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WWF-Studie: Mit Messer und Gabel BiodiversitĂ€t schĂŒtzen

Von dpa
12.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Obst- und GemĂŒse im Supermarkt.
Obst- und GemĂŒse im Supermarkt. Mit einer flexitarischen ErnĂ€hrung mit begrenztem Konsum von tierischen Produkten könnte unser BiodiversitĂ€ts-Fußabdruck bereits spĂŒrbar verringert werden - bei konsequenter vegetarischer oder veganer ErnĂ€hrung noch deutlich stĂ€rker. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Ob umstrittenes Palmöl oder Billigfleisch mit fragwĂŒrdiger Klimabilanz - dass bestimmte Lebensmittel nicht gut fĂŒr den CO2-Fußabdruck sind, ist weithin bekannt. Wie aber wirkt sich die DurchschnittsernĂ€hrung der Deutschen auf die biologische Vielfalt aus?

Eine neue Studie der Umweltorganisation WWF beleuchtet, welchen Fußabdruck wir mit unserem Speiseplan in Sachen Vielfalt allen Lebens auf dem Land hinterlassen. Das Ergebnis: Was wir essen, hat großen Einfluss auf die BiodiversitĂ€t - und das nicht nur hierzulande, sondern auch in weit entfernten Regionen.

Tierische Erzeugnisse haben grĂ¶ĂŸten Anteil am Fußabdruck

Der sogenannte BiodiversitĂ€ts-Fußabdruck als Wert in der WWF-Erhebung wird relativ komplex berechnet. Grob gesagt geht es darum, wie stark unsere ErnĂ€hrung dazu fĂŒhrt, dass in Deutschland und rund um den Globus NaturrĂ€ume mit ihren Tieren und Planzen beeintrĂ€chtigt werden.

In Zahlen stellen sich die konkreten Auswirkungen des Konsums verschiedener Lebensmittel den Daten nach so dar: Mit Abstand den grĂ¶ĂŸten Anteil am Fußabdruck haben mit 77 Prozent tierische Erzeugnisse wie Fleisch, Wurst, Eier oder KĂ€se. Nur 23 Prozent resultieren hingegen aus dem Verbrauch pflanzlicher Lebensmittel wie Obst, GemĂŒse, Getreide oder NĂŒsse.

Großer FlĂ€chenbedarf fĂŒr Futtermittel

Bei den tierischen Erzeugnissen ist es vor allem der große FlĂ€chenbedarf fĂŒr Futtermittel, der negativ zu Buche schlĂ€gt. "Alles, was wir auf dem Teller liegen haben oder einkaufen, wird ja irgendwo produziert und braucht dementsprechend FlĂ€che", sagte Tanja DrĂ€ger, ErnĂ€hrungsexpertin beim WWF Deutschland, der dpa. Einerseits sei man abhĂ€ngig von den Leistungen einer intakten Natur, andererseits gefĂ€hrde man sie aber auch selbst. Daraus, so fasst die Studie zusammen, resultiert: Je höher der Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln in der ErnĂ€hrung, desto kleiner der BiodiversitĂ€ts-Fußabdruck, der weltweit verursacht wird.

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Die biologische Vielfalt sehen Experten schon seit lĂ€ngerem im AbwĂ€rtstrend: So warnt der WeltbiodiversitĂ€tsrat (IPBES), dass etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten in wenigen Jahrzehnten aussterben könnten. Dem Expertengremium zufolge spielen unsere ErnĂ€hrungssysteme hier eine wesentliche Rolle. Sie sind fĂŒr 70 Prozent des Verlustes an biologischer Vielfalt auf dem Land und fĂŒr 50 Prozent in FlĂŒssen und Seen verantwortlich.

Vegetarische und vegane ErnĂ€hrung senken Fußabdruck deutlich

Neben dem Ist-Zustand gliedert die WWF-Erhebung aber auch auf, wie eine verĂ€nderte ErnĂ€hrungsweise der Deutschen der biologischen Vielfalt zu Gute kommen könnte. Bei einer flexitarischen ErnĂ€hrung, die einen begrenzten Konsum von tierischen Produkten umfasst, könnte unser BiodiversitĂ€ts-Fußabdruck insgesamt weltweit um 18 Prozent verringert werden - bei konsequenter vegetarischer ErnĂ€hrung um ganze 46 Prozent, bei einer veganen ErnĂ€hrung um 49 Prozent.

Von einem entsprechenden Umdenken beim Speiseplan wĂŒrde demnach die Natur in Brasilien besonders stark profitieren - vor allem, weil dann wesentlich weniger FlĂ€che fĂŒr den Anbau von Soja als Futtermittel benötigt wĂŒrde.

Ob Biene, Braunkehlchen oder Schmetterlinge in Deutschland, Orang-Utan in Malaysia oder AmeisenbĂ€r und Jaguar in Brasilien - die Arten, die durch bewusstere ErnĂ€hrung geschĂŒtzt werden könnten, sind zahlreich, betont Expertin DrĂ€ger. "Insofern ist das Potenzial groß, einen Beitrag zum Schutz der LebensrĂ€ume zu leisten, wenn man den Konsum tierischer Produkte reduziert. Und gleichermaßen dient es auch der eigenen Gesundheit." Die Studie solle also ein Bewusstsein dafĂŒr schaffen, was der eigene Lebensmittelkonsum bewirken könne.

Kennzeichnung von Klimafreundlichkeit hilft

Eine neue Studie eines Teams rund um Ann-Katrin Betz von der Julius-Maximilians-UniversitĂ€t WĂŒrzburg legt nahe, dass Menschen im Restaurant eher zu klimafreundlichem Essen greifen, wenn es in der Speisekarte auch als solches gekennzeichnet ist, ihnen der Nutzen fĂŒr die Umwelt durch ihr Konsumverhalten also bewusst gemacht wird.

In der im Fachmagazin "Plos Climate" veröffentlichten Erhebung wĂ€hlten 256 Menschen aus verschiedenen hypothetischen MenĂŒs. Es zeigte sich, dass sie mehr klimafreundliche Gerichte wĂ€hlten, wenn die Kohlenstoffkennzeichnung vorhanden war und wenn die Komponenten eher aus emissionsarmen Optionen bestanden.

"Vor allem anfangen"

Dennoch: Auf die Schulter der Verbraucher allein könne man die Last nicht legen, betont DrĂ€ger. "Hier sind Politik und Wirtschaft gefragt." Konkret fordert der WWF auf Basis seiner Ergebnisse etwa von der Bundesregierung eine ErnĂ€hrungsstrategie bis 2023 und den Weg hin zu einer Nachhaltigkeitssteuer. "Wir sehen derzeit, dass zum Teil pflanzliche Lebensmittel oder Fleischersatzprodukte teurer sind als Fleisch selbst", kritisiert DrĂ€ger. Zudem mĂŒsse der heimische Anbau von Obst, GemĂŒse, NĂŒssen und HĂŒlsenfrĂŒchten ausgebaut werden.

Antje Risius, die an der UniversitÀt Göttingen zu nachhaltigen ErnÀhrungsstilen forscht, fasst zusammen, was jede und jeder Einzelne zum Schutz der BiodiversitÀt tun muss - und was Politik und Wirtschaft: "Vor allem anfangen." Entscheidend sei die effiziente Nutzung der Ressourcen. Eine pflanzlich orientierte Ausrichtung der ErnÀhrung ermögliche es, gesundheitliche, wirtschaftliche und Umwelt-Aspekte zu vereinen.

Das bedeute aber fĂŒr die Verbraucher, dass Informationen und Produkte verfĂŒgbar gemacht werden mĂŒssten. "Hierbei sind natĂŒrlich diejenigen zunĂ€chst gefragt, die die Rahmenbedingungen setzen - also Politik und Wirtschaft", sagt Risius. Faire Rahmenbedingungen fĂŒr eine entsprechende Anpassung der ErnĂ€hrungsgewohnheiten zu schaffen, sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

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