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Hertha BSC: Zoff zwischen Lars Windhorst und Werner Gegenbauer – die Lösung?


Hertha-Boss
Der richtige Job für den Weltmeister

Pro & KontraVon Robert Hiersemann und Florian Wichert

Aktualisiert am 21.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Interview
Was ist ein Pro & Kontra?

Die subjektive Sicht zweier Autoren auf ein Thema. Niemand muss diese Meinungen übernehmen, aber sie können zum Nachdenken anregen.

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Wie geht es jetzt bei Hertha weiter? Investor Lars Windhorst hat schwere Anschuldigungen gegen Präsident Werner Gegenbauer bei Hertha BSC erhoben. (Quelle: t-online)

Trotz des Überraschungserfolgs der Hertha unter dem neuen Trainer Felix Magath gerät die Stimmung im Verein abermals in Schieflage. Investor Lars Windhorst schießt massiv gegen Werner Gegenbauer, den Präsidenten des Klubs. Wie geht es nun weiter?

Nur einen Tag nach dem sportlichen Befreiungsschlag durch das 3:0 gegen Hoffenheim hat Investor Lars Windhorst mit schweren Anschuldigungen gegen Präsident Werner Gegenbauer bei Hertha BSC die Machtfrage gestellt. Ihm sei klar geworden, dass es nicht mehr möglich sei "unter der Führung von Herrn Gegenbauer als Team gemeinsam etwas zu erreichen", sagte Windhorst der "Bild".

Gegenbauer gehe es nicht um Erfolg, sondern um "Machterhalt". Der Hertha-Präsident behandele den Bundesligisten wie ein "persönliches Spielzeug", kritisierte Windhorst, der seit 2019 rund 375 Millionen Euro in die Hertha investiert hat. Neues Geld werde es von ihm einzig unter einer anderen Führung geben, betonte der Investor, der zudem andeutete, dass die Berliner bei einem Abstieg in die 2. Liga in wirtschaftliche Nöte kommen könnten.

Gegenbauer hält sich zurück

Gegenbauer wollte sich zu den Umsturzplänen nicht konkret äußern. "Unser Verein darf auch diese Aussagen von Herrn Windhorst zurzeit nur zur Kenntnis nehmen. Wir haben in dieser sportlich schwierigen Situation Trainer und Mannschaft versprochen, diese Dinge in den kommenden entscheidenden Wochen nicht in der Öffentlichkeit zu diskutieren", sagte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Windhorst forderte die Fans des Vereins auf, bei der anstehenden Mitgliederversammlung im Mai den 71 Jahre alten Unternehmer Gegenbauer abzuwählen. Er selbst stehe für den Präsidentenposten nicht zur Verfügung, da er dafür weder Zeit noch Interesse daran habe. Er werde auch keinen Gegenkandidaten in Stellung bringen. Seinen Posten als Mitglied des Hertha-Beirats legte Windhorst nieder. Es sei "in der Tat schockierend", dass beim Hauptstadtklub "in kurzer Zeit so viel Geld ausgegeben, verbrannt wurde".

Was zur Frage führt:

Braucht Hertha einen neuen Präsidenten?

Pro
Florian WichertStellvertretender Chefredakteur

Ja, Gegenbauer steht für Rückschritt

Seit 14 Jahren ist Gegenbauer Präsident, seit 14 Jahren geht es überwiegend bergab. Ein würdiger Hauptstadtklub war Hertha eigentlich noch nie. Unter Gegenbauer allerdings ist aus einem Europacup-Teilnehmer ein Abstiegskandidat geworden. Grauer als die graueste Maus. Zerstrittener als die britische Königsfamilie. Verschwenderischer als der frühere Fußballstar George Best ("Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst").

Rund 375 Millionen Euro hat Investor Windhorst in den Verein gepumpt. Manager Bobic stellte dazu gerade fest: "Das Geld ist weg."

Wer wäre da an Stelle von Windhorst nicht sauer?

Zumal Hertha unter Gegenbauer nicht nur sportlich für Stillstand oder gar Rückschritt steht. Das Stadionprojekt brachte er trotz bester Kontakte in Berlin nullkommanull voran.

Die Anklage von Windhorst sollte allen klarmachen: Hertha braucht einen neuen Präsidenten, damit der Verein die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft hat. Am besten jung, eloquent, weltgewandt und mit Hertha-Vergangenheit – was den Kreis der Kandidaten schon deutlich einengt. Einen gibt es, der die nötigen Eigenschaften mitbringt und gerade im TV beim "Doppelpass" einen hervorragenden Auftritt hingelegt hat: Womöglich wäre Hertha-Boss genau der richtige Job für Sami Khedira.

Kontra
Robert HiersemannBereichsleiter Entwicklung

Nein, denn Gegenbauer identifiziert sich mit Hertha

Werner Gegenbauer kennt den Verein besser als alle anderen bei der Hertha. Er ist seit 2008 Präsident des Klubs und außerdem ein waschechter Berliner. Mehr Identifikation geht nicht. Und er ist mit seinem Heimatverein durch gute und durch schlechte Zeiten gegangen. Investor Lars Windhorst hingegen ist das alles nicht. Er ist der Neuling – und in Ostwestfalen geboren … Windhorst muss erst noch beweisen, dass ihm der Hauptstadtverein wirklich am Herzen liegt.

Was außerdem nicht vergessen werden darf: Der finanzstarke Gegenbauer hat selbst immer wieder Geld in den Verein gepumpt und damit Löcher gestopft, als es sonst keiner tun wollte. Mit einem neuen Präsidenten könnte das ganz anders aussehen. Wer stopft dann die Löcher? Klar: Solange Windhorst da ist, wird es irgendwie gehen. Aber was, wenn dann doch irgendwann mal der Investor abspringt? Hertha stünde komplett blank da. Die Schulden werden bis dahin auch nicht abgebaut sein.

Darüber hinaus muss überhaupt erst mal ein anderer Kandidat für das Amt des Präsidenten von Hertha BSC gefunden werden. Wer tut sich das schon an? Viele kommen da ganz sicher nicht infrage. Vielleicht sogar gar keiner außer dem aktuellen Mann. So war es zumindest im Jahr 2020, als Gegenbauer das letzte Mal – ohne Gegenkandidatur – gewählt wurde.

Wer hat recht?

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