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VfB Stuttgart: Pressekonferenz zur Identität von Silas Katompa Mvumpa

Mislintat spricht von "Menschenhandel"  

VfB wusste seit Mitte Mai von Identität von Silas Katompa Mvumpa

08.06.2021, 12:46 Uhr
VfB Stuttgart: Pressekonferenz zur Identität von Silas Katompa Mvumpa. Silas Katompa Mvumpa: Der Mittelfeldspieler ist seit 2019 beim VfB Stuttgart. (Quelle: imago images/Pressefoto Baumann)

Silas Katompa Mvumpa: Der Mittelfeldspieler ist seit 2019 beim VfB Stuttgart. (Quelle: Pressefoto Baumann/imago images)

Er heißt nicht Silas Wamangituka, sondern Silas Katompa Mvumpa. Der VfB-Profi hat zwei Jahre unter falscher Identität gespielt. Am Dienstag gaben die Stuttgarter auf einer Pressekonferenz genauere Details bekannt.

Seit August 2019 spielt Silas Wamangituka für den VfB Stuttgart. Nun gab der Bundesligist bekannt, dass der korrekte Name des Spielers Silas Katompa Mvumpa ist. Auch das Geburtsdatum des Flügelstürmers war falsch. Laut Angaben des Klubs wurde Silas am 6. Oktober 1998 in Kinshasa geboren und ist somit heute 22 und damit genau ein Jahr älter als ursprünglich angenommen.

Daher haben die Schwaben am Dienstag spontan eine Pressekonferenz zu dem Fall abgehalten.

Hitzlsperger: "Er stand unter enormem Druck" 

Sport-Vorstand Thomas Hitzlsperger startete die Pressekonferenz und sagte: "Er stand unter enormem Druck und wollte damit nicht weiterleben. Er hat das Vertrauen gefasst, zu uns zu kommen. Wir haben, nachdem wir Kenntnis erlangt haben, uns an alle Stellen gewandt. Wir haben den DFB und die DFL informiert. Der Kontakt steht. Wir haben dann auch gesagt, dass wir frühzeitig transparent damit umgehen wollen."

Auch Sportdirektor Sven Mislintat war zugeschaltet und ergänzte: "Es ist etwas, das uns maximal beschäftigt hat. Unsere klare Auffassung ist es, dass der Silas ein Opfer in der Thematik ist." Und sagte danach: "Für uns als Klub ist es extrem wichtig, weil es ein sensibles Thema für den Jungen war, dass wir den Jungen beschützen werden. Es ist anführenswert, mit welchem Mut er seine Geschichte erzählt."

Mislintat: "Er kam Mitte Mai und fing an, Bruchstücke zu erzählen" 

"Wenn man es mit der Überschrift Menschenhandel beschreibt, dann kommen wir dem Thema schon sehr nah. Wenn er nichts gesagt hätte, hätte er seine Karriere, ohne dass irgendetwas passiert wäre, sehr einfach fortsetzen können, völlig problemlos. Er hat sich dazu entschlossen, die Wahrheit zu erzählen. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil wir glauben, dass Silas kein Einzelfall ist", sagt Mislintat. "Sein Name ist Silas Katompa Mvumpa, Wamangituka ist ein weiterer Name seines Vaters."

Danach ging der Sportdirektor der Stuttgarter auf die Beweggründe der Namensänderung ein und sagte: "Unseres Wissens nach wurde vom Vermittler nur gesagt, dass es weitergehen könne, wenn ihm neue Papiere ausgestellt werden. Die Beweggründe dafür waren keine aufenthaltstechnischen Gründe." Danach sagte Mislintat: "Neben der psychologischen Abhängigkeit gab es auch eine finanzielle Abhängigkeit. Sein Gehalt wurde verwaltet."

Mislintat sprach zudem vom Vertrauen des Spielers gegenüber dem Verein. "Er kam Mitte Mai und fing an, Bruchstücke zu erzählen", führte Mislintat fort. Der Spieler kam demnach mit einem Kongolesen aus dem Freundeskreis eines anderen VfB-Spielers in Kontakt und kam danach zum VfB Stuttgart. "Wir werden Silas mit allem was wir haben unterstützen", sagte Mislintat klar und führte an: "Ich bin maximal stolz auf den Jungen für den Mut, den er hatte, die Geschichte zu erzählen. Das ist eine Komponente, die darf es nicht geben."

"Wir glauben, dass das der Ausweg war aus dem Dilemma" 

Danach nahm er sich Zeit und sagte: "Ich hoffe, dass die Reaktionen so sind, dass sie dem Jungen Kraft geben. Wir glauben, dass das der Ausweg war aus dem Dilemma. Er hat Respekt vor dem, was passiert." 

Zum Ende der Pressekonferenz ergriff noch einmal Thomas Hitzlsperger das Wort und sprach über die bereits vorhandenen Papiere: "Die Dokumente liegen vor, aber wir können es nicht prüfen. Es ist nicht mehr an uns zu entscheiden, was echt ist und was nicht. Das neue Dokument liegt uns auch vor, aber wir sind nicht die, die bewerten. Das übersteigt unsere Kompetenz."

Verwendete Quellen:
  • Teilnahme an der Pressekonferenz des VfB Stuttgart

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