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Krimi bei Real Madrid: "Wahnsinn, Wahnsinn" – Gladbach feiert Achtelfinale


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"Wahnsinn, Wahnsinn" – Gladbach feiert Achtelfinale

Von dpa, dd

Aktualisiert am 10.12.2020Lesedauer: 3 Min.
Erlösender Jubel: Die Gladbacher feiern ihr Weiterkommen nach dem Endstand im Parallelspiel in Mailand.
Erlösender Jubel: Die Gladbacher feiern ihr Weiterkommen nach dem Endstand im Parallelspiel in Mailand. (Quelle: Cordon Press/imago-images-bilder)
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Die Mannschaft von Trainer Marco Rose steht trotz einer Niederlage bei den "Königlichen" in der nächsten Runde. Die Partie beginnt mit einem frühen Rückschlag. Dann aber steigert sich die Mannschaft.

Durchatmen bei Borussia Mönchengladbach – die "Fohlen" haben in der "Todesgruppe" B zum ersten Mal das Achtelfinale der Champions League erreicht. Trotz einer 0:2-Niederlage im entscheidenden Gruppenspiel bei Real Madrid steht die Mannschaft von Trainer Marco Rose in der nächsten Runde – weil sich zeitgleich Inter Mailand und Schachtjor Donezk im Parallelspiel 0:0 trennten. Karim Benzema (9., 32.) sorgte mit einem Doppelpack für die Pleite der Gäste.

Nach dem Schlusspfiff in Madrid mussten die Gäste noch bange Minuten überstehen – denn in Mailand wurde noch gespielt, die Mannschaft verfolgte die Nachspielzeit noch auf dem Rasen auf dem iPhone. "Wahnsinn, Wahnsinn", jubelte Kapitän Lars Stindl bei DAZN. "Es war eigentlich unser schwächstes Spiel in der Vorrunde und wir kommen trotzdem weiter. Das haben wir uns verdient mit unseren starken Leistungen zuvor. Herausragend."

Wenig später sprach der stolze Coach Rose schon mit heiserer Stimme: "Wir sind sehr verdient im Achtelfinale mit acht Punkten in dieser schwierigen Gruppe. Wir haben gegen jeden Gegner punkten können. Ich bin sehr, sehr stolz auf die Mannschaft und freue mich unheimlich für unsere Fans und den Verein, dass wir so etwas schaffen konnten als Borussia Mönchengladbach."

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Nervöse Anfangsphase

Im Vorgänger-Wettbewerb Europapokal der Landesmeister hatte der fünfmalige deutsche Meister in den 1970er Jahren stets im Achtelfinale gestanden.

Nach zuvor 14 Pflichtspielen in Serie mit mindestens einem Tor ging die Elf vom Niederrhein diesmal leer aus. Trotzdem ist die Borussia am Montag in den Achtelfinal-Lostöpfen dabei und kann sich zudem über weitere Einnahmen in Höhe von 9,5 Millionen Euro zusätzlich zu den bislang verdienten rund 32 Millionen Euro freuen. Gerne hätten sich Rose und seine Spieler dies durch einen beherzten Auftritt beim 13-maligen "Henkelpott"-Gewinner verdient. Doch dafür waren die Gladbacher am Mittwoch zu nervös.

Die Gladbacher waren zu passiv und zögerlich

Rose hatte vor dem Anpfiff mit seiner Aufstellung noch Zeichen setzen wollen. In Kapitän Lars Stindl, Champions-League-Topscorer Alassane Plea, Marcus Thuram und Breel Embolo seine geballte Offensiv-Power aufgeboten und damit die Richtung vorgegeben. "Das ist das, was uns ausmacht. Wir wollen bei uns bleiben", sagte der Borussen-Coach vor dem Spiel dazu bei DAZN.

Zudem versprach er sich für die personell zuletzt gebeutelte Abwehr von Startelf-Rückkehrer Nico Elvedi Stabilität. Nach zehntägiger Verletzungspause stand der Schweizer Innenverteidiger im Vorrunden-Finale wieder in der Startelf, schien aber nicht wirklich fit und ließ etwa vor dem zweiten Treffer Benzemas die entscheidende Flanke von Rodrygo zu. Überhaupt waren die Gladbacher in entscheidenden Situationen zu passiv und zögerlich.

Kapitän Stindl leistete sich im Aufbau schon nach nicht einmal zehn Minuten einen folgenschweren Fehlpass, der zur viel zu einfachen Führung für Real durch Torjäger Benzema führte. "Wir brauchen eine Top-Leistung. Wir müssen Real beschäftigen und vor Aufgaben stellen", sagte Rose. Dies gelang nicht. Stattdessen versagten oft die Nerven, etwa als der zuletzt so treffsichere Plea einen Konter freistehend leichtfertig neben das Tor setzte (25.).

Nach der Pause wurde die Rose-Elf stärker

Real indes war mit dem rückgekehrten Kapitän Sergio Ramos nicht mit dem Team zu vergleichen, das zuletzt so arg in der Kritik stand und sich in der Champions League unter Druck gebracht hatte. Der Rekordsieger der Königsklasse trat diesmal genauso auf, wie es der 34-malige spanische Meister vorher angekündigt hatte. "Für uns zählt nur der Sieg", hatte Real-Coach Zinedine Zidane gesagt, der beim erstmaligen Verpassen des Champions-League-Achtelfinals für Real wohl hätte um seinen Job bangen müssen.

Die ersatzgeschwächte Gladbacher Abwehr indes kam ihm und Real entgegen. Schon nach einer halben Stunde stand Benzema wieder viel zu frei beim Kopfball. Dies ließ sich der Torjäger nicht entgehen.

Nach dem Wechsel stellte Rose taktisch noch einmal um und brachte Valentino Lazaro und Denis Zakaria für Oscar Wendt und den enttäuschenden Embolo. Gladbach wurde stärker, blieb im Angriff aber glücklos. Dies war nach bangen Schlussminuten und dem Blick nach Mailand am Ende egal. Auch Real blieb durch den Sieg eine historische Schmach erspart. Dem Team von Trainer Zinedine Zidane hatte bei der 25. Champions-League-Teilnahme zum ersten Mal das Vorrunden-Aus gedroht.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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