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Tristesse statt Traum-Halbfinale: Schock-Aus für FC Bayern

Von dpa
Aktualisiert am 12.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Thomas Müller und Robert Lewandowski reagieren stark enttäuscht nach dem Aus in der Champions League.
Thomas Müller und Robert Lewandowski reagieren stark enttäuscht nach dem Aus in der Champions League. (Quelle: Angelika Warmuth/dpa./dpa)
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München (dpa) - Mit leerem Blick schlichen die Bayern-Stars nach dem Schock-Aus in der Champions League in die Kabine. Mit einem späten Gegentor hat der FC Villarreal den deutschen Fußball-Rekordmeister beim 1:1 (0:0) jäh gestoppt und dem Star-Ensemble einen schmerzhaften K.o. zugefügt.

Kingsley Coman sank frustriert auf den Rasen, Robert Lewandowski stemmte ratlos die Hände auf die Knie, und Trainer Julian Nagelsmann versuchte vergeblich Trost zu spenden. "Es ist extrem bitter, dass wir ein Gegentor kassieren trotz dieser Performance. Wir haben von Anfang an mit den Fans im Rücken gedrückt, gedrückt, gedrückt", sagte Thomas Müller bei Amazon Prime Video. "Ein Gegentor lag auf keinen Fall in der Luft."

Aus dem Halbfinale gegen Liverpool wird nun nichts

Eine Woche nach dem 0:1 in Spanien brachte Weltfußballer Lewandowski (52. Minute) die haushoch überlegenen Münchner am Dienstagabend vor 70.000 Zuschauern auf Siegkurs, bis der eingewechselte Samu Chukwueze (88.) für den bis dahin weitestgehend harmlosen Europa-League-Sieger doch noch zuschlug. "Dass dieses Spiel 1:1 ausgeht, hat der Spielverlauf nicht hergegeben", sagte Müller. "Aber im Fußball stehen wir jetzt da, das ist heute sehr schwierig."

Aus dem ersehnten Traum-Halbfinale gegen Jürgen Klopps FC Liverpool, der vor dem Einzug in die Vorschlussrunde steht, wird damit nichts. Nach dem krachenden Aus im DFB-Pokal im Oktober durch das 0:5 bei Borussia Mönchengladbach und nun dem vorzeitigen Ende aller Königsklassen-Hoffnungen hat nun der so gut wie sichere Gewinn der deutschen Meisterschaft allerhöchste Priorität.

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Kurz vor dem Anpfiff hatte Bayern-Vorstand Oliver Kahn das neuste Wechselgerücht um Lewandowski abgeräumt. Der Pole, in dessen Heimat am Montag über einen angeblich feststehenden Wechsel zum FC Barcelona berichtet worden war, spiele "auf jeden Fall" in der kommenden Saison in München. Kahn sieht einen Wettbewerb um "die größte Nonsense-Geschichte" über den Weltfußballer.

Im Hinspiel hatte dieser - wie das gesamte Bayern-Team - schwach gespielt. Die Anfangsphase des Rückspiels kontrollierte die Münchner Offensive dagegen, neben Lewandowski sollten Müller, Jamal Musiala, Leroy Sané und Coman für Gefahr und Tore sorgen. Wieder war aber Villarreal der unbequeme, hartnäckige Gegner, der zudem von Beginn bei auch nur kurzen Unterbrechungen auf Zeitspiel setzte.

Nagelsmann: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt"

Sanés scharfe Hereingabe war die erste Torannäherung des klar überlegenen deutschen Rekordmeisters (11.). Die Bayern setzten den spanischen Europa-League-Gewinner früh in dessen Hälfte unter Druck. Coman auf der linken und Sané auf der rechten Seite konnten sich mehrfach gut in Szene setzen. Im Strafraum kamen die Bälle aber zunächst nicht bei Lewandowski und auch Müller an.

"Wer nicht wagt, der nicht gewinnt", hatte Nagelsmann gesagt, der in der Abwehr auf den erkrankten Nationalspieler Niklas Süle verzichten musste. Die Bayern setzten sich am gegnerischen Strafraum fest. Von den Rängen kam immer wieder Szenenapplaus. Musiala prüfte per Kopf Villarreals Torwart Gerónimo Rulli nach einer Flanke von Leon Goretzka (29.) - es blieb allerdings die einzige größere Chance der ersten Halbzeit.

Villarreal zog sich weit zurück. Vor dem einzigen Schuss in Richtung Bayern-Torwart Manuel Neuer befand sich Arnaut Danjuma im Abseits (41.). In der Abwehr hielt der Tabellensiebte der spanischen Liga aber weiterhin gut dagegen, die beiden Innenverteidiger Pau Torres und Raúl Albiol hatten die Münchner zunächst im Griff.

Musiala prüfte Rulli aber nur Sekunden nach Wiederanpfiff erneut (46.). Die Bayern drängten weiter auf das Tor - und wurden nach starkem Einsatz von Coman durch Lewandowski belohnt. Der Weltfußballer wurde an der Strafraumgrenze bedient und schloss gekonnt mit dem rechten Fuß in die rechte untere Ecke ab.

Das Spiel war wieder offen, und die Münchner spielten sich weitere Torchancen heraus. Zu oft fehlte aber die Präzision - wie bei Müllers Kopfball in der 71. Minute, der am Tor vorbeiging. Das sollte sich rächen - vom späten Gegentor erholten sich die Bayern nicht mehr.

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