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75 Jahre Warschauer Aufstand: 63 Tage Widerstand gegen die deutschen Besatzer

Jahrestag des Warschauer Aufstands  

63 Tage Widerstand gegen die deutschen Besatzer

01.08.2019, 16:57 Uhr | AFP

75 Jahre Warschauer Aufstand: 63 Tage Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Ein Kämpfer der polnischen Heimatarmee AK während der Straßenkämpfe in Warschau.  (Quelle: dpa/PRASA)

Ein Kämpfer der polnischen Heimatarmee AK während der Straßenkämpfe in Warschau. (Quelle: PRASA/dpa)

Wochenlang kämpften sie: Doch am Ende konnten die Widerstandskämpfer nichts ausrichten gegen Brutalität und Übermacht der deutschen Truppen. Die Nazis töteten in Warschau 200.000 Menschen. 

Der 1. August 1944 ist ein zentrales Datum in der Geschichte Polens: An diesem Tag begann der Warschauer Aufstand gegen die NS-Besatzer in der polnischen Hauptstadt. Die Rebellion wurde ebenso brutal niedergeschlagen wie der Aufstand im Warschauer Ghetto im Jahr zuvor. Nach 63 Tagen kapitulierten die Widerstandskämpfer.

Der Aufstand wurde von der im Untergrund kämpfenden Polnischen Heimatarmee (AK) angeführt. Gegen die militärische Übermacht der deutschen Truppen konnte sie aber wenig ausrichten. Nach zwei Monaten mussten die Widerstandskämpfer ihr Ziel aufgeben, Warschau von den Deutschen zu befreien, bevor die vorrückende Rote Armee einmarschiert. Die sowjetischen Truppen griffen nicht in die Kämpfe ein, sondern marschierten erst am 17. Januar 1945 in das Zentrum von Warschau ein.

SS tötete schon in den ersten Tagen Zehntausende

Allein in den ersten Tagen des Aufstands töteten SS-Einheiten im Stadtteil Wola zehntausende Zivilisten. Das Massaker von Wola gilt als eines der größten Kriegsverbrechen des zweiten Weltkriegs. Insgesamt wurden während des Warschauer Aufstands knapp 200.000 Widerstandskämpfer und Zivilisten getötet.

Am 2. Oktober 1944 gaben sich die Aufständischen schließlich geschlagen. Mehr als 200.000 Widerstandskämpfer und Zivilisten bezahlten den Widerstand mit ihrem Leben. Die deutschen Truppen machten Warschau anschließend weitgehend dem Erdboden gleich. Rund eine halbe Million obdachlos gewordene Bürger mussten fliehen. Zehntausende Menschen wurden in Konzentrationslager deportiert.

Vorwürfe auch an Moskau

Polnische Historiker warfen Moskau später vor, tatenlos zugesehen zu haben, wie die Nazis den polnischen Widerstand niederschlugen. Zu Zeiten des Kommunismus wurde das Gedenken an den Warschauer Aufstand in Polen unterdrückt. Das änderte sich erst nach dem Sieg der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc über die Kommunisten bei der Parlamentswahl 1989.

Heute ist der Warschauer Aufstand ein Symbol für den Kampf um die Freiheit und Unabhängigkeit Polens. Am 1. August finden alljährlich Gedenkfeiern statt. Seit 2004 erinnert ein Museum im Stadtteil Wola an die Opfer der Rebellion.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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