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Prozess in Hamburg: Mutter wollte ihre kleine Tochter vergiften

Prozess in Hamburg  

Mutter wollte ihre kleine Tochter vergiften

29.07.2021, 16:37 Uhr | dpa

Prozess in Hamburg: Mutter wollte ihre kleine Tochter vergiften. Das Landgericht in Hamburg (Archivbild): Das Motiv der Mutter ist bisher unklar, heißt es seitens der Ermittler. (Quelle: imago images/agefotostock)

Das Landgericht in Hamburg (Archivbild): Das Motiv der Mutter ist bisher unklar, heißt es seitens der Ermittler. (Quelle: agefotostock/imago images)

Mit einer Kopfverletzung hatte eine Mutter ihre Tochter in ein Hamburger Krankenhaus gebracht. Bei Untersuchungen machten Ärzte eine erschreckende Feststellung – nun sitzt die Mutter auf der Anklagebank.

Wegen versuchten Mordes an ihrer vierjährigen Tochter muss sich eine Mutter von Montag an vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der heute 36 Jahre alten Krankenschwester aus dem Stadtteil Farmsen-Berne vor, ihrer Tochter Ende vergangenen Jahres Schlaf- und Beruhigungsmittel verabreicht zu haben. Diese hätten für das Kind tödlich sein können. Was das Motiv für die Tat der Deutschen sein könnte, ist unklar.

Die Staatsanwaltschaft gehe nach bisherigen Erkenntnissen nicht davon aus, dass die Schuldfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung eingeschränkt gewesen sei, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag.

Rückstände von Schlafmitteln in Urin und Blut

Laut Anklage brachte die dreifache Mutter ihre Tochter am 28. Dezember 2020 mit Verdacht auf Schädelprellung ins Kinderkrankenhaus Wilhelmstift. Sie sei vom Sofa gefallen. Weil der Zustand des Mädchens sich aber verschlechterte, wurde es ans Kinder-UKE überwiesen.

Aufgrund neurologischer Auffälligkeiten, seien dort weitere Untersuchungen erfolgt, berichtete der Sprecher weiter. Diese konnten nicht allein durch die Schädelprellung hervorgerufen worden sein. Urin- und Blutproben hätten dann Rückstände von Schlaf- und Beruhigungsmitteln ergeben. "Es waren sogenannte Benzodiazepine dabei, die nicht für kleine Kinder geeignet sind."

Anklage vermutet Heimtücke

Die Ärzte erstatteten Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft werfe der Mutter vor, ihrem Kind ein mitgebrachtes Mittel im Kinderkrankenhaus Wilhelmstift verabreicht zu haben und zwei weitere Medikamente im Kinder-UKE. Die Anklage geht von Heimtücke aus, weil das Kind seiner Mutter vertraute. Die Anklage wirkt der 36-Jährigen nicht nur versuchten Mord, sondern auch gefährliche Körperverletzung vor.

Die drei Kinder kamen vorübergehend in staatliche Obhut. Die verheiratete Mutter sitzt seit Anfang Februar in Untersuchungshaft. Sie hat bislang keine Angaben bei der Polizei gemacht. In einer Strafanzeige soll sie laut Gericht jedoch den Verdacht geäußert haben, Grund für die Vergiftung seien Verwechslungen von Medikamenten in den Krankenhäusern.

"Das Kind hat von Geburt an gewisse gesundheitliche Einschränkungen", sagte der Gerichtssprecher, ohne Details nennen zu wollen. "Den Vorfall Ende vergangenen Jahres hat das Mädchen glücklicherweise gesundheitlich gut überstanden." Bis zum 6. Dezember sind 22 Verhandlungstage geplant.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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