• Home
  • Regional
  • DĂŒsseldorf
  • Flutkatastrophe: Darum musste die NRW-Umweltministerin zurĂŒcktreten


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextNagelsmann liebt Bild-ReporterinSymbolbild fĂŒr einen TextEnergiekonzern braucht StaatshilfeSymbolbild fĂŒr einen TextAntonia Rados verlĂ€sst RTLSymbolbild fĂŒr einen TextLindner: Keine neuen Entlastungen 2022Symbolbild fĂŒr ein VideoMassenschlĂ€gerei auf KreuzfahrtschiffSymbolbild fĂŒr einen TextBallweg wollte sich absetzen – U-HaftSymbolbild fĂŒr einen TextPhilippinen: Diktatorensohn vereidigtSymbolbild fĂŒr einen Text17-JĂ€hriger vergewaltigt: Foto-FahndungSymbolbild fĂŒr einen TextFamilie hĂ€ngt tagelang an FlughĂ€fen festSymbolbild fĂŒr einen TextPfandregelungen: Das sollten Sie wissenSymbolbild fĂŒr einen TextLĂ€nderchef will zweijĂ€hriges TempolimitSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserFlug-Chaos: Super-Gau kommt erst nochSymbolbild fĂŒr einen TextSchlechtes Hören erhöht das Demenzrisiko

Darum musste NRW-Umweltministerin Heinen-Esser gehen

Von Carlotta Cornelius

07.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Ursula Heinen-Esser (Archivbild): Am Donnerstagnachmittag gab die NRW-Umweltministerin ihren RĂŒcktritt bekannt.
Ursula Heinen-Esser (Archivbild): Am Donnerstagnachmittag gab die NRW-Umweltministerin ihren RĂŒcktritt bekannt. (Quelle: Marius Becker/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Monatelang stand NRW-Umweltministerin Heinen-Esser in der Kritik, weil sie ihren Mallorca-Urlaub nur fĂŒr einen Tag unterbrach, als ihr Bundesland unter Wasser stand. Was am Ende zu ihrem RĂŒcktritt fĂŒhrte – eine Chronologie.

Nach der Flutkatastrophe 2021 beschÀftigt den Untersuchungsausschuss "Flut" im nordrhein-westfÀlischen Landtag nur eine Frage: Wie konnte es dazu kommen? Neben dem damaligen MinisterprÀsidenten Armin Laschet (CDU) stand zuletzt vor allem Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) in der Kritik.

ZunĂ€chst sollen sie und Laschet trotz entsprechender Hinweise des Deutschen Wetterdienstes (DWD) keine ausreichenden Warnungen an die Bevölkerung ausgesprochen haben. Am Ende stolperte die Ministerin jedoch ĂŒber ihr eigenes Verhalten kurz nach der Flut – als sie nach nur einem Tag zurĂŒck nach Mallorca flog. t-online hat den Weg bis hin zu ihrem RĂŒcktritt zusammengefasst.

  • 14./15. Juli 2021: Die Flut wird zur Katastrophe

Nachdem es bereits am 14. Juli zu starken Überschwemmungen aufgrund von Starkregen gekommen ist, aktiviert das NRW-Innenministerium unter der Leitung von Innenminister Herbert Reul (CDU) das Krisenmanagement.

Lokale Behörden werden angewiesen, "ĂŒber die Kommunikationswege des Krisenmanagements erreichbar und handlungsfĂ€hig zu sein." Zu diesem Zeitpunkt gibt es in der Region Trier und im Ahrtal bereits zahlreiche Todesopfer.

Eine Bundesstraße nach der Flut bei Erftstadt (Archivbild): Die AufrĂ€umarbeiten dauern teilweise bis heute an.
Eine Bundesstraße nach der Flut bei Erftstadt (Archivbild): Die AufrĂ€umarbeiten dauern teilweise bis heute an. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)
ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Putin reagiert auf Witze der G7-Chefs ĂŒber nackten Oberkörper
Wladimir Putin beim Reiten in Russland (Archivbild): Das Foto lieferte den Grund fĂŒr witzige Bemerkungen beim G7-Gipfel.


Als in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli die Wassermassen in die Flutgebiete dringen, urlaubt die nordrhein-westfĂ€lische Umweltministerin noch in ihrer Zweitwohnung auf Mallorca. Nach einer kurzen RĂŒckkehr nach Deutschland wird sie erneut nach Mallorca fliegen – was aber erst viel spĂ€ter bekannt wird.

  • 9. August 2021: "Das muss ich Ihnen nachreichen"

Bei einer Sitzung des Umweltausschusses fragt die SPD-Opposition Heinen-Esser, ab wann sie mit MinisterprĂ€sident Laschet ĂŒber das bevorstehende Hochwasser in Verbindung stand. Hintergrund ist die KlĂ€rung der Frage, warum Laschet keinen Krisenstab eingesetzt hatte. Heinen-Esser verspricht, entsprechende Daten nachzuliefern.

  • 21. August 2021: "SĂŒddeutsche Zeitung" berichtet ĂŒber RĂŒckzieher

In einem GesprĂ€ch mit der "SĂŒddeutschen Zeitung" teilt Heinen-Esser mit, nicht mehr rekonstruieren zu können, an welchen Tagen sie mit Armin Laschet telefoniert habe. Ihr fehlten dazu die nötigen Handydaten. FĂŒr das Ausmaß der Flutkatastrophe seien die Telefonate jedoch "nicht von entscheidender Bedeutung" gewesen.

  • 25. Februar 2022: Heinen-Esser sagt vor Untersuchungsausschuss aus

Wegen möglichen Fehlverhaltens mĂŒssen NRW-Umweltministerin Heinen-Esser und NRW-Innenminister Herbert Reul vor dem Untersuchungsausschuss "Flut" als Zeugen aussagen.

Ursula Heinen-Esser und Innenminister Herbert Reul: Auch weitere Kabinettsmitglieder standen in der Kritik.
Ursula Heinen-Esser und Innenminister Herbert Reul: Auch weitere Kabinettsmitglieder standen in der Kritik. (Quelle: Political-Moments/imago-images-bilder)

"NRW war beim Hochwasserschutz schlecht aufgestellt. Das System hat nicht funktioniert", sagt Heinen-Esser. "Mein Fehler war, dass ich auf das bestehende System vertraut habe."

Zugleich verspricht sie, sich bis zum 3. MĂ€rz zu fehlenden Unterlagen aus ihrem Ministerium zu Ă€ußern. Deren seit vier Monaten andauerndes Fehlen wird von der SPD scharf kritisiert: Sie droht damit, Zwangsmaßnahmen zu beantragen. Die Geduld sei "erschöpft", so der SPD-Abgeordnete Ralf JĂ€ger.

  • 27. Februar 2022: SPD fordert Konsequenzen

Nach der Aussage Heinen-Essers vor dem Untersuchungsausschuss fordert SPD-Obmann Stefan KĂ€mmerling "persönliche Konsequenzen" von der Ministerin. Deren Interpretation sei "verantwortungslos und dem SelbstverstĂ€ndnis einer amtierenden Ministerin nicht angemessen", heißt es.

  • 24. MĂ€rz 2022: SPD fordert RĂŒcktritt von Heinen-Esser

Einen Monat nach Heinen-Essers Aussage vor dem Untersuchungsausschuss fordert die oppositionelle SPD den RĂŒcktritt der NRW-Umweltministerin. Thomas Schnelle, Obmann der CDU, bezeichnet dies als "Hexenjagd".

  • 25. MĂ€rz 2022: Untersuchungsausschuss leitet Zwangsmaßnahmen ein

Aufgrund ausbleibender Nachweise fĂŒr Heinen-Essers An- und Abreise aus dem Flutgebiet nach Mallorca, erbittet der Untersuchungsausschuss in geheimer Sitzung die entsprechenden Daten beim Bundeskriminalamt.

  • 30. MĂ€rz 2022: Heinen-Esser frĂŒher abgereist als vermutet

Wie die "WAZ" berichtet, reicht Heinen-Esser die Flugdaten erst nach dem Beweisbeschluss durch den Untersuchungsausschuss ein. Aus diesen geht hervor, dass Heinen-Esser einen Tag frĂŒher als vermutet, nĂ€mlich am 16. statt am 17. Juli, nach Mallorca zurĂŒckkehrte.

Vor dem Untersuchungsausschuss hatte die Ministerin ausgesagt, am 15. Juli 2021 aufgrund der Flutkatastrophe nach NRW zurĂŒckgekehrt zu sein und am 16. Juli an der Krisensitzung des Kabinetts teilgenommen zu haben.

Ihre RĂŒckkehr nach Mallorca hatte Heinen-Esser vor dem Ausschuss damit begrĂŒndet, vor Ort die RĂŒckreise ihrer minderjĂ€hrigen Tochter und deren Freunde organisiert zu haben. Laut den nun offengelegten Reisedaten kehrte sie jedoch erst am ursprĂŒnglich geplanten und im Februar 2021 gebuchten Termin aus ihrem Mallorca-Urlaub zurĂŒck.

TĂ€uschungsvorwĂŒrfe weist Heinen-Esser zurĂŒck: Sie habe zu ihren Reisedaten keine Aussagen vor dem Untersuchungsausschuss getĂ€tigt. Von Mallorca aus habe sie ihre "AmtsgeschĂ€fte vollumfĂ€nglich wahrgenommen", bekundete sie zuvor in einer Sitzung des Untersuchungsausschusses.

  • 2. April 2022: Junge Liberale fordern AufklĂ€rung

Beim Landesparteitag in Duisburg anlĂ€sslich der bevorstehenden NRW-Landtagswahl fordert Alexander Steffen, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen, eine rigorose AufklĂ€rung von Heinen-Essers Mallorca-Reise. Die Ministerin sei aufgrund ihres Verhaltens der Landesregierung "unwĂŒrdig".

  • 4. April: Harte Kritik nach Zwischenbericht

Nach einem Zwischenbericht des Untersuchungsausschusses "Flut" ĂŒbt die Opposition aus SPD und GrĂŒnen scharfe Kritik an der Umweltministerin: So sei fragwĂŒrdig, inwieweit Heinen-Esser ihre AmtsgeschĂ€fte und das Krisenmanagement von Mallorca aus betrieben haben soll.

Heinen-Esser habe den Ausschuss bewusst getÀuscht, die Landesregierung habe die AufklÀrung der Flutkatastrophe verzögert und behindert.

  • 7. April, Vormittag: Geburtstagsfeier auf Mallorca wird publik

Nach einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" soll Heinen-Esser nach ihrer RĂŒckkehr nach Mallorca am 23. Juli 2021 gemeinsam mit ihrer Familie, Freunden der Familie, der Bundestagsabgeordneten Serap GĂŒler (CDU) sowie NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) und Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) den Geburtstag ihres Mannes gefeiert haben.

In der Folge forderten SPD, AfD und GrĂŒne Heinen-Esser zum RĂŒcktritt auf. Heinen-Esser lehnt dies ab und kĂŒndigt an, Beweise vorzulegen, dass sie die Tage nach der Flutkatastrophe vom Home-Office auf Mallorca aus durchgearbeitet habe.

  • 7. April, Nachmittag: Der RĂŒcktritt

Nur wenige Stunden spĂ€ter tritt Heinen-Esser erneut vor die Presse. Sie sagt, sie habe sich die Reaktionen angesehen und festgestellt: Es gebe kein VerstĂ€ndnis fĂŒr ihr Handeln. Mit ihrem RĂŒcktritt wolle sie "Schaden von ihrer Familie und vom Amt" abwenden.

Mitarbeit: Fabian Schmidt

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Armin LaschetCDUDeutschlandErftstadtMallorcaSPDTrierÜberschwemmung

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website