumentation von antimuslimischem Rassismus und eine stärkere Unterstützung Betroffener. Zudem sollten Beratungsstrukturen dauerhaft finanziell gesichert werden. Weiterhin plädiert das Bündnis für eine "rassismuskritische Sensibilisierung" von Behörden und Verwaltung.

Das Netzwerk Claim vereint 51 zivilgesellschaftliche muslimische und nichtmuslimische Organisationen in Deutschland. Es erhält unter anderem Fördermittel vom Bundesfamilienministerium.

Transparenzhinweis
Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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