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Passt Jürgen Klinsmann zu Hertha BSC? – "Es droht ein Desaster"

PRO & KONTRAPasst Klinsmann zu Hertha?  

"Dem Hauptstadtklub droht ein Desaster"

Von Robert Hiersemann, Florian Wichert

02.12.2019, 11:51 Uhr
 (Quelle: SID/imago images (Camera 4))
Jürgen Klinsmann: Das hat er bei Hertha bereits verändert

Jürgen Klinsmann hat sein erstes Spiel als Trainer von Hertha BSC verloren. Nach der Niederlage gegen Dortmund sprach Verteidiger Niklas Stark darüber, was der neue Mann an der Seitenlinie bereits verändert hat. (Quelle: SID)

Passt Jürgen Klinsmann zu Hertha BSC? So äußert sich Abwehrspieler Niklas Stark nach dem ersten Spiel unter dem neuen Mann an der Seitenlinie. (Quelle: SID)


Bundesligist Hertha BSC hat in Jürgen Klinsmann seinen neuen Cheftrainer gefunden. Keine Frage: Die Strahlkraft des 55-Jährigen ist enorm, sein Auftreten extrem sympathisch. Doch passt er auch wirklich zu Hertha BSC? Der "Zweikampf der Woche" mit Robert Hiersemann und Florian Wichert.  

Sein Bundesliga-Comeback nach zehneinhalb Jahren hielt Jürgen Klinsmann für sich ganz persönlich mit dem Handy fest. Vor dem Anpfiff der Partie gegen Borussia Dortmund betätigte sich der prominente Trainer-Neuzugang von Hertha BSC als Amateurfilmer. "Es war eine spontane Aktion. Ich mag es, wenn die Kurve singt: 'Nur nach Hause geh’n wir nicht'", berichtete Klinsmann nach dem Spiel. 

Ein Sieg sprang trotz der Vorfreude am Ende nicht heraus: Der Hauptstadtklub verlor knapp mit 1:2 (1:2) gegen den BVB und hofft nun weiter auf den Befreiungsschlag.

Doch klappt dieser auch wirklich mit Klinsmann? Dem Mann, der seit Jahren keinen Bundesliga-Verein trainiert hat?

Passt Jürgen Klinsmann zu Hertha BSC? 

Robert Hiersemann

Head of Fußball und Sport

Pro

Ja, einer wie Klinsmann passt überall hin

Jürgen Klinsmann lebt nicht nur von seinem hervorragenden Ruf. Der 55-Jährige bringt auch heute noch so viel mehr mit als Trainer. Und einer wie er passt überall hin! 

Denn Klinsmann steht für Erfolg: Als Spieler wurde er Welt- und Europameister, Deutscher Meister und Uefa-Pokalsieger, als Trainer WM-Dritter mit Deutschland und Coach des Jahres. Hertha BSC lechzt nach Erfolg. Von wem könnte man da mehr profitieren?

Klinsmann ist ein Motivationskünstler: Seine berühmten Kabinenreden vor den WM-Spielen 2006 sind deutschlandweit noch im Gedächtnis. Und genau das brauchen die Hertha-Profis nach zuletzt fünf Liga-Pleiten in Folge. Und es fruchtet! Bereits bei seiner ersten Trainingseinheit war zu sehen: Die Spieler geben wieder Vollgas. Das ist sein Verdienst.

Klinsmann besitzt Strahlkraft: Wann wurde zuletzt so viel über den unscheinbaren Hauptstadtklub berichtet? Dabei braucht der Verein genau das: Personen, die dafür sorgen, dass alle Scheinwerfer bei Spielen auf die Hertha gerichtet sind. Mit Klinsmann ist das garantiert.

Und es gibt einen weiteren Vorteil: Der gebürtige Göppinger übernimmt nur bis Saisonende, anschließend soll ein neuer Mann her. Heißt: Manager Michael Preetz kann nun in aller Ruhe Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac davon überzeugen, dass er ab Sommer übernimmt.

Florian Wichert

Stellvertretender Chefredakteur

Kontra

Nein, dem Hauptstadtklub droht ein Desaster

Es ehrt Jürgen Klinsmann, dass er dem Verein helfen möchte, den sein Vater so liebte. Es ehrt die Bundesliga, dass so eine schillernde Figur zurück ist. Und es ehrt die Hertha-Bosse, dass sie dem Klub endlich zu Glanz verhelfen wollen.

Trotzdem droht ein Desaster – denn Klinsmann und Hertha passen überhaupt nicht zusammen. Auf der einen Seite: der Verein mit einem Graue-Maus-Image, einer suboptimal zusammengestellten Mannschaft und Spielern, die schon bei Klinsmann-Vorgänger Ante Covic überfordert waren – einem Jugendtrainer. Der letzte Titel? Deutscher Meister 1931.

Auf der anderen Seite: der Mann von Welt aus Kalifornien. Als Spieler mit blonder Mähne Weltmeister, Europameister und DFB-Kapitän, als Trainer Revolutionär und Vater des Sommermärchens. Gemacht für Nationalteams – ob für das deutsche oder das der USA.

In der Bundesliga dagegen hat Klinsmann als Trainer noch keinerlei gute Erfahrungen gesammelt. Die letzten sind zehn Jahre her – und endeten mit einer Entlassung bei Bayern.

Und Hertha hat noch keinerlei gute Erfahrungen mit großen Namen auf der Trainerbank gemacht. Schon 1950 verzweifelte der spätere Weltmeister-Trainer Helmut Schön, 2012 dann Trainerlegende Otto Rehhagel.




Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online.de) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußball-Themen. In dieser Woche geht es um Jürgen Klinsmann und die Zukunft von Hertha BSC.  

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