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Scholl kritisiert Löw und Berater Siegenthaler

Von t-online
Aktualisiert am 03.07.2016Lesedauer: 2 Min.
Mehmet Scholl war mit der deutschen Strategie gegen Italien nicht einverstanden.
Mehmet Scholl war mit der deutschen Strategie gegen Italien nicht einverstanden. (Quelle: Sportfoto Rudel/imago-images-bilder)
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Deutschland hat sein und steht im Halbfinale der EM 2016 in Frankreich. ARD-TV-Experte Mehmet Scholl hat trotz des knappen 7:6-Sieges der DFB-Elf nach Elfmeterschießen deutliche Kritik an Bundestrainer Joachim Löw und dessen Taktikberater Urs Siegenthaler geübt.

"Es geht nicht darum zu motzen. Aber warum muss man eine Mannschaft, die so funktioniert hat, an den Gegner anpassen", fragte Scholl und bezog sich dabei auf die deutsche Aufstellung.


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Draxler musste überraschend weichen

Löw hatte den im Achtelfinale gegen die Slowakei (3:0) überragenden Julian Draxler überraschend aus der Startelf genommen und dafür Benedikt Höwedes gebracht. Gegen die Squadra Azzurra agierte die DFB-Elf in der Defensive mit einer Dreierkette statt wie in den Spielen zuvor mit einer Viererkette.

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Für Scholl unverständlich, dass sich die deutsche Mannschaft mit ihrer Taktik am Gegner ausgerichtet hat. Damit, so der frühere Bayern-Profi, habe man in der Vergangenheit alles andere als gute Erfahrungen gemacht.

"Angepasst - rausgeflogen"

"Wir haben uns 2008 an Spanien angepasst und verloren. 2010 an die Spanier angepasst, rausgeflogen. 2012 angepasst an die Italiener, rausgeflogen", sagte Scholl.

Die Idee für die Abwehrformation, so Scholl, habe Löw von seinen Beratern, zuallererst Siegenthaler. "Löw wacht ja nicht nachts auf und sagt: 'Jetzt hab ich's, Dreierkette, Dreierkette'. Nein, da wird im Stab beraten", meinte Scholl.

"Unserer Stärken beraubt"

Der 45-Jährige legte nach: "Das hätte man heute auch anders lösen können. Man hätte die Passwege mit der gewachsenen Mannschaft unterbinden können. So hätten wir uns nicht unserer Stärke nach vorne beraubt."

"Der Herr Siegenthaler möge morgens liegen bleiben"

Scholl befand, dass Löw sich an 2014 erinnern und den Rat von Siegenthaler und Co. besser ignorieren solle: "Damals ab dem Viertelfinale hat Jogi Löw jeden Rat seines Stabs ignoriert und hat der Mannschaft vertraut. "Und für den Taktik-Guru hatte er auch noch einen Tipp: "Der Herr Siegenthaler möge bitte seinen Job machen und morgens liegen bleiben und die anderen zum Training lassen und nicht irgendwelche Ideen bringen" (Hier gibt es die Kritik Scholls im Video).

Löw: "War der richtige Weg"

Der DFB-Coach bezog indes nach dem Spiel ebenfalls in der ARD Stellung zu seiner Taktik und verteidigte sie. "Es war der richtige Weg. Wir mussten gegen Italien das Zentrum zumachen. So waren sie für uns leicht berechenbar, und wir konnten fast jeden Angriff unterbinden", bilanzierte Löw.

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