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Vogts fordert: "Wir brauchen wieder einen Sonderlehrgang"


MEINUNGVogts zur Trainerdiskussion  

"Wir brauchen wieder einen Sonderlehrgang"

12.12.2017, 06:52 Uhr | Berti Vogts, t-online.de

Vogts fordert: "Wir brauchen wieder einen Sonderlehrgang". Der Sonderlehrgang für verdiente Spieler 2000 mit Joachim Löw, Jürgen Klinsmann und Matthias Sammer. (Quelle: imago)

Der Sonderlehrgang für verdiente Spieler 2000 mit Joachim Löw, Jürgen Klinsmann und Matthias Sammer. (Quelle: imago)

Der spektakuläre Trainerwechsel beim BVB und die Trainerdiskussion nach den Äußerungen von Scholl – Berti Vogts hat zu beiden Themen eine klare Meinung.

Die Kolumne von Berti Vogts bei t-online.de

Ich bin mir nach wie vor noch nicht sicher, ob die Entlassung von Peter Bosz bei Borussia Dortmund wirklich richtig war. Aber wenn man diese Entscheidung schon mal getroffen hat, ist es natürlich komplett richtig, sich für Peter Stöger als Nachfolger zu entscheiden. Ich habe auch überlegt: Wer steht denn eigentlich zur Verfügung? Wenn in der Situation Jemand mit der Qualität von Peter Stöger auf dem Markt ist, dann muss man ihn ansprechen und fragen, ob er schon bereit ist, einen neuen Klub zu übernehmen.

Stöger wird den BVB in die Champions League führen

Natürlich gilt für Peter Stöger das Gleiche wie für Peter Bosz: Er muss schauen, welche Verstärkungen er braucht. Das hängt sicherlich von seiner geplanten Spielweise ab. Ich bleibe aber dabei: Den ein oder anderen Abwehrspieler müssen sie sowieso austauschen, gerade in der Innenverteidigung.

Ich bin davon überzeugt, dass Peter Stöger den BVB dann noch in die Champions League führen wird. Die Spieler werden ihn sofort akzeptieren. Er ist ein hoch intelligenter Fußballtrainer, der einer Mannschaft auch nach zwei Trainingseinheiten schon eine Handschrift mitgeben kann.

Berti Vogts ist sich sicher, dass Peter Stöger den BVB noch in die Champions League führt. (Quelle: t-online.de/Getty Images)Berti Vogts ist sich sicher, dass Peter Stöger den BVB noch in die Champions League führt. (Quelle: Getty Images/t-online.de)

Die drei Punkte in Köln sind erklärbar

Da ist es auch kein Problem, dass er nur drei Punkte mit Köln geholt hat. Dafür gibt es Erklärungen, die mit ihm wenig zu tun haben. Die Qualität der Spieler zusammen mit der hohen Zahl an Verletzten haben zu der katastrophalen Bilanz geführt.

Ob Stöger nur eine Übergangslösung ist und Nagelsmann nach der Saison der neue Dortmund-Trainer wird, ist Spekulation. Er hat noch einen Vertrag bis 2021 – ich weiß nicht, ob man so etwas schon niederschreiben muss. Jetzt zumindest ist Stöger sowieso die beste Lösung. Auch besser als einer der jungen Trainer, die jetzt zu früh auf den Markt geschmissen werden.

Uns fehlen Rehhagel, Weisweiler & Co.

Das Trainerthema begleitet uns schon länger. Nun hat Mehmet Scholl gerade wieder die jungen Trainer und auch die Ausbildung beim DFB kritisiert.

Ich habe dazu eine klare Meinung: Im deutschen Fußball gibt es tatsächlich ein Ausbildungsproblem bei den Trainern. Wir haben nicht mehr die Qualitäten eines Otto Rehhagel, eines Hennes Weisweiler, Udo Lattek oder Ernst Happel, um nur ein paar zu nennen.

Europa-Auftritte eine Schande für den deutschen Fußball

Ich bin froh, dass zumindest Jupp Heynckes zurückgekehrt ist. Der tut dem deutschen Fußball unheimlich gut. Das beweist doch die Tabellensituation – plötzlich sind sie mit acht Punkten vorne und Herbstmeister. Das spricht für Erfahrung. Und ich würde mich extrem freuen, wenn er am Ende doch noch weitermacht bei Bayern.

Mit welcher Respektlosigkeit die jungen Trainer teilweise an den Europapokal rangehen, das macht schon nachdenklich. Das wurde einem gerade bei der Auslosung der nächsten Runde in der Champions- und Europa League wieder vor Augen geführt – denn da waren nur noch Bayern, Dortmund und Leipzig dabei. Was wir uns im deutschen Fußball über Jahre erarbeitet haben, das wird innerhalb weniger Wochen einfach so weggeworfen. Für den deutschen Fußball ist das eine Schande.

Aus unserem Sonder-Lehrgang sind Top-Trainer gekommen

Wenn man sieht, in welchen Gruppen wir in der Europa League ausgeschieden sind: Das ist peinlich. Und das tut dem deutschen Fußball weh, weil es selbst verschuldet ist.

Ich bin froh, dass wir noch ein paar Trainer haben, die selbst auf diesem europäischen Niveau gespielt haben – aber viele sind es nicht mehr.

Man gibt sich viel Mühe bei der Trainer-Ausbildung, aber es fehlen die wirklich erfahrenen und erfolgreichen Spieler in diesen Kursen. Früher haben wir einen Sonderlehrgang ins Leben gerufen für verdiente Spieler, die eine gewisse Anzahl an Länderspielen absolviert hatten, oder lange in der Bundesliga aktiv waren. Da sind Trainergrößen wie Joachim Löw oder Matthias Sammer bei herausgekommen. Vielleicht sollte es so einen Lehrgang wieder geben. Kandidaten dafür gibt es schließlich.

Viererkette, Dreierkette, Fahrradkette

Vielleicht wird es auch langsam mit den System-Umstellungen übertrieben. Eine Woche Viererkette, dann Dreierkette, dann Fahrradkette – die Spieler sind teilweise überfordert. Früher waren wir eingespielt auf unser deutsches System. Die Engländer sind eingespielt auf ihr System mit Viererkette.

Darüber sollte man vielleicht mal nachdenken bei der Trainer-Ausbildung. Man kann doch den jungen Trainern, die nie selbst ein Champions- oder Europa-League-Spiel erlebt haben, nicht erklären, was da gefordert ist. Das muss man schon selbst herausfinden.

Es gibt auch gute Trainer, die nicht selbst in dieser Kategorie gespielt haben – aber die haben doch zumindest jahrelang Erfahrung als Co-Trainer oder Assistent gesammelt. Dann sind sie große Trainer geworden.

Gerade weil uns auf dieser Position Qualität fehlt, bedaure ich, dass Armin Veh beim 1. FC Köln jetzt lieber im Büro sitzen als auf dem Platz stehen will.

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