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Dieser "Heiligenschein" rettete Grosjean das Leben

  • David Digili
Von David Digili

Aktualisiert am 30.11.2020Lesedauer: 2 Min.
Helfer aus Titan: Das Halo-System (M., links vom blauen Helm) am zerstörten Haas-Boliden von Romain Grosjean.
Helfer aus Titan: Das Halo-System (M., links vom blauen Helm) am zerstörten Haas-Boliden von Romain Grosjean. (Quelle: /imago-images-bilder)
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Wie durch ein Wunder kam Grosjean nahezu unbeschadet aus seinem brennenden Autowrack. Mit dafür verantwortlich: das Halo-System am Boliden. t-online erklärt den Lebensretter.

Eine emotionale Nachricht beschreibt am besten, was für eine Katastrophe beim Crash von Romain Grosjean während des Großen Preis von Bahrain am Sonntag um Haaresbreite verhindert wurde. Der französische Motorsport-Journalist Julien Fébreau – ein enger Freund von Grosjean – konnte im Live-TV im französischen Fernsehen seine Tränen kaum unterdrücken, als er die Mitteilung von Christine Bianchi, der Mutter von Jules Bianchi, vorlas: "Sie haben das Halo nach dem Unfall meines Sohnes eingeführt, und das Halo hat heute Romains Leben gerettet. Ich bin froh, dass er wohlauf ist."


Formel 1: Der Horror-Crash von Grosjean in der Fotoshow

Die Formel 1 steht unter Schock: Kurz nach dem Start kam es zu einem Horror-Crash, den Haas-Fahrer Romain Grosjean nur durch ein Wunder überlebte. Der Überblick in Bildern.
Hier schien noch alles in Ordnung: Das Fahrerfeld beim Start in Bahrain.
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Bianchi war 2014 auf nasser Strecke beim Großen Preis von Japan in Suzuka unterwegs, krachte dabei mit seinem Marussia-Wagen in ein Bergungsfahrzeug, das am Streckenrand stand. Neun Monate später erlag der Franzose mit nur 25 Jahren seinen schweren Verletzungen. Bis heute der letzte Todesfall in der Königsklasse.

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Es ist tatsächlich dem Halo-System zu verdanken, dass es auch in Bahrain dabei blieb. "Vor 15, 20 Jahren wäre so ein Unfall noch anders ausgegangen", erklärte "Sky"-Experte Ralf Schumacher, der frühere Rennfahrer und heutige TV-Moderator Karun Chandhok untermauerte beim Pay-TV-Sender: "Das Halo hat Romain gerettet, ohne wäre er wohl nicht mehr hier."

Was ist das Halo-System?

Das "Halo" ist der Bügel, der um den Kopf des Fahrers verläuft und an drei Punkten mit dem Chassis verbunden ist – daher auch die Übersetzung "Heiligenschein". Offizielle Bezeichnung: "Secondary Roll Structure", also "Sekundäre Überrollstruktur." Der Bügel besteht aus Titan, wiegt neun Kilogramm und muss laut Standard 8869-2018 des Internationalen Automobilverbands (Fia) Belastungen von bis zu 12,5 Tonnen aushalten.

Grosjean im Hass vor dem Grand Prix in der Türkei vor zwei Wochen. Das Halo (schwarz) rettete ihm nun das Leben.
Grosjean im Hass vor dem Grand Prix in der Türkei vor zwei Wochen. Das Halo (schwarz) rettete ihm nun das Leben. (Quelle: Motorsport Images/imago-images-bilder)

Das Formel 1-Regelwerk gibt die exakten Punkte vor, wie das Halo am Fahrzeug angebracht werden muss: "Die Sekundäre Überrollstruktur muss symmetrisch auf der Mittelebene des Autos positioniert werden, 975 Millimeter vor dem hintersten Punkt der Cockpitöffnung und 640 Millimeter über dem Fahrzeugunterboden. Die zwei hinteren Befestigungspunkte müssen auf einer Ebene parallel zu und 675 Millimeter über dem Fahrzeugunterboden liegen." Helm des Fahrers und das Lenkrad müssen dazu auf einer imaginären Linie darunter liegen.

Wer baut das Halo-System?

Es ist offiziell vorgeschrieben, dass die Rennställe die Titanbügel nicht selbst herstellen, sondern drei externe Hersteller, die Maße sind stets exakt dieselben.

Seit wann gibt es das Halo in der Formel 1?

Im Oktober 2015 wurde das System vorgestellt und nach langen Tests dann zur Saison 2018 in der Königsklasse eingeführt. Kurios: Die Fahrer sollen sich ursprünglich mehrheitlich dagegen ausgesprochen haben – aus optischen Gründen, aber auch wegen Bedenken, es könnte bei Überschlägen oder Bränden Schwierigkeiten geben, sich aus dem Auto zu befreien.

Kritische Szene in Belgien 2018: Alonso fliegt auf den Alfa Romeo von Charles Leclerc.
Kritische Szene in Belgien 2018: Alonso fliegt auf den Alfa Romeo von Charles Leclerc. (Quelle: /imago-images-bilder)

Und: Direkt 2018 konnte sich das System bereits auszeichnen, als es den damaligen Alfa-Romeo-Fahrer Charles Leclerc davor schützte, dass der nach einer Kollision abgehobene Fernando Alonso mit seinem Williams direkt auf dessen Kopf landete.

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  • Melanie Muschong
Von Melanie Muschong
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