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Hamburg: Nach gescheiterten Verhandlungen drohen weitere Hafenstreiks


"Es wird wieder Streiks geben, wenn nichts kommt"


Aktualisiert am 07.07.2022Lesedauer: 2 Min.
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Hafenarbeiter beim Streik im Hafen sitzen vor einem Plakat der Gewerkschaft Verdi: Insgesamt 1200 Beschäftigte sollen sich am Donnerstag am Warnstreik in Hamburg beteiligt haben.Vergrößern des Bildes
Hafenarbeiter sitzen vor einem Plakat der Gewerkschaft Verdi (Archivbild): Die Beschäftigten haben sich in den vergangenen Wochen an zwei Warnstreiks beteiligt.

Droht jetzt die komplette Blockade? Eine weitere Gesprächsrunde im Tarifkonflikt der Seehäfen ist gescheitert, eine Einigung in weite Ferne gerückt.

Die Tarifverhandlungen für die etwa 12.000 Beschäftigten der deutschen Seehäfen kommen nicht weiter. Obwohl die Arbeitgeber, vertreten durch den Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), am Dienstag ein neues Angebot vorlegten, trennten sich die Tarifparteien ergebnislos. Es war bereits die sechste Verhandlungsrunde. Die Hafenlogistiker trifft der Streik inmitten schwerwiegender Turbulenzen im Schiffsverkehr.

"Wir brauchen einen echten Inflationsausgleich, um die Beschäftigten in allen Betrieben nicht mit den Folgen der galoppierenden Preissteigerung allein zu lassen", begründete Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth das Nein der Verdi-Tarifkommission zum Angebot der Arbeitgeber.

Tarifkonflikt in deutschen Häfen: Es geht um die Laufzeit

Der ZDS hatte ein Angebot mit einer Gültigkeit von 24 Monaten gemacht. Doch genau das missfällt der Gewerkschaft und den Beschäftigten: "Das wäre für uns total unüblich", sagt Christian Baranowski, der Konzernbetriebsratsvorsitzende der HHLA in Hamburg. "Wenn wir so etwas machen, brauchen wir eine Sonderkündigungsklausel nach 12 Monaten, damit wir auf eine veränderte Inflationslage reagieren können", sagt er t-online. "Diese Klausel würde übrigens in beide Richtungen greifen."

Wie es nun weitergeht, ist völlig unklar. "Wiederholt haben wir unsere Angebote verbessert und sind auf die Verdi-Forderungen eingegangen", sagte ZDS Verhandlungsführerin Ulrike Riedel laut einer Pressemitteilung des Verbandes. "Jetzt liegt ein Angebot von bis zu 12,5 % auf dem Tisch. Mehr als das können wir uns nicht leisten, ohne den Fortbestand von Unternehmen zu gefährden." Die Arbeitgeberseite fordert angesichts der festgefahrenen Situation ein Schlichtungsverfahren.

Betriebsrat sieht weitere Warnstreiks kommen

"Das kommt für uns nicht infrage, dann dürften wir nicht mehr streiken", sagt Baranowski. "Es geht um die Laufzeit: Die 24 Monate sind für uns tot. Wir haben viele Vorschläge gemacht, wie damit umzugehen ist. Die Arbeitgeber müssen sich bewegen. Es wird wieder Streiks geben, wenn nichts kommt", kündigt er an. In der nächsten Woche solle beraten werden, ob und wann es zu weiteren Warnstreiks komme.

Von einer Urabstimmung unter den Beschäftigten sei man aber noch weit entfernt, sagt der Betriebsrat. "Wenn es so weit kommen sollte, geht es nicht mehr um Warnstreiks. Dann gehen wir so lange in den Arbeitskampf, bis es eine Einigung gibt." Mit der Möglichkeit nachzuverhandeln wollen sich die Arbeitnehmer sichern, dass es auch im zweiten Tarifjahr zu einer Reallohnsicherung kommt, ungeachtet der Inflation.

Vor knapp zwei Wochen hatten Hafenarbeiter mit Beginn der Frühschicht mit einem 24-stündigen Warnstreik die Abfertigung von Container- und Frachtschiffen in Deutschlands großen Nordseehäfen weitgehend lahmgelegt. Betroffen waren die Häfen Hamburg, Emden, Bremen, Bremerhaven, Brake und Wilhelmshaven. Es war der zweite Warnstreik innerhalb von drei Wochen.

Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Christian Baranowski
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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