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Awdijiwka gefallen: Weitere Städte durch Russische Offensive in Gefahr?


Video erklärt russische Offensive
"Das Gleichgewicht gerät ins Rutschen"


21.02.2024Lesedauer: 1 Min.
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Frontverlauf in der Ukraine: Hier könnte Russland weiter vorstoßen. (Quelle: t-online)

Mit Awdijiwka ist ein strategisch wichtiger Ort in die Hände der Russen gefallen. Militärexperte Wolfgang Richter erklärt im Interview, wo nun weitere Vorstöße der Russen zu erwarten sind.

Russland hat die ukrainische Stadt Awdijiwka unter seine Kontrolle gebracht und damit den größten Sieg seit dem Fall von Bachmut im Mai 2023 errungen. Durch die Einnahme Awdijiwkas entfernen sich die ukrainischen Streitkräfte weiter von wichtigen logistischen Knotenpunkten.

Und weitere Städte könnten folgen. Denn die russische Offensive schreitet im Osten und Süden der Ukraine voran, während Kiew die militärische Operation auf eine defensivere Basis umstellen muss.

Militärexperte Wolfgang Richter geht im Videointerview auf die russische Zielsetzung ein und erklärt, was die Kriegsparteien unbedingt vermeiden wollen.

Videotranskript lesenEin- oder Ausklappen

Von Awdijiwka ist nur noch ein Trümmerfeld übrig.
Die russischen Streitkräfte haben die schwer umkämpfte Stadt im Osten des Landes eingenommen.
Kiew hat seine Truppen vollständig abgezogen.
Neben Awdijiwka ist die russische Offensive an Orten von Bedeutung, die sich über den Großteil der Front in der Ost- und Südukraine erstrecken.
Die von der russischen Armee besetzten Gebiete sind in der Karte farblich hervorgehoben.
Wolfgang Richter ist Militärexperte und erklärt, welche Auswirkungen der Fall Awdijiwkas auf den weiteren Kriegsverlauf haben kann.

“Die Ukrainer müssen sich auf rückwärtige Stellungen zurückziehen. Sie müssen sehen, dass sie sie rechtzeitig auch befestigen. Denn wenn die Russen die Kraft hätten, jetzt sofort nachzustoßen, in Lücken hineinzustoßen, dann ist auch ein Durchbruch nicht mehr ganz auszuschließen. Und das führt dann zu einer Kettenreaktion, wo Fronten dann in Bewegung kommen.”
Die Besetzung von Bachmut im Mai 2023 war der letzte große Sieg der russischen Streitkräfte.
Auch Marinka im Osten des Landes wurde schon im vergangenen Herbst eingenommen.
Weitere Vorstöße der Russen erwartet der Militärexperte vor allem in folgenden Regionen:
“Die russische Zielsetzung wird es sein, wahrscheinlich die administrativen Grenzen der beiden Oblaste Luhansk und Donezk vollständig zu erreichen. Und das sind die beiden Regionen im Donbass, also im Osten der Ukraine. Und gleichzeitig finden Angriffe statt im Süden, also in den Regionen Saporischschja und Cherson.”



Auch Kramatorsk ist ein strategisch wichtiger Ort, denn:
“Kramatorsk ist das Hauptquartier der ukrainischen Ostarmee. Von dort aus wurden ja eigentlich schon seit 2014/15 die Kämpfe im Osten geleitet. Und das wäre wahrscheinlich ein operatives Ziel, das die russischen Streitkräfte gewinnen wollen. In den nächsten Monaten, sodass wir schon davon ausgehen können, dass die Schwerpunkte der Landangriffe sowohl im Donbass liegen, also in den Orten, die wir jetzt genannt haben, aber auch im Süden, in Saporischschja."


Das Ziel der russischen Angriffe sieht Richter vor allem darin, die Rückeroberungen der Ukraine wettzumachen.
Die Russen haben laut Richter rund 600.000 Soldaten in der Ukraine stationiert, während die Zahlen für die ukrainischen Streitkräfte rückläufig sind.
“Und damit gerät also insgesamt das Gleichgewicht hier aus Sicht der Ukraine ins Rutschen und es verschiebt sich zugunsten der Russen. Und das ist die langfristige Lage, die in diesem Jahr wahrscheinlich auch anhalten wird, weil weder von der ökonomischen Seite her die Logistik so aufgebaut werden kann, dass die Ukraine wirklich in die Vorhand gerät. Noch ist die Nato in der Lage, Personal zu ersetzen, denn sonst wäre sie ja im Krieg mit Russland, und das ist die rote Linie für alle Beteiligten. Man will keine unmittelbare Auseinandersetzung mit Russland.”
Richter hält das jedoch für unwahrscheinlich:
“Die Russen sind im Moment nicht in der Lage, ausgerechnet auch noch die nukleare Bewaffnung der Nato mit drei Nuklearmächten anzugreifen, wenn sie sich schon in der Ukraine kaum nach zwei Jahren durchsetzen können.”

Der Offensivdruck der Russen im Osten zwingt die ukrainischen Streitkräfte nun, ihre militärische Operation auf eine defensivere Basis zu stellen.

Was der Fall Awdijiwkas für den Kriegsverlauf bedeutet und welche Städte als Nächstes fallen könnten, sehen Sie hier oder oben im Video.

Verwendete Quellen
  • Eigenes Interview mit Militärexperte Wolfgang Richter
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