t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon

Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
Such Icon
HomeRegionalBerlin

Bahnstreik in Berlin: Reisende sind aufgebracht: "Kunden als Geisel"


Wut in Berlin über GDL-Streik: "Kunden als Geisel"


Aktualisiert am 11.08.2021Lesedauer: 3 Min.
Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Zum journalistischen Leitbild von t-online.
Player wird geladen
Frust und Ärger über Bahnstreik: So chaotisch ist die Lage derzeit für Reisende und Pendler. (Quelle: Reuters)

Der GDL-Streik trifft den Frühverkehr in Berlin. Tausende Pendler und Touristen müssen ihre Reisepläne ändern. Am Ost- und Hauptbahnhof ist man wütend.

Ärger, Wut – und die Frage: Wie komme ich jetzt nach Hause? Am Berliner Ostbahnhof und Hauptbahnhof, den wichtigsten Nahverkehrsknotenpunkten der Stadt, sind die Pendler vom GDL-Streik am Mittwochmorgen genervt.

Loading...
Symbolbild für eingebettete Inhalte

Embed

Kein Wunder: Nicht nur im Fern- und Regionalverkehr, sondern auch bei den S-Bahnen in Berlin und dem Brandenburger Umland wird gestreikt. Diese gehören schließlich ebenfalls zur Deutschen Bahn.

Am Berliner Hauptbahnhof wird es gegen neun Uhr morgens immer voller. Auf Gleis 7 soll ein Zug nach Hamm über Hannover kommen. Es herrscht großer Andrang. Die Sitzplätze sind schnell weg, viele müssen stehen.

Auch Petra S. zählt zu den Betroffenen. Sie hat mit ihrer Familie nun eine komplizierte Reise nach Koblenz vor sich: Mehrere Umstiege, unter anderem in Hamm, sind geplant. Sie ist frustriert: "Das trifft uns hart." Auch am Eingangsbereich des Hauptbahnhofs, wo die Infoschalter der DB-Reisezentren liegen, kommt es gegen neun Uhr zu langen Schlangen.

Für Stefan W. aus Hamburg endet die Reise zurück in die Heimat an diesem Dienstagmorgen unerwartet. "Ich wollte eigentlich nach Hamburg. Jetzt fahre ich gar nicht und gehe lieber wieder ins Hotel zurück", sagt er t-online. Streik sei ein legitimes Mittel. "Aber das Timing ist etwas unglücklich gewählt. Die Vorlaufzeit war einfach zu kurz."

Liebe Leserin, lieber Leser: Sind Sie persönlich vom Bahnstreik betroffen? Welche Probleme entstehen für Sie aus dem Streik? Schreiben Sie uns eine E-Mail an lesermeinung@stroeer.de. Eine Auswahl der Einsendungen werden wir mit Nennung des Namens veröffentlichen.

Ähnlich denkt auch die Touristin Helene Mergel aus Unterfranken. Am Berliner Ostbahnhof ärgert sie sich gegenüber einem t-online-Reporter über den Streik: "Wir sind total genervt. Eigentlich heißt es immer von der Politik, dass wir mit dem Zug fahren sollen." Sie wollte nach Rheinsberg zu einem Open-Air-Event auf dem Schloss, Opern-Musik wollte sie dort mit Freunden genießen: "Da freut man sich das ganze Jahr drauf und dann das."

S-Bahnen fahren nur im 20-Minuten-Takt

Die S-Bahn fährt an diesen Streik-Tagen nur mit einem eingeschränkten Fahrplan. Ein Bahnsprecher am Dienstag: "Die Konzentration liegt auf Anbindung der Außenbezirke und des Umlands. Angestrebt wird ein 20-Minuten-Takt."

U-Bahnen und Busse der BVG sind von dem Streik nicht betroffen. Weil viele Pendler auf die BVG ausweichen dürften, ist im morgendlichen Verkehr – wie auch auf den Berliner Straßen – mit deutlich mehr Andrang zu rechnen.

Bahnstreik in Berlin: Wut am Berliner Ostbahnhof

Für den überraschend frühen Streik-Beginn hat man Ostbahnhof wenig Verständnis. Ein älterer Herr schimpft gegenüber t-online: "Ich halte das für völlig falsch, dass wir Kunden als Geisel genommen werden. Das sollte nicht auf dem Rücken der Kunden ausgetragen werden." Er wollte nach Interlaken, muss nun mehrere Stunden mehr an diesem Mittwoch einplanen.

Nicht weit entfernt macht sich Familienvater Georg Z. Sorgen: "Wir haben drei Kinder. Interessant wäre natürlich, ob sie Sitzplätze bekommen." Der Zug der Familie aus Karlsruhe hat anderthalb Stunden Verspätung. Sie waren für einen Kurzurlaub in Berlin, und hoffen nun, bald nach Hause zu kommen.

Bahnkunde steigt aufs Flugzeug um

Der italienische Tourist Emilio Poloni hatte in diesen Wochen ein kleines Reise-Abenteuer geplant. Nun aber der GDL-Streik: "Ich war mit dem Fahrrad von Berlin nach Stettin unterwegs. Jetzt wollte ich mit dem Zug zurück nach Italien."

Hilfe habe er in Berlin nicht bekommen. "Die Mitarbeiter am Schalter wollten mir nicht helfen, sie sprechen kein Englisch." Er ärgert sich: "Das ist unglaublich." Und wie will der Radler jetzt nachhause kommen? "Mit dem Flieger." Die Spontan-Buchung dürfte ihn einiges kosten...

Verwendete Quellen
  • Eindrücke und Gespräche vor Ort
  • Eigene Recherche
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

t-online - Nachrichten für Deutschland


TelekomCo2 Neutrale Website