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Zweikampf der Woche: Kann der BVB mit Lucien Favre einen Titel holen?

PRO & KONTRADer Saisonstart von Borussia Dortmund  

"Mit Favre gewinnt der BVB keinen Blumentopf"

Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

07.10.2019, 09:03 Uhr
 (Quelle: Omnisport)
Borussia Dortmund: Favre erklärt BVB-Patzer gegen Freiburg

Borussia Dortmund hat beim SC Freiburg denkbar spät den 2:2-Ausgleich kassiert. Lucien Favre weiß, wieso seine Mannschaft die Führung nicht über die Zeit bringen konnte. (Quelle: Omnisport)

Lucien Favre: So erklärte der BVB-Trainer den späten Ausgleich gegen Freiburg. (Quelle: Omnisport)


Die Qualität im Dortmunder Kader ist hoch, die eigenen Fans stehen voll hinter dem Team. Doch irgendwas passt in dieser Saison bisher nicht. Welche Rolle spielt Trainer Lucien Favre dabei? Der "Zweikampf der Woche". 

Borussia Dortmund hinkt den eigenen Ansprüchen immer weiter hinterher. Der selbst ernannte Meisterschaftsanwärter kam am 7. Spieltag der Fußball-Bundesliga nicht über ein 2:2 (1:0) beim Überraschungsteam des SC Freiburg hinaus und musste sich mit dem dritten Unentschieden in Folge zufrieden geben. 

Der BVB brachte durch ein ganz spätes Eigentor von Manuel Akanji (90.) erneut eine Führung nicht über die Zeit und enttäuschte auf ganzer Linie. Was ist nur mit Dortmund los? 

Unter dem erfahrenen Trainer Lucien Favre sollte in dieser Spielzeit der Kampf um die Meisterschaft mit dem FC Bayern entbrennen. Es wäre der erste große Titel, den der Schweizer in Deutschland gewinnen würde. Doch aktuell steht das Topteam nur auf dem achten Platz. 

Kann Borussia Dortmund mit Favre einen Titel holen?

Florian Wichert

Stellvertretender Chefredakteur

Pro

Ja, die Vorwürfe gegen Favre sind lächerlich

Zu introvertiert. Emotionslos. Kein Titeltrainer. Einfach kein Klopp. Diese Vorwürfe gegen Favre wabern aktuell durch die Fußball-Stammtische. Was für ein Quatsch.

Viel spannender sind die Fakten: Favre ist in der Schweiz je zweimal Meister und Pokalsieger geworden, in Deutschland Supercupsieger. Er hat Hertha mit Platz vier in der Bundesliga und Nizza mit Platz drei in Frankreich in Sphären geführt, von denen diese Vereine heute träumen. Gladbach hat er von Platz 18 in der Liga nach 37 Jahren Abstinenz wieder in die Champions League geführt. Und mit Dortmund hat er im ersten Jahr das Meisterrennen so spannend gemacht wie seit sechs Jahren nicht mehr. Jetzt liegt er nur zwei Punkte hinter dem FC Bayern – obwohl der BVB dreimal einen unglücklichen Ausgleich kassierte, davon zweimal durch ein Eigentor.

Letzte Saison hakte es in der Rückrunde, nun eben in der Hinrunde. Wenn der BVB dafür im Endspurt in Topform ist, wird er nicht nur Meister. Dann ist auch Schluss mit dem lächerlichen Rumgemäkel an Favre. Übrigens: Favre hat in 56 Pflichtspielen im Schnitt 2,09 Punkte geholt, womit er ohne Interimstrainer der drittbeste BVB-Trainer aller Zeiten ist. Vor Hitzfeld (1,86).Und vor Klopp (1,9).

Robert Hiersemann

Head of Fussball und Sport

Kontra

Nein, mit Favre gewinnt der BVB keinen Blumentopf

Zwei Mal holte er die Meisterschaft, zwei Mal den Pokal – Lucien Favre hat bewiesen, dass er Titel holen kann. Nur eben nicht in Deutschland, sondern im Fußballschwellenland Schweiz. In der Bundesliga ging er mit Gladbach, Hertha und Dortmund leer aus. Auch mit Nizza in Frankreich holte er nichts. Zwölf Jahre rennt der Taktik-Nerd inzwischen einem Titel hinterher – und das wird auch so bleiben. Mit Favre als Trainer gewinnt der BVB keinen Blumentopf.

Nicht falsch verstehen: Der 61-Jährige ist kein schlechter Trainer, er spielt mit seinen Teams stets schönen und strukturierten Fußball. Es reicht fast immer für die vordere Tabellenhälfte. Er ist eben nur nicht der Richtige, wenn man an die Spitze will.

Denn gerade in wichtigen Situationen zeigen seine Teams häufig schwankende Leistungen: So wie beispielsweise Meisterkandidat Dortmund in der Rückrunde 18/19 oder das an der Königsklasse kratzende Hertha BSC 2009 am 34. Spieltag in Karlsruhe. Weltklasse-Trainer kitzeln in entscheidenden Situationen alles aus dem eigenen Team heraus. Was macht Favre in diesen Augenblicken?

Er selbst sagte Mitte September, dass er als Trainer immer das Maximum will. Die Frage ist nur, ob er das auch kann.

Umfrage zu Lucien Favre



Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online.de) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußball-Themen.

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