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Melnyk bei "Maischberger": "Putin ist kein guter Feldherr"


"Putin ist kein guter Feldherr, aber ein guter KGB-Mann"

Von Peter Luley

14.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Andrej Melnyk in Berlin: Er wird den Posten des deutschen Botschafters Mitte Oktober verlassen.
Andrej Melnyk in Berlin: Er wird den Posten des deutschen Botschafters Mitte Oktober verlassen. (Quelle: Stefan Zeitz/imago images)
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Noch-Botschafter Andrji Melnyk zeigte sich bei "Maischberger" ungewohnt demütig. Ein wenig Kritik an der Bundesregierung konnte er aber doch nicht lassen.

Der scheidende ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hatte seinem Ruf als undiplomatischer Diplomat schon vor der Sendung wieder alle Ehre gemacht. Auf Twitter kündigte er einen "ultraheißen Abend" bei "Maischberger" an, "vor allem für die Verteidigungsministerin und die Ampel". Er freue sich "auf eine hitzige Debatte".

Sandra Maischbergers knapp halbstündiges Doppelinterview mit ihm und dem deutschen Militärexperten Carlo Masala war dann aber nicht so konfrontativ wie manch früherer Talkshow-Auftritt Melnyks – auch, weil die beiden sich in der zentralen Frage nach weiteren Waffenlieferungen ziemlich einig waren.

Die Gäste

  • Andrij Melnyk, ukrainischer Botschafter in Deutschland
  • Carlo Masala, Militärexperte
  • Anthony Glees, britischer Politologe und Historiker
  • Walter Sittler, Schauspieler
  • Hannah Bethke, Journalistin (Zeit Online)
  • Stephan Stuchlik, ARD-Hauptstadtkorrespondent

Etwas unterschiedlich beantworteten die beiden Gäste die Einstiegsfrage, ob die jüngsten militärischen Erfolge der Ukraine wirklich schon als "Wendepunkt" einzustufen seien. Melnyk bejahte sie ("Ich glaube schon") und darauf hinwies, dass die ukrainische Armee "innerhalb von fünf Tagen eine Fläche befreien konnte, so groß wie Luxemburg, das Saarland und Berlin zusammen".

Militärexperte Masala fand, dass es noch zu früh sei, dies zu beurteilen. Es werde entscheidend sein, die Russen nun "in Bewegung zu halten" und zu verhindern, dass sie wieder "eine Verteidigungslinie aufbauen". Auch er sprach aber von einem "grandiosen militärischen Erfolg" und betonte die Wichtigkeit der Rückeroberung des Eisenbahn-Knotenpunkts Kupjansk. Dadurch seien die russischen Streitkräfte von der Logistik abgeschnitten.

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Experte: Wir sind keine Kriegspartei

Im Hinblick auf die von der Ukraine geforderten Panzerlieferungen wollte die Moderatorin wissen, wie hoch Masala die Gefahr einschätze, so zur Kriegspartei zu werden und Wladimir Putin womöglich zum Einsatz taktischer Atomwaffen oder chemischer Waffen zu provozieren. Die Unterstützung der Ukraine sei völkerrechtlich legitim, befand dazu der Militärexperte und Politologe. Da "wir keinen Fuß auf ukrainischen Boden setzen mit jemanden, der eine Waffe in der Hand hält", sei "das klassische 'Wann wird man Kriegspartei?' nicht erfüllt".

Die Gefahr, dass Putin taktische Atomwaffen einsetze, dürfe man zwar "nicht aus den Augen verlieren", er halte es aber für unwahrscheinlich – vor allem, weil das "Chinesen, Inder, Brasilianer und Südafrikaner auch nicht tolerieren würden". Der Preis für Putin wäre somit "immens hoch, die totale Isolation".

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Melnyk sieht kaum Gefahr durch Atomwaffeneinsatz

Dem pflichtete Andrij Melnyk bei: Die Gefahr, dass Putin Atomwaffen einsetze, sei "sehr, sehr gering", liege "fast bei Null". Dagegen sei die Angst davor "seine größte Waffe". Der Kremlchef sei "kein guter Feldherr, wie man sieht", aber "er ist ein sehr, sehr guter KGB-Mann, nach wie vor". Was "diese Leute sehr gut können", so Melnyk, "ist Menschen einzuschüchtern". Putin sei lange Zeit in Deutschland gewesen, "er kennt die deutsche Seele, er kann damit leider sehr gut spielen".

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Botschafter sieht Widerspruch bei Waffenlieferungen

Das von Maischberger vorgebrachte Argument von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, noch kein Land habe Schützen- oder Kampfpanzer westlicher Bauart geliefert, und Deutschland dürfe keinen Alleingang machen, wollten beide nicht gelten lassen.

"Was heißt Alleingänge?", entgegnete Masala, Deutschland könne doch versuchen, seine europäischen Partner zu überzeugen. Im Übrigen könne in diesem Fall der Alleingang "moralisch angebracht" sein. Wer wolle, dass das ukrainische "Momentum" weitergehe, der müsse jetzt "genau diese Sachen liefern". Melnyk fand es "widersprüchlich", dass Lambrecht zwar eine "Führungsrolle" für Deutschland beanspruche, aber das Gegenteil mache.

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Dennoch zeigte er sich optimistisch, dass die Bundesregierung ihren Widerstand noch aufgeben werde: "Ich glaube, die Weigerung der Ampel wird fallen", so Melnyk. Auch Masala vermutete, dass "am Ende des Tages zumindest der Marder, der bei der Rüstungsindustrie auf dem Hof steht, freigegeben wird".

"Fehler macht man, das ist menschlich"

Als Sandra Maischberger den scheidenden Botschafter, der Deutschland Mitte Oktober nach knapp acht Amtsjahren verlassen wird, schließlich noch nach einer "eigenen Schuld" an seiner Abberufung fragte, zeigte der sich ungewohnt demütig: "Fehler macht man, das ist menschlich." Deutschland sei und bleibe der wichtigste Partner der Ukraine in Europa: "Wir müssen die Deutschen gewinnen, und ich wünsche meinem Nachfolger, dass er das besser macht als ich."

Auf den Hinweis der Moderatorin, dass es vor allem seine rüde Tonalität gewesen sei, durch die vielen das Verständnis abhanden gekommen sei, hatte er dann noch ein starkes Bild parat: "Wenn jemand ertrinkt, dann ist man nicht höflich, dann muss man schreien." Er hoffe auf Nachsicht, wenn er weg sei.

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Verwendete Quellen
  • "Maischberger" vom 13. September 2022
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Von Patrick Diekmann
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