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Fifa-Entscheidung: Was die WM 2030 für die Nationalteams bedeutet


Die Entscheidung fliegt ihnen um die Ohren


Aktualisiert am 05.10.2023Lesedauer: 3 Min.
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Gianni Infantino: Seine WM-Pläne stoßen auf viel Kritik.Vergrößern des Bildes
Gianni Infantino: Seine WM-Pläne stoßen auf viel Kritik. (Quelle: Zac Goodwin/imago images)

Die Fifa hat angekündigt, dass die WM 2030 auf drei Kontinenten und in sechs Ländern stattfinden soll. Das hat nicht nur Folgen für die Nationalteams.

Die Fifa sorgt immer wieder für Überraschungen – und das nicht im positiven Sinne. In diese Kategorie zählt auch die am Mittwoch bekannt gegebene Entscheidung, die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 auf drei Kontinenten und in sechs Ländern auszutragen.

So soll das Eröffnungsspiel in Uruguay stattfinden. Zwei weitere Spiele folgen in Argentinien und Paraguay. Der Rest des Turniers mit 101 Partien wird dann in Marokko, Spanien und Portugal ausgetragen. Was Fifa-Präsident Gianni Infantino als "einzigartigen globalen Fußball-Fußabdruck" bezeichnet, hat in Wirklichkeit weitreichende Konsequenzen – und das nicht nur für die teilnehmenden Nationen.

"Absolut falsches Zeichen"

Durch die langen Reisen für die Fans und Nationalmannschaften wird die Umwelt belastet. Auf der Plattform X (früher Twitter) regten sich am Mittwoch bereits Fußballfans darüber auf. So schrieb ein Nutzer: "Ein absolut falsches Zeichen, u. a. in Bezug auf den Klimawandel! Leider ignorieren die Verbände den ökologischen Fußabdruck." Eine andere Userin kommentierte die Fifa-Entscheidung mit den Worten: "Wen interessiert schon die Klimakrise, dachte sich die Fifa und vergab die WM 2030 an drei Kontinente."

Dirk Adam, Head of Digital Content der Sports Illustrated, meinte ironisch: "Bin gespannt, wann die ersten WM-Gruppenspiele auf dem Mond ausgetragen werden." Auch Bundesliga-Trainer Marco Rose hat kein Verständnis für die Pläne der Fifa und sagte am Rande des Champions-League-Spiels von RB Leipzig am Mittwochabend: "Wir schrauben und schrauben und schrauben und lassen uns noch mal was einfallen. Irgendwann spielen wir auf dem Mount Everest, weil wir da einen Fußballplatz hingezaubert kriegen und man das vermarkten kann."

"Fifa setzt ihren Teufelskreis fort"

Aus finanzieller Sicht wird die Fifa durch die neuen Pläne weitere Einnahmen in Milliardenhöhe generieren. Schließlich werden diese bis 2026 auf mindestens elf Milliarden Dollar gerechnet. Dass die Summe abnimmt, ist kaum zu erwarten. Eher das Gegenteil, da ab dem Jahr 2026 die Weltmeisterschaft mit 48 statt 32 Teams ausgetragen wird. Für Fußballbegeisterte wird ein WM-Erlebnis jedoch immer teurer. Sollten Anhänger ihrem Team 2030 mehrmals hinterher reisen wollen, wird dies teuer. Flüge in Länder auf verschiedenen Kontinenten und damit verbundene Übernachtungen dürften für einige Fans sicher ein Ausschlusskriterium für einen Besuch vor Ort darstellen.

Im schlechtesten Fall muss ein Team Spiele in Südamerika, Europa und Afrika austragen. Das sorgt für zeit- und kostenintensive Reisen. "Die Fifa setzt ihren Teufelskreis der Zerstörung gegen das größte Turnier der Welt fort", kritisierte bereits die Vereinigung der europäischen Fußball-Fans FSE auf X.

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Fußballer müssen sich an verschiedene Zeitzonen anpassen

Und auch die Nationalmannschaften und Verbände dürften wenig begeistert von den Plänen der Fifa sein. Immerhin geht damit eine erhebliche logistische Organisation einher. So müssen mehrere Flüge gebucht werden. Auch die Hotel- und Quartierfrage, die beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zuletzt oft ein wichtiges Thema war, wird durch die drei möglichen Kontinente nicht einfacher.

Hinzu kommt, dass sich die Fußballspieler und das dazugehörige Personal an die verschiedenen Zeitzonen anpassen müssen und mit Jetlag konfrontiert sind. Denn die Profis, die an den drei Partien in Uruguay, Paraguay und Argentinien teilnehmen, müssen danach über den Atlantischen Ozean fliegen, um dort ihre restlichen WM-Partien zu spielen.

Auch die nötige Regeneration wird durch die Reisen beeinflusst. Der frühere Bayern-Trainer und heutige Nationalmannschaftscoach Julian Nagelsmann sagte bereits zu seiner Zeit in München über enge Spieltaktungen: "Es ist ja eine ganz interessante Diskussion, dass man immer sagt: Die Qualität der Fußballspiele wird ein bisschen schlechter. Das liegt halt einfach daran, dass keiner mehr trainieren kann. Weil wir nur noch von Spiel zu Spiel hecheln."

"Regenerationspausen sind immens wichtig"

Dies wird bei der WM 2030 ähnlich sein. Die Sportmedizinerin Anne Hecksteden sagte im Deutschlandfunk zuletzt: "Regenerationspausen sind immens wichtig." Werden diese nicht komplett eingehalten, dann könne sich die Ermüdung demnach anstauen und das wiederum könne die Verletzungsanfälligkeit erhöhen, so die Medizinerin. Für die Fußballer wird bei der WM 2030 die Regeneration ein entscheidender Faktor sein.

Zumal sich die Spieler auch mit Temperaturschwankungen auseinandersetzen müssen. t-onlines stellvertretender Sportchef, Benjamin Zurmühl, schrieb dazu in seinem Kommentar: "Dazu ist im Monat Juni, in dem die WM traditionell startet, in den südamerikanischen Ländern Winter, in den europäischen und afrikanischen jedoch Sommer. Die klimatischen Bedingungen sind gänzlich andere. Zum Vergleich: Am 17. Juni 2023 waren es in Montevideo, Uruguays Hauptstadt, 11 Grad Celsius, in der spanischen Hauptstadt Madrid dagegen 34 Grad."

Solch ein Temperaturunterschied wird die Teams beschäftigen. Ebenso wie das Turnier an sich. Ob sich "in einer geteilten Welt Fifa und Fußball" vereinen werden, wie Gianni Infantino das sieht, bleibt fraglich.

Verwendete Quellen
  • kicker.de: "Warum Nagelsmann nicht glaubt, dass die Qualität des Fußballs steigt"
  • deutschlandfunk.de: "Wie sich Sportler richtig erholen"
  • sportschau.de: "Fußball-WM 2030 soll in sechs Ländern stattfinden"
  • twitter.com: Profil von @dirk_adam, @writingwalker und @saschapolzin
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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