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Waldbrandgefahr schon frĂŒh: Trockenes GeĂ€st "wie Zunder"

Von dpa
30.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Waldbrand in Sachsen-Anhalt
Es brennt in einem Wald im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt. (Quelle: Jan Woitas/zb/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Das trockene Wetter hat in Teilen Deutschlands dieses Jahr schon frĂŒh zu zahlreichen WaldbrĂ€nden gefĂŒhrt. Im gesamten Bundesgebiet stiegen die Waldbrandstufen im MĂ€rz zeitweise an. "Was mich beunruhigt ist die Zahl der WaldbrĂ€nde in diesem Jahr", sagte der Waldschutzbeauftragte Brandenburgs, Reimund Engel. Von Jahresbeginn bis zum 25. MĂ€rz seien bereits 23 WaldbrĂ€nde im Bundesland gemeldet worden. Zum Vergleich: 2021 waren es bis Ende MĂ€rz vier WaldbrĂ€nde.

Insbesondere Brandenburg mit seinem sandigen Boden und kienigen KiefernwĂ€lder war in den vergangenen Jahren stark von WaldbrĂ€nden betroffen. Im DĂŒrresommer 2018 verbrannten bei 512 BrĂ€nden etwa 1680 Hektar Wald, sagte Engel. Das entspricht einer FlĂ€che von mehr als 2350 Fußballfeldern.

Der Anstieg der Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Bundesgebietes zu Jahresbeginn war jedoch nach Ansicht der Experten nichts Ungewöhnliches. Das sei durchaus normal, wenn die grĂŒne Vegetation noch nicht durchgetrieben ist, sagte der Vorsitzende des Waldbesitzerverbands Sachsen-Anhalt, Franz Prinz zu Salm-Salm. Wenn es nicht regnet, sei das trockene GeĂ€st und die abgestorbenen Pflanzen "wie Zunder". Die grĂŒne Vegetation wirke beruhigend auf die teils angespannte Waldbrandgefahr.

Entsprechend der großen Waldbrandsorgen im Osten wurde in den vergangenen Jahren ein Netzwerk zur automatisierten FrĂŒherkennung in mehreren BundeslĂ€ndern errichtet. "Wir sind sensibler geworden", sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Landesfeuerwehrverbandes in Sachsen-Anhalt ĂŒber den flĂ€chendeckenden Ausbau mit dem automatisierten WaldbrandĂŒberwachungssystem "Fire Watch". Allein Brandenburg hat nun 105 optische Sensoren, die BrĂ€nde frĂŒh erkennen sollen. Mecklenburg-Vorpommern hat 22 solcher Kameras und eine Waldbrandzentrale in Mirow.

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Auch Sachsen, Berlin und Sachsen-Anhalt ĂŒberwachten mit neuer Technik das Waldbrandgeschehen. Niedersachsen ist ebenso Teil des Verbundsystem "Fire Watch" mit einer Zentrale in LĂŒneburg und 17 Sensoren. Diese neue Technik sei ein deutlicher Fortschritt, sagte Lohse. Laut Waldschutzbeauftragtem Engel sieht man bereits die Vorteile des Systems, die Feuerwehren könnten deutlich schneller reagieren und die BrĂ€nde vernichteten weniger große FlĂ€chen.

Das Problem Waldbrand ist komplex. Klar ist, dass die meisten BrĂ€nde durch Menschen verursacht werden. Meist sei es fahrlĂ€ssiges Verhalten, das WaldbrĂ€nde verursache, sagte ein Sprecher des Staatsbetriebs Sachsenforst. Elementare Verhaltensregeln wĂŒrden nicht beachtet: Dazu zĂ€hle der Umgang mit offenem Feuer, das Rauchen im Wald oder abgestellte Autos mit aufgeheizten Katalysatoren.

Der Chef der Waldbesitzer in Sachsen-Anhalt, Franz Prinz zu Salm-Salm, rechnet einen Großteil der BrĂ€nde mutwilligen Brandstiftern zu. Hier mĂŒsse der Staat handeln. "Wir mĂŒssen RĂŒcksicht nehmen auf die Natur und wir mĂŒssen diese RĂŒcksicht auch durchsetzen", sagte er. Bei der höchsten Waldbrandstufe 5 mĂŒssten die WĂ€lder dicht gemacht werden und die Polizei sollte die Einhaltung stichprobenartig kontrollieren. Das passiere aber auch aufgrund fehlender KapazitĂ€ten nicht.

Außerdem mĂŒsse in allen BundeslĂ€ndern weiter an der Löschinfrastruktur gearbeitet werden, sagen Experten. Dazu zĂ€hlten ausgebaute Forstwege, auf denen die Löschfahrzeuge fahren könnten. Dazu zĂ€hlten auch Löschwasserstellen. Diese seien entweder nicht im ausreichenden Maß vorhanden oder seien zum Teil nicht systematisch aufgenommen worden. Hier gelte es weiterhin den Druck hochzuhalten. "Im Zuge des Klimawandels wird die Gefahr von WaldbrĂ€nden zunehmen", schrieb ein Sprecher des Forstministeriums in Sachsen-Anhalt. Ob ein Waldbrandsommer wie 2018 bevorstehe, könne man noch nicht sagen, so der Sprecher. Die Witterung spiele dabei die entscheidende Rolle.

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