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Lost Places in Berlin – kennen Sie diese verlassenen Orte?

Von Vivian Schramm

Aktualisiert am 07.10.2021Lesedauer: 4 Min.
Ehemaliger Lokschuppen am S-Bahnhof Berlin-Pankow: Das denkmalgeschĂŒtzte GebĂ€ude ist mittlerweile einsturzgefĂ€hrdet.
Ehemaliger Lokschuppen am S-Bahnhof Berlin-Pankow: Das denkmalgeschĂŒtzte GebĂ€ude ist mittlerweile einsturzgefĂ€hrdet. (Quelle: JĂŒrgen Ritter/Archivbild/imago-images-bilder)
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Schaurig schön: In Berlin gibt es zahlreiche dĂŒstere Orte, die einem den Atem rauben. t-online zeigt Ihnen die interessantesten Lost Places in der Hauptstadt.

Einer der ungemĂŒtlichsten Monate des Jahres ist angebrochen: der Oktober. Es wird frĂŒh dunkel, die Tage sind verregnet, auf den Straßen liegt Nebel und BĂ€ume schwanken im Wind. Die beste Jahreszeit, um sich zu gruseln – nicht nur vor dem Fernseher, sondern auch mitten in Berlin. An Lost Places.


Berlin: Vom Alexanderplatz zum Zoo – so sahen die Bahnhöfe frĂŒher aus

Blick auf den Alexanderplatz: Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts war das Streckennetz in Berlin elektrisch.
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Sie sind verlassen, in Vergessenheit geraten und dĂŒster: die sogenannten "verlorenen Orte". In Berlin gibt es einige von ihnen. Und wir stellen Ihnen die mystischsten Lost Places vor.

1. Kinderkrankenhaus in Berlin-Weißensee

Am 8. Juli 1911 wurde das Kinderkrankenhaus in Weißensee eröffnet. Rund 100 Betten hatte das Krankenhaus fĂŒr SĂ€uglinge und Kleinkinder bis zu zwei Jahren. Im Jahr 1997 wurde es dann geschlossen. Heute ist das GebĂ€ude direkt an der Hansastraße kaum noch sichtbar. BĂ€ume und BĂŒsche versperren den Blick auf das ehemalige Krankenhaus.

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Das GebĂ€ude wurde sich selbst ĂŒberlassen und verfĂ€llt stetig. Das Betreten ist zwar verboten, doch immer wieder muss die Feuerwehr wegen BrĂ€nden anrĂŒcken und die WĂ€nde sind voller Graffiti.

Das Kinderkrankenhaus in Weißensee: Seit 1997 steht das GebĂ€ude leer und verfĂ€llt nach und nach.
Das Kinderkrankenhaus in Weißensee: Seit 1997 steht das GebĂ€ude leer und verfĂ€llt nach und nach. (Quelle: Thomas Lebie/Archivbild/imago-images-bilder)

2. Ehemaliges Regierungskrankenhaus der DDR

Nicht nur jetzt, wo das Regierungskrankenhaus der DDR in Berlin-Buch zum Lost Place geworden ist, sondern schon zu DDR-Zeiten war das Betreten verboten. Nur die höchste FĂŒhrungsebene wurde dort behandelt. Nach der Wende wurde es zunĂ€chst als Privatkrankenhaus weitergefĂŒhrt, doch 2007 geschlossen.

Das GebĂ€ude ist weitestgehend von Graffiti und Vandalismus verschont geblieben, was dazu fĂŒhrt, dass das schaurige Überbleibsel der DDR auch zum Drehort der Horrorserie "Hausen" wurde.

Ehemaliges Klinikareal in Berlin-Buch: Hier befand sich unter anderem das Regierungskrankenhaus der DDR.
Ehemaliges Klinikareal in Berlin-Buch: Hier befand sich unter anderem das Regierungskrankenhaus der DDR. (Quelle: JĂŒrgen Ritter/Archivbild/imago-images-bilder)

3. Naturpark SĂŒdgelĂ€nde in Schöneberg

Der Naturpark SĂŒdgelĂ€nde befindet sich auf dem ehemaligen Rangierbahnhof Tempelhof. Auf dem alten GelĂ€nde ist heute zum Teil ein Naherholungs- und Naturschutzgebiet entstanden. Bei gutem Wetter ist das Areal also nicht so verlassen wie andere Lost Places.

Trotzdem hat der Naturpark vieles zu bieten. Auf den alten Gleisen wuchern Pflanzen, zwischen den BĂ€umen sprießt ein 50 Meter hoher leerstehender Wasserturm und inmitten der Anlage steht eine ausrangierte Dampflok.

4. Ehemalige Irakische Botschaft

Die Irakische Botschaft der DDR befand sich von 1974 bis 1991 in der Tschaikowskistraße in Niederschönhausen (Pankow). 1980 kam der Verdacht auf, dass die Botschaft als RĂŒckzugsort fĂŒr Terroristen diente. Es soll sich auch ein Sprengstofflager fĂŒr potenzielle AnschlĂ€ge in dem GebĂ€ude befunden haben.

Ab 1991 wurde das GebĂ€ude sich selbst ĂŒberlassen und ist seitdem Ziel von Vandalismus geworden. Akten und Mobiliar wurden geklaut, Graffiti ist ĂŒberall an den WĂ€nden. Eigentlich sollte dort ein Kulturzentrum entstehen, doch die Republik Irak hat ein unbefristetes Nutzungsrecht.

Ehemalige Botschaft des Irak in der Tschaikowskistraße in Pankow: Es bestand der Verdacht, dass die Botschaft ein Herd des Terrors war.
Ehemalige Botschaft des Irak in der Tschaikowskistraße in Pankow: Es bestand der Verdacht, dass die Botschaft ein Herd des Terrors war. (Quelle: JĂŒrgen Ritter/Archivbild/imago-images-bilder)

5. Institut fĂŒr Anatomie der FU in Dahlem

Alte HörsĂ€le, Seziertische und ehemalige KĂŒhlrĂ€ume der Pathologie sorgen im verlassenen Institut fĂŒr Anatomie der Freien UniversitĂ€t fĂŒr echte Horrorfilm-Stimmung. 1929 wurde das GebĂ€ude eröffnet und 1949 das Institut fĂŒr Anatomie dort errichtet. Seit die medizinischen FakultĂ€ten 2003 in Berlin-Mitte zusammengelegt wurden, steht das GebĂ€ude allerdings leer.

Mittlerweile hat der Discounter Aldi das GrundstĂŒck gekauft, um Wohnungen und Studentenappartements zu errichten. Der Abriss beginnt in KĂŒrze.

Ehemaliges Institut fĂŒr Anatomie der Freien UniversitĂ€t: Darin befinden sich alte HörsĂ€le und Seziertische.
Ehemaliges Institut fĂŒr Anatomie der Freien UniversitĂ€t: Darin befinden sich alte HörsĂ€le und Seziertische. (Quelle: Schöning/Archivbild/imago-images-bilder)

6. Futtermittelwerk in RĂŒdersdorf

In RĂŒdersdorf bei Berlin liegt eine große Landschaft aus Ruinen. Das ehemalige Futtermittelwerk der VEB Chemiewerk Coswig. Inmitten liegen zum Teil gesprengte Betonbauten, alte Eisenbahnwaggons wurden mit Graffiti besprĂŒht.

Seit 1900 wurde hier gearbeitet. Weil die Produktion von Futterphosphat so erfolgreich war, wurde das GelĂ€nde in den 1960ern sogar erweitert. Doch nach der Wende war Schluss damit, 1999 wurde das Werk endgĂŒltig geschlossen. Ab und an dient die Riesen-Industrieanlage noch als Drehort des Filmstudios Babelsberg.

Ehemaliges Werk in RĂŒdersdorf: Hier wurden unter anderem Futtermittel hergestellt.
Ehemaliges Werk in RĂŒdersdorf: Hier wurden unter anderem Futtermittel hergestellt. (Quelle: Hohlfeld/Archivbild/imago-images-bilder)

7. Spreepark Berlin

Der bekannteste Lost Place in Berlin ist wohl der Spreepark in PlĂ€nterwald, ein verlassener Freizeitpark aus der DDR. Das große Riesenrad ist schon von Weitem zu erkennen, die Gondeln schaukeln weiterhin im Wind. Inmitten des Parks steht ebenfalls noch der sogenannte Spreeblitz, die Hauptattraktion des Spreeparks. Der Spreeblitz ist eine Achterbahn mit einem besonders hervorstechenden und schaurigen Tunneleingang.

Mittlerweile wird der Spreepark saniert. 2022 soll bereits ein Teil des ehemaligen Freizeitparks wiedereröffnet worden. Bis 2024 sollen dann alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Bootshaus der Wasserbahn im Spreepark Berlin: Der ehemalige Freizeitpark soll wiedereröffnet werden.
Bootshaus der Wasserbahn im Spreepark Berlin: Der ehemalige Freizeitpark soll wiedereröffnet werden. (Quelle: Shotshop/Archivbild/imago-images-bilder)

8. Villa vor Schönholz in Pankow

Zu einem eher unbekannten Lost Place gehört die Villa vor Schönholz. Die GrĂŒnderzeitvilla bekam zu DDR-Zeiten ihren Ruf als Leichenvilla. Als der Todesstreifen ausgeweitet wurde, wurde der angrenzende Friedhof durch die Mauer geteilt. Leichnamen aus bis zu drei Jahre alten GrĂ€bern mussten deshalb exhumiert werden.

Die Gebeine der Toten sollen dann vorĂŒbergehend im Keller der Villa aufbewahrt worden sein – bis Anwohner sich ĂŒber den Gestank beschwerten. Die Leichen verschwanden in einer Nacht- und Nebelaktion, unklar ist jedoch wohin.

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1999 kaufte Sambia das GebÀude und wollte eine Botschaft einrichten. Es wurde umfassend saniert, doch steht bis heute leer.

Botschaftsvilla von Sambia in Berlin-Pankow: Das GebÀude wurde saniert und stand seitdem leer.
Botschaftsvilla von Sambia in Berlin-Pankow: Das GebĂ€ude wurde saniert und stand seitdem leer. (Quelle: JĂŒrgen Ritter/Archivbild/imago-images-bilder)

9. Flugplatz Werneuchen

Wie viele FlughĂ€fen rund um Berlin hat auch der Flugplatz Werneuchen eine besondere Geschichte. Ab 1935 wurde er als Übungsplatz der Luftwaffe genutzt und 1937 von der Wehrmacht offiziell eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte das sowjetische MilitĂ€r den Flugplatz. Dort waren Kampfflugzeuge und Fernbomber stationiert.

Heute ist Werneuchen noch ein Sonderflugplatz. Doch nach illegalen Autorennen auf der Lande- bzw. Startbahn wurde die Piste mit einem Erdwall unterbrochen. Es kam infolgedessen kam es zu einem Unfall, bei dem das Fahrwerk eines Flugzeuges abgerissen ist. Eine Person wurde verletzt.

Auf dem GelÀnde befinden sich noch alte Hangars, ein Hochbunker, ein ehemaliges Casino und weitere GebÀude.

Flugplatz Werneuchen bei Berlin: FrĂŒher nutzte das MilitĂ€r das GelĂ€nde.
Flugplatz Werneuchen bei Berlin: FrĂŒher nutzte das MilitĂ€r das GelĂ€nde. (Quelle: Wikimedia Commons/Stephan117)

10. Lokschuppen Pankow-Heinersdorf

Der ehemalige Rundlokschuppen in Pankow-Heinersdorf ist ein besonders verfallener Lost Place. Der Rundbau wurde 1893 errichtet und fĂŒr 24 Lokomotiven ausgelegt. Mittlerweile ist das alte BacksteingebĂ€ude, das seit 1999 leer steht, einsturzgefĂ€hrdet. Das Kuppeldach ist kaputt und es regnet rein.

Das denkmalgeschĂŒtzte GebĂ€ude sollte eigentlich fĂŒr ein neues Stadtquartier mit Wohnungen und einer Schule weichen, doch das verhinderte ein Gericht und ordnete Sanierungsmaßnahmen an. Doch der Lokschuppen verfĂ€llt nach und nach.

Ehemaliger Lokschuppen am S-Bahnhof Berlin-Pankow: Das denkmalgeschĂŒtzte GebĂ€ude ist mittlerweile einsturzgefĂ€hrdet.
Ehemaliger Lokschuppen am S-Bahnhof Berlin-Pankow: Das denkmalgeschĂŒtzte GebĂ€ude ist mittlerweile einsturzgefĂ€hrdet. (Quelle: JĂŒrgen Ritter/Archivbild/imago-images-bilder)
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