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"Markus Lanz": Richard David Precht liefert sich heftige Wortgefechte


"Es macht keinen Sinn, mit Ihnen zu reden"

Von Peter Luley

Aktualisiert am 30.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Richard David Precht (Archivbild): In der jüngsten Lanz-Sendung gab es Kritik an seinem neuen Buch.
Richard David Precht (Archivbild): In der jüngsten Lanz-Sendung gab es heftige Kritik an seinem neuen Buch. (Quelle: C. Hardt/ Future Image/imago-images-bilder)
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Bei Markus Lanz durften der Philosoph Richard David Precht und der Psychologe Harald Welzer ihr neues Buch vorstellen. Das führte zu heftigen Wortgefechten.

Sollte es sich um eine besonders raffinierte Werbemethode handeln, Neugier auf ein Buch zu schüren? Die Autoren von "Die vierte Gewalt", Richard David Precht und Harald Welzer, stritten bei Markus Lanz so oft angebliche Passagen ab, dass man danach hätte versucht sein können, es allein zum Zweck des Faktenchecks zu erwerben.

Die Gäste

  • Richard David Precht, Philosoph
  • Harald Welzer, Sozialpsychologe
  • Robin Alexander, Journalist ("Die Welt")
  • Melanie Amann, Journalistin ("Der Spiegel")

Das erste Dementi fing sich der Gastgeber selbst ein, als er "Die vierte Gewalt" (Untertitel: "Wie Mehrheitsmeinung gemacht wird, auch wenn sie keine ist“) als "Streitschrift" vorstellte. "Streitschrift würden wir das nicht nennen", korrigierte ihn Sozialpsychologe Welzer.

Wenig später traf es den Journalisten Robin Alexander, als er einen Vorwurf des Buchs an die Journalistenzunft benennen wollte, um ihn zu widerlegen: "Wir plappern der Regierung nach, wir sind zu nah an der Regierung." Diesmal belehrte ihn Richard David Precht: "Nee, steht nicht im Buch." Vielmehr, dozierte Welzer, hätten sich Journalisten und Politiker nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine innerhalb sehr kurzer Zeit "auf ein Narrativ geeinigt".

"Unglaubliche Einhelligkeit" in der Presselandschaft

Alexander versuchte es weiter: Ein anderer Vorwurf laute, Journalisten trieben die Regierung durch Moralisieren zu Dingen, die eigentlich gar nicht gut seien: "Ich glaube, beide Dinge schließen sich denklogisch aus: Entweder haben wir uns mit Scholz geeinigt, oder wir treiben Scholz zu etwas, was er gar nicht will." Als Beispiel für eine ukrainische Forderung, die die Medien nicht übernommen hätten, nannte er den Wunsch nach Einrichtung einer Flugverbotszone, der aber nicht im Buch vorkomme.

Wieder falsch: "Also, die Flugverbotszone kommt in unserem Buch vor", erklärte Precht. Es gehe auch nicht darum, "dass man jede Position der Ukraine übernimmt". Die Presse habe aber "die meisten Forderungen der Ukrainer im Hinblick auf Lieferung schwerer Waffen ziemlich eins zu eins übernommen". Es gebe eine "unglaubliche Einhelligkeit" in der deutschen Presselandschaft und "ein enormes Übergewicht einer bestimmten Positionierung", das werde "die empirische Medienforschung deutlich beweisen".

Harsche Kritik von "Spiegel"-Journalistin

Hier machte die "Spiegel"-Journalistin Melanie Amann entscheidende Punkte: Die Autoren hätten ja "nicht systematisch ausgewertet, wie wir über den Krieg berichtet haben", sondern nur "beschrieben, wie Sie wahrnehmen, wie wir über den Krieg berichtet haben". Weder qualitativ noch quantitativ sei die Medienberichterstattung untersucht worden – das hätte dann wohl ein bisschen länger gedauert.

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Das Buch, offenbar eher auf Bauchgefühl gegründet, komme daher wie "ein geschriebener Podcast". Im Übrigen hätten alle Qualitätsmedien die unterschiedlichen Positionen erörtert: "Der Vorwurf, dass abweichende Meinungen nicht stattfinden, ist objektiv falsch." Allein der Wettbewerb zwischen den Medien sorge dafür, dass unterschiedlich kommentiert werde.

Welzer verweist auf Untersuchungen zu Pandemie

Empirische Untersuchungen zur Ukraine-Berichterstattung seien erst noch in Arbeit, verteidigte sich Welzer, es gebe aber andere Untersuchungen, "die total stabil sind", in Bezug auf die Flüchtlingskrise und die Pandemie. Aber auch "Welt"-Vize Robin Alexander wollte den Vorwurf der "Selbstangleichung" der Medien nicht so stehen lassen. Er benannte allein aus seinem Blatt vier unterschiedliche Meinungsstücke.

"Vier zu 500, ein eindrucksvoller Beweis für ausgeglichene Berichterstattung", ätzte Precht zurück – offenkundig wieder unter freihändigem Umgang mit Zahlen. Welzer führte an, Skeptiker gegenüber Waffenlieferungen seien in Talkshows stets in der Minderheit gewesen. Das wiederum wollte Markus Lanz nicht auf sich sitzen lassen: Er verwies auf den Auftritt des Rechtsphilosophen Reinhard Merkel in seiner Sendung, der "ungefähr 50 bis 60 Prozent Redeanteil" gehabt habe.

"Haben Sie die Sendung mal angeguckt?" – "Ich war dabei!"

Bei Welzers Einwurf "Haben Sie die Sendung mal angeguckt?" drohte dem Moderator der Kragen zu platzen: "Was heißt, hab' ich die Sendung gesehen, ich war dabei!" Das sei ja schon mal "kein guter Ausgangspunkt, um etwas zu beobachten", beharrte Welzer. Er jedenfalls habe nach der "legendären Anne-Will-Sendung", bei der er mit dem ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk aneinandergeraten war, in der U-Bahn sehr viel Zuspruch erhalten.

Insgesamt schienen die beiden Medienprofis Precht und Welzer aber selbst nicht glücklich mit ihrer Performance zu sein. "Ich finde die Diskussion hier völlig entlegen", beklagte sich Welzer nach einer Dreiviertelstunde, und Richard David Precht fuhr Melanie Amman an: "Es macht keinen Sinn, mit Ihnen zu reden. Sie behaupten mit einer beharrlichen Penetranz Dinge, die gar nicht im Buch stehen." Nein, raffinierte Werbung für einen medienkritischen Diskurs hätte wohl doch anders ausgesehen.

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Verwendete Quellen
  • zdf.de: "Markus Lanz" vom 29. September 2022
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