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Walhaie wohl Hungerkünstler: Gesundheits-Check für Ozeangiganten

Walhaie wohl Hungerkünstler  

Gesundheits-Check für Ozeangiganten

21.01.2019, 10:55 Uhr | dpa

Walhaie wohl Hungerkünstler: Gesundheits-Check für Ozeangiganten. Ein Walhai schwimmt im Okinawa-Churaumi-Aquarium.

Ein Walhai schwimmt im Okinawa-Churaumi-Aquarium. Foto:K. Sato/Okinawa Churashima Foundation Research Center CC-BY-NC-ND. (Quelle: dpa)

Kashiwa (dpa) - Walhaie können einer neuen Analyse zufolge wochen- oder gar monatelang hungern - und fressen wohl mehr Pflanzen als bisher angenommen.

Das hat ein "Gesundheits-Check" frei und in Gefangenschaft lebender Walhaie ergeben, den japanische Forscher im Fachmagazin "Ecological Monographs" vorstellen. Der hell gepunktete Walhai (Rhincodon typus) ist der größte Fisch der Erde, bisher ist über die Art sehr wenig bekannt - etwa zu den langen Wanderungen und zur Fortpflanzung.

Das Team um Alex Wyatt von der Universität Tokio hatte die bereits etablierte Analyse von Gewebeproben um Bluttests erweitert. Die Forscher entnahmen rund zehn Milliliter Blut - etwa zwei Teelöffel - aus einer Brustflosse des jeweiligen Tieres. "Ähnlich wie bei Blutuntersuchungen beim Arzt können wir die Gesundheit von Walhaien basierend auf ihren Blutbestandteilen einschätzen", erklärt Wyatt.

Die Wissenschaftler überwachten Wachstum, Ernährung und Gesundheit von drei in einem Aquarium lebenden Walhaien und von zwei Tieren, die in einem mit einem Netz umspannten Meeresareal leben. Zusätzlich nahmen sie Proben von acht wildlebenden Walhaien vor der Küste Okinawas, die sich in Fischernetzen verheddert hatten.

Die Studie verfolge einen experimentellen Ansatz, den es bei Walhaien bisher noch nicht gab, erklärt Philipp Kanstinger vom Internationalen WWF-Zentrum für Meeresschutz zu der Studie. Den Ergebnissen der Bluttests zufolge hatten einige der wildlebenden Tiere seit Wochen oder Monaten nicht gefressen. "Vielleicht fanden sie kein Futter, vielleicht fressen sie einfach nicht, wenn sie lange Strecken zurücklegen", so Wyatt.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Alle getesteten wildlebenden Haie hatten offenbar bedeutende Mengen an Pflanzen und Algen gefressen. "Das ist eine überraschende und widersprüchliche Entdeckung, da allgemein angenommen wird, dass Walhaie sich streng von Lebewesen der höheren Ebenen der Nahrungskette ernähren", sagt Wyatt. "Trotzdem wurden Walhaie mit Seetang im Magen gefunden. Pflanzen zu fressen, könnte Sinn machen, wenn Fressgelegenheiten so selten werden wie unsere Bluttests andeuten."

Kanstinger sieht das Ergebnis kritisch. "Der Walhai schaut genau, wo eine Anhäufung von Fressen ist, etwa Krill, kleine Fische oder Fischeier, und schwimmt darauf zu. Es werden zwar immer aus Versehen Algen mitgenommen, dass die Haie diese aber gezielt fressen, ist meiner Meinung nach eher unwahrscheinlich."

Die bis zu etwa zwölf Meter langen und gut 20 Tonnen schweren Tiere leben in warmen tropischen und subtropischen Meeren, im Golf von Mexiko ebenso wie vor den australischen Weihnachtsinseln. Sie ernähren sich überwiegend von Plankton und anderen Kleinstlebewesen, die sie aus angesaugtem Wasser filtrieren. Schätzungen zufolge können die friedlichen Giganten über 100 Jahre alt werden. Sie sind lebendgebärend: Die Jungen schlüpfen schon im Bauch der Mutter aus dem Ei. Über das Aufwachsen der Jungtiere ist bisher kaum etwas bekannt.

2016 wurde der Walhai auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet eingestuft. "Man kann nicht sagen, wie viele Tiere es gibt", erklärt der Meeresbiologe Kanstinger. "Man weiß nur, dass die Bestände weltweit sehr abgenommen haben, über die letzten 75 Jahre mehr als 50 Prozent." Zu den Gründen zählten der Tod als Beifang, gezielte Fischerei, Zusammenstöße mit Booten, Meeresverschmutzung und Massentourismus.

"Walhaie sind einer der aufregendsten Organismen für Touristen und Wissenschaftler gleichermaßen, nicht nur wegen ihrer Größe, sondern auch wegen ihrer Anmut und Schönheit. Es ist ein Privileg, einige der Mysterien zu enthüllen, die ihr Leben umgeben", so Wyatt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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