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Deutsche Bischöfe proben die VerÀnderung

Von dpa
07.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Bischof Georg BĂ€tzing
Georg BĂ€tzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. (Quelle: Nicolas Armer/dpa/dpa-bilder)
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Katholische Bischöfe proben die VerĂ€nderung: Bei der FrĂŒhjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) im Wallfahrtsort Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein steht nach Ansicht des Vorsitzenden Georg BĂ€tzing eins schon fest: "Ich glaube, die Resistenz der Kirche gegenĂŒber VerĂ€nderungen hat nicht mehr lĂ€nger Halt." Die GlĂ€ubigen wenden sich seinen Angaben zufolge "in Scharen" von der Kirche ab.

"Vielleicht will uns der Herr durch die gegenwĂ€rtige tiefe Krise der Kirche dazu bewegen, uns nicht mehr ĂŒber andere zu erheben, sondern umzukehren", sagt er im Eröffnungsgottesdienst. Die Kirche mĂŒsse "wohl noch etliche Barrieren ĂŒberwinden, DurchbrĂŒche wagen und bisher gĂŒltige Denkweisen verĂ€ndern".

Wie zum Beweis verkĂŒndet der Bischof von Limburg am Montag, dass schon in den kommenden Monaten die sogenannte Grundordnung geĂ€ndert werden soll, das Arbeitsrecht der katholischen Kirche, das fĂŒr etwa 750.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gilt.

Das Ziel: Die Diskriminierung homosexueller BeschĂ€ftigter soll beendet werden. Diese laufen nĂ€mlich bislang Gefahr, ihren Job zu verlieren, wenn sie sich zu einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft bekennen. Dagegen hatten im Januar 125 queere BeschĂ€ftigte unter dem Motto #OutInChurch protestiert. Und jetzt, nicht einmal zwei Monate nach dieser Aktion, tut sich etwas. Das ist fĂŒr die katholische Kirche eine wirklich atemberaubende Geschwindigkeit.

"Hier braucht es Bewegung, hier ist Druck entstanden", sagt BĂ€tzing. Im Mai soll seinen Angaben zufolge in einer bischöflichen Gruppe ĂŒber einen neuen Entwurf der Grundordnung beraten werden. Im Juni könne die DBK dann im StĂ€ndigen Rat ĂŒber diesen Entwurf diskutieren.

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Diese neue Geschwindigkeit ist die Reaktion auf eine "eklatante Vertrauens- und GlaubwĂŒrdigkeitskrise", wie BĂ€tzing sagt. Seit der Vorstellung des MĂŒnchner Missbrauchsgutachtens im Januar explodierten vor allem in Bayern die Austrittszahlen. Das Gutachten der Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl war zu dem Ergebnis gekommen, dass FĂ€lle von sexuellem Missbrauch in der Diözese ĂŒber Jahrzehnte nicht angemessen behandelt worden waren.

Die Gutachter gehen von mindestens 497 Opfern und 235 mutmaßlichen TĂ€tern, zugleich aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus - und davon, dass MĂŒnchner Erzbischöfe - darunter auch der spĂ€tere Papst Benedikt XVI. - sich im Umgang damit falsch verhalten hĂ€tten.

Und doch bestimmte noch ein anderes Thema die Tagesordnung der viertĂ€gigen Zusammenkunft: der Krieg in der Ukraine. "Da werden Zivilisten vertrieben, da wird versucht, eine legitime Regierung zu entmachten", sagt BĂ€tzing. Den völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine könne die Welt nicht auf sich beruhen lassen. "Das macht uns Christinnen und Christen hoch besorgt." Die Bischöfe wollten sich informieren ĂŒber die Lage. "Nicht zuletzt aber wollen wir beten."

Beim Thema sexualisierter Gewalt von kirchlichen Mitarbeitern gegen Kinder und Jugendliche betont BĂ€tzing noch einmal die Verantwortung der Kirche - gerade, wenn es keine staatliche Strafverfolgung gegeben hat oder die Taten verjĂ€hrt sind. "Wir können als Kirche nicht Haftstrafen oder Arreste in Gang setzen." Dennoch mĂŒsse man ein Auge darauf haben, dass kein weiterer Missbrauch geschehe. Das sei eine "hoch differenzierte Fragestellung".

Reformbewegungen wie "Wir sind Kirche" hatten im Vorfeld der Versammlung gefordert, die Bischöfe mĂŒssten nun "Farbe bekennen" und Konsequenzen ziehen aus den ersten ReformvorschlĂ€gen, die der sogenannte "Synodale Weg" bislang erarbeitet hat: Unter anderem sollen die GlĂ€ubigen bei Bischofsernennungen mitreden können. Außerdem stehen die bei reformorientierten Katholiken schon lĂ€nger formulierten Forderungen im Raum: Diakonat der Frau, verheiratete Priester, Segnung homosexueller Paare.

Ob dafĂŒr unter den Bischöfen die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht werden kann, wisse er nicht, rĂ€umt BĂ€tzing ein. Schließlich sei jeder Bischof seinem Gewissen verpflichtet. Ein erklĂ€rter Kritiker der Reformen, der umstrittene und erzkonservative Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki kehrte mit seinem ersten großen, öffentlichen Auftritt seit Monaten nach einer Auszeit in den Kreis der deutschen Bischöfe zurĂŒck.

Wie weit der Weg allerdings noch ist - selbst wenn die deutschen Bischöfe sich zu Reformen durchringen könnten - zeigt am Montag der Auftritt des indischen Kardinals und pÀpstlichen Beraters Oswald Gracias.

Der in Deutschland laufende Prozess des Synodalen Weges sei zwar gut, sagt der Erzbischof von Mumbai und Vorsitzender der indischen Bischofskonferenz. Aber vor allem vonseiten afrikanischer Bischöfe gebe es große Bedenken: "Wird das jetzt eine Demokratie? Oder halten wir an der Heiligen Schrift und der Tradition fest?", fragte er.

Gracias gehört dem Beratungsgremium von Papst Franziskus an. "Eine Synode ist keine Demokratie", betont er. Am Ende entscheide der Heilige Geist.

Vor der Wallfahrtsbasilika warten an diesem Montagabend nicht etwa Reformer wie "Wir sind Kirche" oder "Maria 2.0" auf die Bischöfe, sondern Reformgegner der konservativen Bewegung "Maria 1.0". Sie beteten immer wieder das "GegrĂŒĂŸet seist Du, Maria". Auf Plakaten verkĂŒnden sie ihre Dankbarkeit fĂŒr zölibatĂ€r lebende Priester, fordern "Genesis statt Genderideologie" und die "Einheit mit Rom".

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