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Tödliche Messerstecherei in Hannover: Schiedsrichter unter Mordverdacht


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Schiedsrichter unter Mordverdacht in U-Haft

Von t-online, mtt

Aktualisiert am 21.07.2022Lesedauer: 2 Min.
Der Tatort in Oberricklingen: Mehrere Männer waren in den tödlichen Streit involviert.
Der Tatort in Oberricklingen: Mehrere Männer waren in den tödlichen Streit involviert. (Quelle: TNN/dpa)
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Neue Details zur tödlichen Messerstecherei in Hannover: Der mutmaßliche Täter war Schiedsrichter. Die Frage steht im Raum, ob ein Streit um Religion der Auslöser war.

Mitten in der Nacht waren auf der als Problemzone bekannten Dormannstraße in Hannover mehrere Männer miteinander in Streit geraten. Plötzlich wurden Messer gezückt. Ein 21-Jähriger starb wenig später im Krankenhaus.

Das war vor einer Woche. Nun werden immer mehr Details bekannt: Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, war das Opfer Jeside – und der mutmaßliche Täter ein 23-jähriger Syrer, der 2015 als minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen war und seinem Kontrahenten jetzt ein Messer mit 15 Zentimeter langer Klinge in die Lunge gerammt haben soll.

Staatsanwaltschaft Hannover: "Ermitteln in alle Richtungen"

Die Staatsanwaltschaft bestätigte t-online den Glauben des Erstochenen. Damit liegt der Verdacht nahe, dass Religion beim Streit zwischen Opfer und Täter zumindest eine gewisse Rolle gespielt haben könnte. Denn Jesiden, die ursprünglich aus dem Grenzgebiet zwischen Türkei, Irak und Syrien stammen, sind seit langem massiver Verfolgung ausgesetzt.

Knochen in einem Massengrab: Viele dieser Gräber wurden nach der IS-Schreckensherrschaft gefunden.
Knochen in einem Massengrab: Viele dieser Gräber wurden nach der IS-Schreckensherrschaft gefunden. (Quelle: ZUMA Press/imago images)

Hass und Völkermord

2014 erreichten Hass und Gewalt gegen Jesiden einen entsetzlichen Höhepunkt, als die Dschihadisten des selbst ernannten "Islamischen Staats" mehr als 5.000 Angehörige der Religionsgemeinschaft systematisch töteten, Frauen verschleppten, vergewaltigten und versklavten. Der Bundestag hat diese Verbrechen gerade erst offiziell als Völkermord eingestuft. Auch in Deutschland werden Jesiden immer wieder angefeindet.

Im Internet behaupten entsprechend Trauernde, das Opfer sei "wegen seines Glaubens" niedergestochen worden. Die Staatsanwaltschaft kann dies allerdings derzeit nicht bestätigen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte Staatsanwalt Oliver Eisenhauer t-online. "Zum Motiv kann ich derzeit noch keine Aussagen treffen." Laut "Bild" könnte auch ein Streit um Geld maßgeblich gewesen sein.

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Mutmaßlicher Täter pfiff als Schiedsrichter in Jugendligen

Dem Bericht der Zeitung zufolge hatte der mutmaßliche Täter das spätere Opfer in der Nacht zum vergangenen Freitag vor dessen Haustür abgepasst und beschimpft. Es entwickelte sich ein Tumult, bei dem am Ende nicht nur das 21-jährige Opfer lebensgefährlich verletzt am Boden lag, sondern auch dessen Vater und Bruder Verletzungen davontrugen. Auch der mutmaßliche Angreifer selbst wurde durch Messerstiche schwer verletzt.

Weiteres neues Detail: Der 23-Jährige soll begeisterter Fußballfan gewesen sein. Laut "Bild" war der junge Syrer ehrenamtlicher Schiedsrichter und pfiff unter anderem Spiele in Jugendligen. Derzeit sitzt er in Untersuchungshaft.

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Verwendete Quellen
  • bild.de: "Schiri unter Verdacht"
  • Anfrage an die Staatsanwaltschaft
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  • Patrick Schiller ist t-online Regio Redakteur in Hannover.
Von Patrick Schiller
DeutschlandIrakMesserstechereiMordPolizeiReligionSyrienTatortTürkei

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