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Zahl der Coronafälle steigt: Verlegung von Patienten geplant

Dresden  

Zahl der Coronafälle steigt: Verlegung von Patienten geplant

24.11.2021, 15:46 Uhr | dpa

Zahl der Coronafälle steigt: Verlegung von Patienten geplant. Intensivstation

Eine Pflegekraft steht auf einer Intensivstation. Foto: Fabian Strauch/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist binnen eines Tages drastisch gestiegen. Laut Gesundheitsministerium wurden 12.431 neue Fälle registriert. Einen fünfstelligen Wert gab es seit Beginn der Pandemie im März 2020 noch nie. Inzwischen sind im Freistaat 10.745 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Erstmals in der vierten Corona-Welle könnten in den kommenden Tagen Intensivpatienten aus Sachsen in andere Bundesländer gebracht werden. Der Freistaat hat die Verlegung von 20 Corona-Intensivpatienten beantragt, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Aktuell werde geklärt, welche Erkrankten in Frage kämen, vorzugsweise aus dem Krankenhaus-Cluster Chemnitz, hieß es. Zuvor hatte Sachsen ebenso wie die Länder Thüringen, Berlin, Brandenburg und Bayern formal das sogenannte Kleeblatt-Verfahren aktiviert.

Wohin die sächsischen Patienten verlegt werden, ist aktuell noch unklar. Man befinde sich bereits im bundesweiten System, da die Situation im Ost-Kleeblatt angespannt sei, teilte das Ministerium mit. Sachsen bildet mit Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Berlin das Kleeblatt Ost. Das Konzept wurde unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 entwickelt. Es soll sicherstellen, dass in einzelnen Bundesländern keine Engpässe bei der intensivmedizinischen Behandlung entstehen.

Derweil steigt in Sachsen die Nachfrage nach Booster-Impfungen sprunghaft an. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat es bislang mehr als 221.000 Impfungen zur Auffrischung gegeben. In Aue (Erzgebirgskreis) wurde ein am Mittwoch eröffnetes kleines Impfzentrum von Bürgern regelrecht überrannt. Schon bald waren keine Impfdosen mehr verfügbar, teilte Stadtsprecherin Jana Hecker mit.

Nach Angaben des Robert Koch-Institutes in Berlin waren in Sachsen mit Stand Mittwoch 60 Prozent der Menschen einmal und 57,8 Prozent doppelt geimpft. Das sind bundesweit die schlechtesten Werte. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte auch am Dienstag nach der Kabinettssitzung auf mehr Tempo beim Impfen gedrängt. Eine weitere Aufstockung der Impfkapazitäten werde geprüft und möglicherweise vom Kabinett in der kommenden Woche beschlossen.

Aufgrund der schlechten Impfquote in Sachsen rechnet Köpping auch im Herbst 2022 mit Einschränkungen. Daher "müssen wir unsere Haltung zur Impfpflicht überdenken", sagte sie der Wochenzeitung "Die Zeit". Dass eine Impfpflicht zu Beginn der Pandemie ausgeschlossen worden sei, halte sie für einen großen Fehler. "Auch ich habe das getan, und ich bedauere das."

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte am Mittwoch erstmals seit Tagen einen gesunkenen Wert für die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen gemeldet. Dennoch blieb der Freistaat bei einer Inzidenz von 935,8 mit großem Abstand der bundesweite Hotspot. Am Dienstag lag die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche noch bei 969,9. Möglicherweise hängt die gesunkene Zahl auch damit zusammen, dass wegen der Meldungsflut gar nicht mehr alle Fälle pünktlich in die Datenbank eingestellt werden können.

Die Stadt Dresden setzte am Mittwoch eine Auflage aus der aktuellen Corona-Notfallverordnung um und verhängte ein Verbot für den Alkoholausschank und -konsum in weiten Teilen der Innenstadt und im Großen Garten für die Zeit zwischen 20 Uhr bis 6 Uhr des nächsten Tages. Es gilt zudem etwa an Haltestellen, vor Bahnhöfen und in Parks im gesamten Stadtgebiet.

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