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EM 2021: Zoff im Team! Zerfleischt Frankreich sich selbst? | Pro&Kontra


"Diese Entscheidung kostet Frankreich den Titel"

  • Florian Wichert
  • Robert Hiersemann
Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

Aktualisiert am 14.06.2021Lesedauer: 2 Min.
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Karim Benzema: Steht bei der EM 2021 wieder im Kader der französischen Nationalmannschaft.
Karim Benzema: Steht bei der EM 2021 wieder im Kader der französischen Nationalmannschaft. (Quelle: t-online/imago-images-bilder)
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Es knirscht beim deutschen Auftaktgegner. Hat das Folgen für das Turnier? Zerfleischt sich Frankreich mal wieder selbst?

Einer für alle, alle für einen – davon kann bei den vier angriffslustigen französischen Fußball-Musketieren derzeit nicht die Rede sein. Zwar ist der begnadigte Karim Benzema weitgehend geräuschlos in die Offensivabteilung des Weltmeisters integriert worden. Dafür aber stimmt die Chemie zwischen Jungstar Kylian Mbappé (22) und dem zwölf Jahre älteren Olivier Giroud nicht, von Antoine Griezmann wird derzeit wenig gesprochen.


Das machen die WM-Helden von 2014 heute

2014 krönte sich die deutsche Nationalmannschaft in einer historischen Nacht im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro zum Weltmeister. Seitdem hat sich viel in der DFB-Elf verändert. Aber was machen die Weltmeister von 2014 eigentlich heute? t-online zeigt es Ihnen in einer Fotoshow.
Manuel Neuer: Er ist einer der Wenigen, die derzeit noch in der Nationalmannschaft aktiv sind. Als Torhüter ist Manuel Neuer als klare Nummer eins gesetzt.
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Ausgerechnet vor dem EM-Auftaktspiel der Bleus am Dienstag (ab 21 Uhr im Liveticker bei t-online) in München gegen die deutsche Nationalmannschaft wabert offenbar schlechte Stimmung durch die Reihen der Franzosen.

Dabei war es lediglich ein Halbsatz von Giroud, der rund um die "Équipe Tricolore" ein mächtiges Getöse auslöste. "Die Bälle kommen nicht an", konterte der zweifache Torschütze nach dem 3:0-Testspielsieg in Paris gegen Bulgarien Fragen zum Zusammenspiel mit den Sturmkollegen. Die Beobachter waren sich weitgehend einig: Gemeint war Mbappé, dem gern ein Hang zum Eigensinn nachgesagt wird.

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Einen verbalen Anlauf zur Versöhnung seitens Girouds soll Mbappé abgeblockt haben. Später gab er zu, sich durchaus geärgert zu haben: "Ich habe es nur über die Presse erfahren. Mir wäre es lieber gewesen, wenn wir das persönlich in der Kabine besprochen hätten."

Auch das Verhältnis von Benzema zu Giroud gilt grundsätzlich als belastet, seit Benzema im März 2020 in einem Tweet den Unterschied zwischen sich und Giroud mit den Worten beschrieb: "Man vergleicht die Formel 1 nicht mit Kartfahren." Die entscheidende Frage vor dem ersten Spiel der Gruppe F:

Hilft der Franzosen-Zoff Deutschland?

Pro
Robert Hiersemann
Robert Hiersemann

Ja, der Zoff sorgt für Unkonzentriertheiten

Frankreich hat die beste Mannschaft des Turniers und Einzelspieler wie Kanté, Pogba und Mbappé, um die sie die ganze Fußballwelt beneidet. Mit diesem Team ist der EM-Sieg 2021 nicht nur ein realistisches Ziel – er ist Pflicht. Aber der peinliche Franzosen-Zoff zwischen Mbappé und Giroud gefährdet das Projekt. Giroud wirft Mbappé Ego-Verhalten auf dem Spielfeld vor, der PSG-Star ärgert sich hingegen über Girouds Kritik an ihm. Kindergarten "Équipe Tricolore"!

Der Zwist legt ein Problem offen: Trainer Deschamps hat in der EM-Planung einen Fehler gemacht, als er Stürmer Benzema zurück ins Nationalteam holte, obwohl man auch ohne ihn schon sehr gut besetzt war und 2018 ohne ihn die WM gewann. Völlig unnötig! Ganz sicher: Am Ende kostet diese Entscheidung Frankreich den Titel.

Denn das Verhältnis zwischen Giroud und Benzema ist vorbelastet, und Giroud wird als direkter Konkurrent um den Platz im Angriff unnötig unter Druck gesetzt. Natürlich will er gegen Deutschland in der Startaufstellung stehen. Die Chance darauf ist aber gesunken. Giroud ist nervös, sorgt vielleicht auch deshalb für Ärger – und damit automatisch für Unkonzentriertheiten in der Mannschaft.

Genau das wird dem DFB-Team am Dienstagabend helfen, die wenigen Schwächen der Franzosen offenzulegen.

Kontra
Florian Wichert
Florian Wichert

Nein, Frankreich wird nur noch seine Gegner zerfleischen

Es stehen 14 Weltmeister und neun Champions-League-Sieger in dem mit großem Abstand besten Kader: Selten gab es einen so klaren Favoriten auf den Europameistertitel wie Frankreich in diesem Jahr.

Nun gibt es angeblich ein wenig Abspiel-Knatsch zwischen Giroud und Mbappé. Und – oh je – das Verhältnis zwischen Giroud und Benzema gilt als belastet. Schon gibt es kritische Fragen: War es etwa ein Fehler, die Legende von Real Madrid nach fünf Jahren zurückzuholen? Spielt das Konfliktpotenzial Deutschland in die Karten? Die Antwort wird Sie nicht überraschen. Sie lautet: Nein, im Gegenteil.

Mit Benzema hat Trainer Didier Deschamps bewusst einen Impuls gesetzt, der Reibung erzeugt, die Sinne schärft und eine Topmannschaft noch besser macht. Er weiß: Wenn es darauf ankommt, raufen sich die Topstars zusammen – oder werden im Notfall von den Anführern Hugo Lloris, Raphaël Varane oder Paul Pogba auf das richtige Gleis gesetzt. Die Franzosen haben aus den Skandalen vergangener Turniere gelernt und sie hinter sich gelassen. Sie werden sich nicht mehr selbst zerfleischen – nur noch die Gegner. Womöglich auch Deutschland.

Wer hat recht?

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Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen.

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