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Nürnberg: Antisemitische Plakate bei Corona-Demo – zahlreiche Gegenproteste


Zahlreiche Gegenproteste
Antisemitische Plakate bei Corona-Demo in Nürnberg

Von dpa, mam

Aktualisiert am 20.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Demonstranten ziehen mit Bannern wie "Wo ist deine rote Linie?" durch die Nürnberger Südstadt: Rund 12.000 Menschen hatten hier gegen die Corona-Politik demonstriert.Vergrößern des BildesDemonstranten ziehen mit Bannern wie "Wo ist deine rote Linie?" durch die Nürnberger Südstadt: Rund 12.000 Menschen hatten hier gegen die Corona-Politik demonstriert. (Quelle: dpa)
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In Nürnberg haben rund 12.000 Menschen weitestgehend friedlich gegen die Corona-Politik demonstriert. Auch in anderen bayrischen Kommunen gingen am Wochenende Tausende auf die Straßen.

Der Unmut über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat am Wochenende rund 28.000 Menschen im Freistaat auf die Straßen getrieben. Den größten Andrang gab es am Sonntag in Nürnberg und in Schweinfurt.

Aber auch andernorts war einiges los. Zudem gab es in vielen Kommunen auch Gegendemonstrationen, auf denen Bürgerinnen und Bürger für ein solidarisches Miteinander warben.

So kamen in Nürnberg nach Angaben der Polizei mehr als 2.000 Menschen zu Gegenprotesten zusammen. Denn auf dem Volksfestplatz hatte das Bündnis "Schüler stehen auf" zu einer Demonstration aufgerufen. Die Polizei ordnet dieses Bündnis der "Querdenker"-Szene zu. Diese Szene sei sehr heterogen und umfasse alle politischen Strömungen, sagte Polizeisprecher Michael Konrad. Es seien sicherlich auch Menschen aus dem rechtsextremen Spektrum dabei gewesen.

Nürnberg: Auftritt von Weidel und Chrupalla

Demonstrantinnen und Demonstranten zogen mit Plakaten und Transparenten durch die Südstadt, auf denen "Denkpflicht statt Impflicht" oder "Wir halten Stand" geschrieben war. Auch Schriftzüge wie "Impfen macht frei" – die von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) in Bayern als antisemitisch bewertet werden – seien zu sehen gewesen. Unter den Demonstranten waren Menschen aller Altersgruppen, auch Familien mit Kindern. "Die "Querdenker" haben zwischen 10.000 und 12.000 Teilnehmer mobilisieren können", sagte Konrad.

Rund 2.500 Menschen zählte die Polizei zudem bei einer AFD-Kundgebung in der Nürnberger Innenstadt, bei der auch die beiden Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Alice Weidel und Tino Chrupalla, auftraten. Beide sprachen sich gegen eine Impfpflicht aus. "Niemand darf gegen seinen Willen zu einer medizinischen Behandlung gezwungen werden", betonte Weidel.

Demonstrationen trafen aufeinander

Im Rahmen der Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz sei es, wie die Polizei berichtet, wiederholt zum Aufeinandertreffen von Personen aus den unterschiedlichen politischen Lagern gekommen. Mehrfach mussten Einsatzkräfte der Polizei einschreiten, um Auseinandersetzungen zu unterbinden.

Nicht einmal einen Kilometer entfernt erinnerte zeitgleich eine "Menschenkette für Menschenrechte" an die Corona-Toten. "Wir stehen gemeinsam auf gegen Hetze, Desinformation und Verschwörungstheorien", schrieb Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) dazu auf Twitter.

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Die Polizei leitete im Rahmen der Demonstrationen dutzende Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Überwiegend handele es sich dabei um Verstöße gegen versammlungsrechtliche Vorgaben sowie Beleidigungen gegen Einsatzkräfte.

Unangemeldete Demonstration in Schweinfurt

Auch im unterfränkischen Schweinfurt haben bei einer nicht angemeldeten Veranstaltung bis zu 3.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert, wie die Polizei mitteilte. Es seien keine Straftaten angezeigt worden, jedoch wurden mehrere Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Zeitweise waren Sicherheitsabstände nicht eingehalten worden. Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten immer wieder versucht, sich in Kleingruppen abzusondern. Einen "unkoordinierten Versammlungsverlauf" verhinderte die Polizei jedoch nach eigenen Angaben.

Bereits am Samstag hatten laut Polizei mehr als 15.000 Menschen – allerdings in verschiedenen Orten im Freistaat – gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Im Großen und Ganzen blieb es dabei friedlich, doch in Traunstein wurde nach Angaben der Polizei ein Beamter leicht verletzt, nachdem ein Teilnehmer einen Platzverweis erhalten hatte. Auch in anderen Kommunen gab es Platzverweise sowie Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht oder wegen Beleidigung.

Proteste in zahlreichen Städten

Die größte Demo am Samstag war in Ansbach, gut 40 Kilometer westlich von Nürnberg. Da die meisten der – von der Polizei geschätzten – 4.200 Teilnehmer die Anordnung, mindestens medizinische Masken zu tragen, am Anfang nicht einhielten, stoppten die Beamten den Zug vorübergehend.

In Augsburg versammelten sich laut Polizei rund 2.300 Maßnahmenkritiker. In Regensburg waren es demnach in der Spitze rund 2.400 Menschen. 2.300 Kritiker protestierten nach Polizeiangaben in Neumarkt in der Oberpfalz. In Bamberg versammelten sich zwischen 1.800 und 2.000 Maßnahmengegner, wie ein Polizeisprecher sagte. Auch in anderen Städten und Gemeinden im Freistaat gab es Versammlungen mit bis zu einigen hundert Teilnehmern. An vielen Orten formierten sich auch Gegendemonstrationen, die unter anderem ihre Solidarität mit dem Pflegepersonal ausdrückten.

Verwendete Quellen
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