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Neues Ötzi-Geheimnis gelüftet: Äußerst seltene Bogensehne identifiziert

Mann aus dem Eis  

Ötzi-Geheimnis gelüftet: Äußerst seltene Bogensehne identifiziert

18.12.2019, 10:24 Uhr | dpa

Das Rätsel um die Eis-Mumie „Ötzi“

5300 Jahre lang lag diese Leiche im Eis. Die Leiche wurde unter dem Namen „Der Mann aus dem Eis“ und „Ötzi“ berühmt. 1991 wurde am Tisenjoch in den Ötztaler Alpen ein Fund gemacht, der Forscher bis heute vor Rätsel stellt. (Quelle: t-online.de)

5.300 Jahre alt: Das Rätsel um die Todesursache der Eis-Mumie "Ötzi". (Quelle: t-online.de)


Kaum eine Mumie hat die Wissenschaft so sehr beschäftigt wie die von Ötzi. Nun erlangten Forscher eine weitere spektakuläre Erkenntnis – über eine Schnur, die der Eismensch bei sich getragen hatte.

Sein Mageninhalt, seine Krankheiten und seine Zähne sind bis ins kleinste Detail erforscht. Jetzt ist wohl ein weiteres Geheimnis um Ötzi gelüftet. Die Schnur, die der Mensch aus dem Eis bei sich trug, sei seine Bogensehne, sind Forscher überzeugt. "Die in Ötzis Köcher erhaltene Schnur dürfte weltweit die älteste erhaltene Bogensehne sein", teilte das Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen mit. Dort wird die Eismumie aufbewahrt.

Rechts die von Forschern als Bogensehne identifizierte Schnur von Ötzi, daneben eine Kordel: Die Mumie des Eismenschen hält die Wissenschaft immer wieder auf Trab. (Quelle: dpa/Harald Wisthaler /Südtiroler Archäologiemuseum )Rechts die von Forschern als Bogensehne identifizierte Schnur von Ötzi, daneben eine Kordel: Die Mumie des Eismenschen hält die Wissenschaft immer wieder auf Trab. (Quelle: Harald Wisthaler /Südtiroler Archäologiemuseum /dpa)

Bisher war nicht klar, was die Schnur genau für eine Funktion hatte. Man war davon ausgegangen, dass die mehrfach gedrillte Kordel aus Pflanzenfasern bestand. Die Wissenschaftler hätten nun herausgefunden, dass sie aus Tierfasern gefertigt ist – und daher belastbar und als Sehne geeignet, hieß es vom Museum. Die Forscher um Jürgen Junkmanns von der Universität Bern verglichen demnach jungsteinzeitliche Pfeile und Bögen mit Ötzis Ausrüstung. Dafür bekamen sie eine mikroskopisch kleine Faserprobe von Ötzis Bogensehne.

Seltener Fund führt zu neuem Rekord

Prähistorische Bogensehnen gehörten zu den seltensten Funden in archäologischen Ausgrabungen, hieß es. Für das Archäologiemuseum bedeute das einen weiteren Rekord. "Ötzis kunstvoll gedrillte Kordel und seine Jagdausrüstung sind weltweit die ältesten erhaltenen der Jungsteinzeit." Ein weiteres Bündel aus tierischen Beinsehnen, das sich im Köcher befand, könnte Ersatzmaterial für eine weitere Bogensehne gewesen sein. Die Studie zu den Erkenntnissen wurde kürzlich im "Journal of Neolithic Archaeology" veröffentlicht.

Ötzi lebte vor etwa 5.300 Jahren und wurde hinterrücks mit einem Pfeil niedergestreckt. Deutsche Wanderer hatten die Eismumie im September 1991 in der italienisch-österreichischen Grenzregion in der Nähe des Tisenjochs auf 3.210 Meter Höhe entdeckt. Von dort wurde er ins Museum nach Bozen gebracht.

Seither arbeiten Wissenschaftler daran, der Mumie möglichst viele Informationen zu entlocken. Neben dem Mord an Ötzi und immer mehr Details zur Ernährung weiß man inzwischen etwa auch, dass er Karies hatte. Augenfarbe, DNA und Blutgruppe sind bekannt – ebenso, dass der Gletschermann laktoseintolerant und tätowiert war.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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