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Timo Werners Rückkehr zu RB Leipzig: Der Paradoxe


Der Paradoxe

Von Constantin Eckner

Aktualisiert am 09.08.2022Lesedauer: 4 Min.
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LONDON, ENGLAND - OCTOBER 02: Timo Werner of Chelsea reacts during the Premier League match between Chelsea and Southampton at Stamford Bridge on October 02, 2021 in London, England.
Timo Werner im Chelsea-Trikot: In London konnte der Nationalstürmer nie richtig Fuß fassen. (Quelle: Clive Rose/Getty Images)
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Timo Werners Leidenszeit bei Chelsea ist vorbei. Der Stürmer kehrt zu RB Leipzig zurück. Was braucht es, damit er endlich wieder regelmäßig trifft?

Klammern wir einmal das Ergebnis auf der Anzeigetafel aus, Zahlen sind nicht alles im Fußball. Trotzdem können sie Eindrücke untermauern. Ganze zehn Ligatore erzielte Timo Werner in 56 Einsätzen für Chelsea, davon 44 in der Startelf. Der Nationalspieler, der 2020 für 53 Millionen Euro zum ambitionierten Londoner Klub gewechselt war, hatte in England schnell seinen Ruf weg. Der Deutsche würde kein leeres Scheunentor treffen, lautete sinngemäß das Urteil von Fans und Journalisten auf der Insel.

Werner wurde von seinen Trainern Frank Lampard und später Thomas Tuchel immer häufiger auf der Außenbahn eingesetzt, weil er im Sturmzentrum schlicht nicht effektiv genug agierte. Der Schwabe selbst wirkte zusehends unzufrieden mit seiner Situation, von Selbstbewusstsein keine Spur. Im Ballbesitz-lastigen Spiel von Chelsea, das es vor allem seit der Amtsübernahme Tuchels im Januar 2021 zu sehen gab, wirkte Werner eigentlich nur wie ein Fremdkörper. Sein Tempo kommt in Freiräumen zum Tragen, nicht bei engmaschigen Passstafetten.

Als hängende Spitze nützlich

So ist sein Abgang aus London wohl nur folgerichtig. Auch eine Rückkehr nach Leipzig scheint aus mehrerlei Hinsicht sinnvoll: Werner kann sich in alter Umgebung neues Selbstvertrauen holen. Darüber hinaus passt er gut ins spielerische Konzept von RB-Trainer Domenico Tedesco, dessen taktische Ansätze zuweilen an Ralph Hasenhüttl erinnern. Hasenhüttl war von 2016 bis 2018 Trainer in Leipzig. Unter seiner Ägide erlebte Werner einst seinen großen Durchbruch. Tedesco bevorzugt einen geradlinigen Angriffsfußball mit Pässen in die Spitze. Zuletzt war Christopher Nkunku der wichtige Zielspieler für vertikale Anspiele.

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Werner könnte eine ähnliche Rolle übernehmen. Allerdings ist der 26-Jährige vor allem dann stark, wenn er den Ball in den Lauf gespielt bekommt. Nkunku kann sich auch als Dribbler durch enge Räume bewegen und folglich den Ball ebenso mit dem Rücken zum Tor annehmen. Normalerweise sollte Werner in Tedescos 3-4-2-1-System nicht als zentrale Spitze, sondern als Halbspieler dahinter aufgeboten werden. Wahrscheinlich müsste Nkunku von links nach rechts wechseln, weil die linke die Schokoladenseite Werners ist.

Dies ist eine denkbare Grundformation der Leipziger mit Werner und Nkunku auf den Halbpositionen hinter Mittelstürmer André Silva.
Dies ist eine denkbare Grundformation der Leipziger mit Werner und Nkunku auf den Halbpositionen hinter Mittelstürmer André Silva.

Auf der linken Seite würde Werner zudem Unterstützung von Neuzugang David Raum erhalten. Diese Paarung könnte es ebenso in der Nationalmannschaft geben. Ohnehin ist Werners Rückkehr nach Leipzig auch davon getrieben, dass er sich im DFB-Trikot behaupten und bei der WM in Katar eine wichtige Rolle spielen möchte. Obwohl Bundestrainer Hansi Flick ein Unterstützer Werners ist, stellt er diesem angesichts der starken Konkurrenz in der Offensive keinen Blankoscheck aus. Flick wird genau darauf schauen, wie sich Werner im RB-Trikot präsentiert und ob er mit seinem angestammten linken Flügelläufer Raum harmoniert.

Schusseffizienz fiel in London in den Keller

Das Paradoxe am Spielertyp Werner ist, dass er eigentlich nicht spielstark genug ist, um als moderner Flügelstürmer auf Topniveau durchzugehen. Fürs Sturmzentrum fehlt ihm aber die klassische Durchschlagskraft. Trainer müssen insofern, wenn sie Werner auf die linke Seite stellen, bewusst auf etwas Spielwitz und Dribbelstärke verzichten – in der Hoffnung, dass Werner diesen Kompromiss mit Toren belohnt. Im Trikot von Chelsea gelang das nicht.

BUDAPEST, HUNGARY - JUNE 11: Timo Werner of Germany controls the ball during the UEFA Nations League League A Group 3 match between Hungary and Germany at Puskas Arena on June 11, 2022 in Budapest, Hungary.
Timo Werner im DFB-Trikot: Die WM in Winter ist das Ziel des Leipzig-Rückkehrers. (Quelle: Alex Grimm/Getty Images)

Die statistischen Werte zeigen, wie Werners Treffgenauigkeit in London steil bergab ging. Interessant ist dabei ein Blick auf die "Expected Goals" (xG), deren Wert anhand der Qualität von Torchancen bemessen wird. Der durchschnittliche xG-Wert pro Schuss von Werner blieb in den vergangenen fünf Jahren konstant. Werner begann in England nicht plötzlich damit, aus aussichtsloser Situation aufs Tor zu schießen. Trotzdem fiel das Verhältnis von Schüssen pro Tor ins Bodenlose. Brauchte er in Leipzig zwischen 4,7 und 7,1 Schüsse für einen Treffer, waren es in London 11,3 bis 13,3.

Sicherlich spielte der Faktor "Schussglück" eine Rolle, wie sich anhand der xG-Werte ablesen lässt. Liegt der xG-Wert oberhalb der real erzielten Tore, so performte der Schütze unter Normalniveau. Auf Werner traf das in seinen zwei Chelsea-Jahren jeweils zu. In der ersten Saison erreichte er einen Wert von 11,9, netzte allerdings nur 6-mal. Die Ursachen für die Diskrepanz sind schwer auszuloten, aber eines lässt sich feststellen: Der 26-Jährige muss wieder mehr Schüsse versuchen. In seinem letzten Jahr in Leipzig waren das pro 90 Minuten 3,8 – in der darauffolgenden Saison bei Chelsea nur noch 2,8.

Werners statistische Werte der vergangenen fünf Jahre.
Werners statistische Werte der vergangenen fünf Jahre. (Quelle: FBref.com)

Das hat natürlich etwas mit taktischen Vorgaben, aber oftmals in erster Linie mit Selbstvertrauen und dem Vertrauen des Trainers zu tun. Werner sprach zuletzt häufig über liegengelassene Torchancen – die Problematik nimmt ihn sehr wohl mental mit. Er muss wissen, dass ein paar vergebene Schüsse nicht sofort seine Position untergraben. Schafft es Leipzig, ihn taktisch vernünftig einzubinden und ihn dadurch in gute Schusspositionen zu bringen, ist das die halbe Miete. Die andere Hälfte der Miete wird bezahlt, indem Werner in einem ihm vertrauten Umfeld Zuspruch erhält und psychisch aufgebaut wird. Dann kann sich die Rückkehr sowohl für den Bundesliga-Klub als auch die Nationalmannschaft auszahlen.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
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