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Rekordsommer stimmt Allianz zuversichtlich

Von dpa
10.11.2021Lesedauer: 2 Min.
Allianz
Das Logo und der Schriftzug der "Allianz" ist im Gewerbegebiet "Unterföhring Park" zu sehen. (Quelle: Matthias Balk/dpa/Bildarchiv/dpa-bilder)
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Die Allianz hat die verheerende Flutkatastrophe im Sommer gut weggesteckt. Weil zudem das GeschĂ€ft mit Lebensversicherungen und Fonds Rekordergebnisse erzielte, verdiente der Dax-Konzern im dritten Quartal mehr als im pandemiegeprĂ€gten Sommer 2020. Vorstandschef Oliver BĂ€te wird daher optimistischer fĂŒr die Gewinnentwicklung im laufenden Jahr und erwartet jetzt ein operatives Ergebnis von etwa 13 Milliarden Euro, wie der Versicherer am Mittwoch in MĂŒnchen mitteilte. Doch ein Rechtsstreit in den USA schwebt weiter als Damoklesschwert ĂŒber der Allianz: Großanleger fordern von dem Konzern Milliarden.

Konzernchef BĂ€te sprach vom stĂ€rksten dritten Quartal ĂŒberhaupt fĂŒr die Allianz. Zwar musste der Versicherer nach der Hochwasserkatastrophe im Juli in Deutschland und mehreren NachbarlĂ€ndern SchĂ€den bei seinen Kunden von mehr als einer Milliarde Euro begleichen, wie Finanzchef Giulio Terzariol in einer Telefonkonferenz sagte. Allerdings hatte die Allianz die Risiken zum grĂ¶ĂŸten Teil an RĂŒckversicherer weitergereicht.

Unterm Strich schlug die Katastrophe bei dem MĂŒnchner Konzern mit rund 400 Millionen Euro zu Buche. Enthalten seien Nachzahlungen zur Wiederaufstockung des RĂŒckversicherungsschutzes, sagte Terzariol. Dabei geht es der Allianz mit den RĂŒckversicherern Ă€hnlich wie Versicherungsnehmern mit ihren Versicherern: Der Konzern habe viele Jahre lang Risiken und BeitrĂ€ge an RĂŒckversicherer weitergereicht, ohne Schadenzahlungen in Anspruch zu nehmen, sagte Terzariol. In diesem Sommer kamen die VertrĂ€ge der Allianz um so mehr zugute.

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Im dritten Quartal steigerte der Dax-Konzern seinen operativen Gewinn zum pandemiegeprÀgten Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf gut 3,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente der Versicherer 2,1 Milliarden Euro und damit zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Im Schaden- und UnfallgeschĂ€ft ging der operative Gewinn auch wegen der hohen KatastrophenschĂ€den um zwei Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro zurĂŒck. In der Lebens- und Krankenversicherung legte er dafĂŒr umso stĂ€rker zu mit fast zwölf Prozent Plus auf 1,25 Milliarden Euro. Zudem baute die Sparte ihr NeugeschĂ€ft krĂ€ftig aus.

Auch der Allianz-Fondssparte gelang ein Rekordquartal. Der operative Gewinn sprang um 30 Prozent auf 882 Millionen Euro nach oben. So sammelten die Konzerngesellschaften Pimco und Allianz Global Investors bei Anlegern netto 25,7 Milliarden Euro frisches Geld ein. Das fĂŒr Dritte verwaltete Vermögen wuchs um 51 Milliarden und erreichte mit fast 1,9 Billionen Euro einen historischen Höchststand.

Allerdings sieht sich der Konzern wegen des FondsgeschĂ€fts Schadenersatzforderungen und möglichen Milliarden-Strafen gegenĂŒber. Denn mehrere Investoren haben die Allianz in den USA wegen Verlusten verklagt, fĂŒr die sie die Konzerntochter AGI verantwortlich machen. FĂŒr die Allianz habe es eine hohe PrioritĂ€t, eine Lösung in dieser Sache zu erreichen, sagte Finanzvorstand Terzariol.

Wie teuer die Angelegenheit den Konzern am Ende zu stehen kommt, wagte der Manager aber weiter nicht einzuschĂ€tzen. Laut Terzariol wird die Allianz möglicherweise zum Jahresende eine entsprechende RĂŒckstellung bilden. Die VorwĂŒrfe der Investoren laufen darauf hinaus, dass Fondsmanager die eigenen Richtlinien nicht eingehalten und nicht angemessen auf die Marktentwicklung in der frĂŒhen Phase der Corona-Pandemie reagiert hĂ€tten. Dadurch hĂ€tten die Anleger hohe Verluste erlitten. Zu den KlĂ€gern gehören nach US-Medienberichten unter anderem die New Yorker Metro, der Lehrer-Pensionsfonds im Bundesstaat Arkansas und die Gewerkschaft Teamsters.

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