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Bei "Anne Will": Kanzlerin Merkel kritisiert Berliner Corona-Kurs

"Testen und Bummeln"  

Kanzlerin Merkel kritisiert Berliner Corona-Kurs

29.03.2021, 08:52 Uhr | dpa

Bei "Anne Will": Kanzlerin Merkel kritisiert Berliner Corona-Kurs. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Gast in der ARD-Talksendung "Anne Will": Die Kanzlerin hat den Corona-Kurs in Berlin kritisiert. (Quelle: dpa/Wolfgang Borrs/NDR)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Gast in der ARD-Talksendung "Anne Will": Die Kanzlerin hat den Corona-Kurs in Berlin kritisiert. (Quelle: Wolfgang Borrs/NDR/dpa)

Berlin setzt auf vorsichtige Lockerungen – zwar mit vermehrten Tests, aber trotz hoher Corona-Inzidenz. Die Kanzlerin zeigte sich von der Strategie wenig angetan.

Der Berliner Kurs bei den Corona-Maßnahmen und der sogenannten Notbremse stößt auf Kritik. Von der Kanzlerin bekam Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Sonntagabend einen Seitenhieb. "Ich weiß jetzt wirklich nicht, ob Testen und Bummeln, wie es jetzt in Berlin heißt, die richtige Antwort auf das ist, was sich zur Zeit abspielt", sagte Angela Merkel (CDU) im Gespräch mit ARD-Moderatorin Anne Will.

Der Berliner Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), forderte angesichts der schlechter werdenden Corona-Lage Ausgangssperren. "Heute Abend durch Mitte geradelt: So viele Menschen stehen oder sitzen in großen Gruppen zusammen, mit Alkohol statt Maske. Genau die Altersgruppen, bei denen die Inzidenzzahlen explodieren", schrieb von Dassel am Sonntagabend bei Twitter. "Brauchen wie viele andere Länder auch eine abendliche Ausgangssperre. Breaking the waves!"

Öffnungen mit Tests und FFP2-Maskenpflicht

Berlin will mit einer Doppelstrategie die Corona-Pandemie in den Griff bekommen. Vorsichtige Lockerungen etwa im Handel bleiben. Sie werden durch verschärfte Regeln vor allem beim Testen und der Maskenpflicht ergänzt.

Ab Mittwoch müssen Berliner einen negativen Corona-Test zum Einkaufen in Geschäften, für Besuche im Friseur- oder Kosmetiksalon sowie in Museen und Galerien vorweisen. Davon ausgenommen sind Supermärkte, Apotheken oder Drogerien, die auch im Lockdown offen waren. Die bisherige Pflicht, vor dem Shoppen in Modeboutique, Baumarkt oder Elektronikmarkt einen Termin zu vereinbaren, entfällt.

Von Dassel erklärte auf Twitter weiter, mit der Wochenendschicht und Taschenlampe im Park auf Partyjagd zu gehen, funktioniere nicht. "Die Parkpartys im Spätsommer waren auch erst durch Verbote von größeren Gruppen zu stoppen. Dann haben Polizei und Ordnungsamt eine eindeutige Handhabe."

Inzidenz steigt weiter

Martin Kriegel vom Hermann-Rietschel-Institut (TU Berlin) schrieb zu den Berliner Maßnahmen bei Twitter: "Das geht in die Hose!!!" Das gehe an der Sicherheit vorbei, kritisierte der Experte für Gesundheit in Gebäuden. Die Notbremse sieht eigentlich vor, dass die Länder ab einer Inzidenz von 100 zurück zu den Regeln von Anfang März gehen. Mehrere Länder weichen davon ab.

In Berlin sind die gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche weiter gestiegen. Am Sonntag erreichte die sogenannte Inzidenz den Wert von 143,4, wie aus dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung hervorgeht. Am Vortag betrug der Wert noch 138,6.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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