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Trotz 2:0-Führung: DFB-Elf vergibt Sieg gegen Niederlande

Von t-online, sid, dd

Aktualisiert am 20.11.2018Lesedauer: 4 Min.
Ratlos: Kehrer, Hummels, Neuer und Schulz (v. li.) nach der Partie.
Ratlos: Kehrer, Hummels, Neuer und Schulz (v. li.) nach der Partie. (Quelle: Leon Kügeler/Reuters-bilder)
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Die deutsche Nationalmannschaft erlebt einen unglücklichen Jahresabschluss und kommt nicht über ein Unentschieden gegen Oranje hinaus – und jetzt könnte es ganz hart kommen.

Mit einem bitteren 2:2 (2:0) gegen die Niederlande verabschiedet sich die deutsche Nationalmannschaft aus dem Länderspieljahr 2018. In der Arena auf Schalke trafen Timo Werner (9.) und Leroy Sané (19.) früh für die Elf von Bundestrainer Joachim Löw, Quincy Promes (85.) und Virgil van Dijk in der Nachspielzeit sorgten noch für das Unentschieden. Die Niederlande enttäuschten über weite Strecken und sicherten sich doch noch in letzter Sekunde den Gruppensieg in der Nations-League-Gruppe 1 vor Frankreich.

"Müssen lernen, so ein 2:0 über die Bühne zu bringen"

"Ich bin sicherlich ein bisschen enttäuscht über das Ergebnis," sagte Löw nach der Partie." Über die gesamte Spielzeit habe ich aber mehr Positives als Negatives gesehen. Jetzt sind wir am Ende bestraft worden, das ist natürlich bitter. Es zieht sich ein bisschen durch das Jahr. Wir haben über weite Strecken sehr gut gespielt. Wir müssen lernen, so ein 2:0 über die Bühne zu bringen. Das sind jetzt Erfahrungswerte, aus denen wir lernen müssen."

"Es war ein sehr enttäuschendes Jahr. Ich gehe nach den letzten Länderspielen aber mit einem guten Gefühl in die Winterpause. Wir haben viel Potenzial. Das macht viel Mut für das nächste Jahr", zog der Bundestrainer nach dem verkorksten WM-Jahr Bilanz.

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Wichtig dazu: Durch das 2:2 wäre Deutschland in Lostopf 2 bei der Auslosung der Gruppen für die EM-Qualifikation am 2. Dezember – und könnte damit auf einen großen Namen treffen. Nur wenn Polen am Dienstag gegen Portugal verliert, landet die DFB-Elf doch noch in Topf 1.

Drei Änderungen zum Russland-Spiel

Bis kurz vor Schluss präsentierte sich Löws runderneuerte Mannschaft auch gegen die Niederlande, die am vergangenen Freitag noch Weltmeister Frankreich mit 2:0 das Nachsehen gegeben hatte, allerdings von einer guten Seite. Sowohl spielerisch als auch kämpferisch wussten die Gastgeber über weite Strecken zu überzeugen.


Und das zunächst ohne Hoffnungsträger Marco Reus, der erst in der 63. Minute eingewechselt wurde. Im Gegensatz zum Russland-Spiel hatte Löw drei Änderungen vorgenommen. Die beiden 2014er-Weltmeister Mats Hummels und Toni Kroos sowie Nico Schulz rückten für Matthias Ginter, Kai Havertz und Jonas Hector ins Team. Im Angriff vertraute Löw wieder seinen "kleinen Mopeds", wie Abwehrspieler Niklas Süle die jungen Offensiven Sane, Werner und Serge Gnabry nach dem Sieg gegen die Russen genannt hatte.

Niederlande deutlich beeindruckt

Vor 40.000 Zuschauern in Gelsenkirchen setzte Gnabry bereits nach wenigen Sekunden in Thilo Kehrer einen weiteren Perspektivspieler glänzend in Szene, der an seiner alten Wirkungsstätte den ersten Warnschuss abgab. Acht Minuten später spielte der herausragende Bayern-Youngster Gnabry dann Werner den Ball perfekt in den Lauf und der Leipziger Torjäger zog aus der Distanz ab. Oranje-Torwart Jasper Cillessen konnten den neunten Länderspieltreffer von Werner nicht verhindern.

Die Gäste, die das Hinspiel 3:0 gewonnen hatten, zeigten sich von dem Rückstand sichtlich beeindruckt und brachten in der Offensive wenig zustande. Besser machte es die deutsche Elf. Nach einem herrlichen Pass von Kroos, der am Donnerstag noch geschont worden war, zeigte England-Legionär Sane bei seinem zweiten Länderspieltor seine ganze Klasse.

DFB-Elf auch nach der Pause überlegen

Die Gäste, die mit ihrem 2:0-Sieg gegen Frankreich am Freitag dem Weltmeister seine erste Niederlage nach der WM beigebracht und den Abstieg Deutschlands in die B-Liga der Nations League besiegelt hatten, kamen kaum zur Entfaltung. Fünf Minuten vor der Pause verpasste Gnabry nach toller Vorarbeit von Schulz den dritten Treffer für die Hausherren. Der gebürtige Gelsenkirchener Manuel Neuer musste in Hälfte eins nur einmal zittern, als sein Münchner Vereinskollege Süle den Ball in der 34. Minute bei einer Abwehraktion auf die eigene Latte köpfte.

Auch nach der Pause stand die DFB-Auswahl hinten zumeist sicher und ließ im Spiel nach vorne den Ball geschickt durch die eigenen Reihen laufen. Kroos machte einen prima Job als Taktgeber, Werner, der auch in der Rückwärtsbewegung starke Sane und Gnabry stellten zudem die Elftal immer wieder vor Probleme. Werner hätte kurz vor seiner Auswechslungen in der 63. Minute vorzeitig für Ruhe sorgen können.

Kurz vor Schluss traf dann allerdings noch Promes mit einem schönen Schuss, Neuer war ohne Chance. In der Nachspielzeit hatte van Dijk aus kurzer Distanz dann keine Probleme. "Das ist bitter," sagte Kroos in der ARD, "das Ergebnis ist dem Spiel nicht angemessen, aber das haben wir dieses Jahr schon oft erzählt. Wir haben den Deckel nicht drauf gemacht und dann kann so etwas passieren. Ich glaube, jeder hat das Gefühl, dass es über weite Teile gut war. Jetzt bleibt das hängen, was am Ende passiert ist. Als Mannschaft hätte uns ein Erfolgserlebnis gut getan."

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