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Europa League: Schafft Adi Hütter mit Eintracht Frankfurt das Wunder?

Die Bundesligateams im Check  

Warum auf einmal alle heiß sind auf die Europa League

Von Alexander Kohne

06.08.2020, 16:15 Uhr
Europa League: Schafft Adi Hütter mit Eintracht Frankfurt das Wunder? . Nach fast einem halben Jahr Corona-Pause wieder in der Europa League gefordert: Frankfurts Andre Silva (l.), Leverkusens Peter Bosz (M.) und Wolfsburgs Wout Weghorst. (Quelle: imago images/Wagner/Witters/Mandoga Media/regios24/Pool/Frey)

Nach fast einem halben Jahr Corona-Pause wieder in der Europa League gefordert: Frankfurts Andre Silva (l.), Leverkusens Peter Bosz (M.) und Wolfsburgs Wout Weghorst. (Quelle: Wagner/Witters/Mandoga Media/regios24/Pool/Frey/imago images)

Endlich geht die Europa League weiter: Nach fast einem halben Jahr Pause stehen die Achtelfinal-Rückspiele an. Dabei könnte die Ausgangslage für Frankfurt, Leverkusen und Wolfsburg nicht unterschiedlicher sein. t-online.de macht den Check.

Als in der Europa League zuletzt der Ball lief, lagen die Temperaturen in Deutschland um die zehn Grad Celsius – garniert mit etwas Regen. Von Sommer war weit und breit keine Spur erkennbar. Das war Mitte März. Seitdem hat der zweite große europäische Vereinswettbewerb neben der Champions League Corona-bedingt pausiert. In dieser Woche geht es mit den Rückspielen des Achtelfinales endlich wieder los. Wobei sich an die Hinspiele vor knapp fünf Monaten wohl kaum noch jemand erinnern kann. t-online.de bringt Sie auf Stand und beleuchtet die Chancen der deutschen Vertreter ein.

Wolfsburgs Wout Weghorst setzte beim 1:2 im Hinspiel gegen Donezk einen Elfmeter über das Tor. (Quelle: imago images/Poolfoto)Wolfsburgs Wout Weghorst setzte beim 1:2 im Hinspiel gegen Donezk einen Elfmeter über das Tor. (Quelle: Poolfoto/imago images)

Schachtjor Donezk – VfL Wolfsburg

Beim 1:2 im Hinspiel stellten sich die Niedersachsen ungeschickt an und verloren trotz einiger guter Abschlüsse knapp. Stürmer Wout Weghorst verschoss zu allem Überfluss einen Elfmeter, sodass die Ausgangsposition im Rückspiel alles anders als rosig ist. Dennoch sagte Sportdirektor Marcel Schäfer vor dem Rückspiel am Mittwoch (ab 18.55 Uhr im Liveticker bei t-online.de) dem "Kicker": "Ich glaube an unsere Truppe." Und dazu hat er auch allen Grund. Denn auswärts präsentierten sich die Wölfe zuletzt bissig, gewann nach der Corona-Pause vier von fünf Bundesligapartien. Dennoch fielen sie am letzten Spieltag vom sechsten auf den siebten Platz zurück und müssen in der neuen Saison die Qualifikation zur Europa League spielen – oftmals eine Ochsentour, die die ohnehin kurze Vorbereitung deutlich erschwert und Auswärtsspiele auf Dorfplätzen in Aserbaidschan oder auf Zypern bereit halten kann.

Auf einem Dorfplatz wird der VfL gegen Donezk indes nicht antreten. Ganz im Gegenteil. Aufgrund der politischen Situation in der Ostukraine wird im Kiewer Olympiastadion gespielt, wo vor zwei Jahren noch das Champions-League-Finale entschieden wurde. Obwohl aufgrund der Corona-Krise keine Zuschauer dabei sein werden, sind die Offiziellen der Wolfsburger vom Austragungsort wenig begeistert. Denn: Aufgrund der schwierigen Corona-Lage besteht für die Ukraine eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Trotzdem dort zu spielen, ist für VfL-Geschäftsführer "nach wie vor eine Entscheidung, die ich nicht für richtig halte." Deshalb hatte er angeregt, die Partie – wie auch das Finalturnier ab der Runde der letzten Acht – in Nordrhein-Westfalen auszuspielen. Doch damit hatte er keinen Erfolg.

Das macht die Aufgabe nicht leichter. Zumal das mit einem guten Dutzend Brasilianern gespickte Team als frisch gebackener Meister vor Selbstvertrauen strotzt. "Ich bin sicher, dass wird das Finale erreichen können. Wir haben viel Qualität im Team", sagte beispielsweise Jungstar Tete, der mit 20 Jahren bereits siebenmal für die brasilianische Nationalelf gespielt hat. Zudem fehlen dem VfL zwei Stammspieler: Renato Steffen ist gesperrt, Kevin Mbabu nach einem positiven Corona-Test noch nicht zurück im Training. Für sie könnten Joao Victor und Marcel Tisserand einspringen. Die Hoffnungen ruhen jedoch darauf, dass der Knoten bei Star-Stürmer, bei dem in dieser Saison zwar 16 Liga- aber nur zwei internationale Treffer zu Buche stehen, auch in der Europa League platzt.

  • Chance aufs Weiterkommen: 40 Prozent

Leverkusen hat nach dem 1:3 im Hinspiel in Schottland beste Chancen aufs Weiterkommen gegen Steven Gerrards (M.) Rangers. (Quelle: imago images/Colorsport)Leverkusen hat nach dem 1:3 im Hinspiel in Schottland beste Chancen aufs Weiterkommen gegen Steven Gerrards (M.) Rangers. (Quelle: Colorsport/imago images)

Bayer Leverkusen – Glasgow Rangers

Für Bayer Leverkusen ist die Europa League auf einmal das Maß aller Dinge. Denn sie berechtigt 1.) bei einem Sieg zur Teilnahme an der Champions League, findet 2.) ab dem Viertelfinale quasi in der Nachbarschaft (Köln, Düsseldorf, Duisburg, Gelsenkirchen) statt und bietet 3.) bei nur drei nötigen Siegen eine durchaus realistische Chancen auf den Gewinn des zweiten Europapokals der Leverkusener Klubgeschichte.

Dass Punkt eins für die Werkself überhaupt von Belang ist, liegt daran, dass diese die sicher geglaubte Champions-League-Teilnahme an den letzten beiden Bundesligaspieltag noch verspielte. "Die Jungs sind mit Enttäuschungen in den Urlaub gegangen", sagte denn auch Sportdirektor Simon Rolfes, der im selben Atemzug aber auch klarstellte: "Wir sind wieder angriffslustig."

Den Beweis dafür muss das Team gegen Traditionsklub Glasgow Rangers am Donnerstag in der BayArena (ab 18.55 Uhr im Liveticker von t-online.de) antreten, bei dem der prominenteste Akteur auf der Bank sitzt – Steven Gerrard. Die 40 Jahre alte Liverpool-Legende hat den 54-fachen schottischen Meister wieder fit gemacht und hinter dem sportlich enteilten Erzrivalen Celtic Glasgow als Nummer zwei im Land etabliert. Internationale Stars fehlen im Kader des ehemaligen Europapokalsiegers aber. Allenfalls der kolumbianische Angreifer Alfredo Morelos und der mittlerweile 37-jährige ehemalige englische Nationalstürmer Jermain Defoe versprühen einen gewissen Glanz. Wohl auch deshalb siegte Bayer im Hinspiel Mitte März relativ problemlos mit 3:1 im Glasgower Ibrox Stadium.

  • Chance aufs Weiterkommen: 80 Prozent

Trainer Adi Hütter glaubt trotz des 0:3-Hinspielergebnisses in Basel ein Frankfurter Europapokal-Wunder. (Quelle: imago images/osnapix)Trainer Adi Hütter glaubt trotz des 0:3-Hinspielergebnisses in Basel ein Frankfurter Europapokal-Wunder. (Quelle: osnapix/imago images)

FC Basel – Eintracht Frankfurt

0:3 in einem Heimspiel zu verlieren, das war Eintracht Frankfurt im Europapokal lange nicht mehr passiert. Doch beim Hinspiel im März gegen Basel standen die Hessen völlig neben sich – womöglich auch, weil die in der letzten Europacupsaison so wichtigen Frankfurter Fans bei einem der ersten Geisterspiele des Jahres fehlten. Trotz des Ergebnisses steckt Trainer Adi Hütter den Kopf allerdings nicht in den Sand: "Wir werden versuchen, unsere Chance zu nutzen und das auszulöffeln."



Hoffnung dafür machen die verbesserten Auftritte auf fremden Plätzen. Denn das lange schwächste Auswärtsteam der Bundesliga (sieben Punkte auf zwölf Spielen) verbesserte sich in dieser Kategorie der Corona-Pause (zehn Punkte aus fünf Spielen) deutlich. Allerdings performten Gästeteams nach dem Liga-Restart ohne Zuschauer generell besser.

Dennoch hoffen die Frankfurter, im St.-Jakob-Park ähnlich aufzutrumpfen, wie im Endspurt der Bundesligasaison. Denn allein im Juni holten die Hessen 13 von 18 möglichen Punkten und scheiterten im Pokal nur knapp mit 1:2 beim FC Bayern. Besonders stark dabei: Andre Silva. Der im Tausch mit Ante Rebic aus Mailand verpflichtete Stürmer groovte sich nach anfänglichen Problemen immer besser ein und traf siebenmal in den letzten acht Partien. Sollte er diese Form auch bei gegen den Dritten der schweizerischen Liga zeigen, könnte sogar ein Europapokal-Wunder drin sein.

  • Chance aufs Weiterkommen: 25 Prozent.
Verwendete Quellen:
  • Website des Auswärtigen Amtes: Ukraine: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)
  • Kicker: Mutmacher (Print-Ausgabe vom 3. August 2020, S. 23)
  • Kicker: "Wir können ins Finale kommen" (Print-Ausgabe vom 3. August 2020, S. 23)
  • Kicker: Vier Chancen. Eine Gefahr. (Print-Ausgabe vom 3. August 2020, S. 30)
  • Kicker.de: Mbabu fehlt gegen Donezk - Glasner setzt auf kontrollierte Offensive
  • Sport Bild: Sind Wunder bei Geisterspielen wahrscheinlicher (Print-Ausgabe, 31. Juli 2020, S. 34/35)
  • Kicker: Unterstützer gesucht (Print-Ausgabe vom 30. Juli 2020, S. 14)
  • Kicker: "Wir Müssen ein paar Dinge Klären" (Print-Ausgabe vom 30. Juli 2020, S. 16)
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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