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BND-Akten: Hochrangige Altnazis bauten Geheimarmee auf


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Wehrmacht- und SS-Veteranen bauten Geheimarmee auf

Von t-online
11.05.2014Lesedauer: 2 Min.
Wehrmachtveteranen bauten Geheimarmee auf
Wehrmachtsoldaten während des Russlandfeldzugs 1941/42. (Quelle: dpa-bilder)
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Vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht begannen hochrangige Altnazis mit dem Aufbau einer Geheimarmee. Darüber berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf Akten des Geheimdiensts BND. Bundeskanzler Adenauer wusste von den Vorgängen - und reagierte ängstlich.

Rund 2000 ehemalige Offiziere der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS betrieben ab 1949 hinter dem Rücken von Bundesregierung und Öffentlichkeit den Aufbau einer Armee von rund 40.000 Mann, berichtet der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Hauptorganisator war der spätere Heeresinspekteur der Bundeswehr Albert Schnez.


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Das Netzwerk von Schnez warb Spenden bei Unternehmen ein, besprach mit Speditionen, welche Fahrzeuge diese zur Verfügung stellen konnten, und betrieb einen sogenannten Abwehrapparat, der linke Bürger und Politiker wie den späteren SPD-Fraktionschef Fritz Erler bespitzelt haben soll. Waffen wären im Ernstfall aus Beständen der Bereitschaftspolizei gekommen. Ein Mitstreiter von Schnez hatte Zugriff darauf, weil er im Innenministerium arbeitete.

Adenauer wusste Bescheid

Die konspirative Schnez-Truppe wollte sich bei einem sowjetischen Angriff zunächst ins Ausland absetzen und dann von dort aus die Bundesrepublik freikämpfen. Zugleich bereitete sie sich auf einen Einsatz im Inland gegen Kommunisten vor, für den Fall eines Bürgerkriegs.

Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer erfuhr dem Bericht zufolge spätestens 1951 von der Schnez-Truppe und beauftragte die Organisation Gehlen – den Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes (BND) – mit der "Betreuung und Überwachung" der Schattenarmee. Es ist unklar, warum Adenauer nicht schärfer reagierte. Scheute er den Konflikt mit den Veteranen? Beim westdeutschen Geheimdienst gab es jedenfalls Bedenken dieser Art.

Geheimdienst wollte zunächst "die SS" fragen

Schnez hatte Verbindung zum ehemaligen SS-Obersturmbannführer Otto Skorzeny, der ein ähnliches Projekt plante. Ein Abteilungsleiter der Organisation Gehlen warf die Frage auf, ob man es sich "leisten könne", den Kampf gegen Skorzeny aufzunehmen. Der Geheimdienstler schlug vor, zunächst "die SS" zu fragen: "Sie ist ein Faktor, und wir sollten vor einem Entschluss die dortigen Auffassungen eingehend sondieren." Offenbar übten Netzwerke von Alt- und Exnazis Anfang der Fünfzigerjahre erheblichen Einfluss aus.

Die Informationen stammen aus freigegebenen Unterlagen des Bundesnachrichtendienstes, die der Historiker Agilolf Keßelring beziehungsweise der Spiegel eingesehen haben. Keßelring ist Mitarbeiter der Unabhängigen Historikerkommission, die die Frühgeschichte des BND erforscht.

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