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Premier League: Was der Brexit für den britischen Fußball bedeuten könnte

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Was der Brexit für den britischen Fußball bedeuten könnte

12.09.2019, 09:24 Uhr | dpa

Premier League: Was der Brexit für den britischen Fußball bedeuten könnte. "Chelsea Pensioners" kommen zum Spiel des FC Chelsea gegen Manchester United ins Stadion an der Stamford Bridge.

"Chelsea Pensioners" kommen zum Spiel des FC Chelsea gegen Manchester United ins Stadion an der Stamford Bridge. Foto: Adam Davy/PA Wire. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Beim Brexit-Theater ist kein Ende in Sicht. Eigentlich soll Großbritannien die Europäische Union am 31. Oktober verlassen. Doch nach den jüngsten Entwicklungen scheint eine erneute Verzögerung möglich.

Der britische Premierminister Boris Johnson äußerte sich zwar optimistisch für ein baldiges Abkommen zwischen London und Brüssel, doch selbst ein ungeregelter EU-Austritt ohne einen Deal ist - trotz eines neuen britischen Gesetzes - nicht endgültig vom Tisch. Englischen und schottischen Fußballclubs bereitet das Sorgen.

"Der Brexit sollte nicht dazu benutzt werden, um die Mannschaften im britischen Fußball oder die Möglichkeiten der Clubs, internationale Spieler zu verpflichten, zu schwächen", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung, die die Premier League, die für die zweite, dritte und vierte Liga zuständige EFL und die schottische SPFL schon vor einer Weile herausgaben. Vor allem der sogenannte No-Deal-Brexit könnte für die Transferaktivitäten der Vereine negative Konsequenzen haben.

Welche Regeln gelten bislang für nicht-britische Spieler?

Fußballer aus EU-Ländern können uneingeschränkt für jeden Club auf der Insel spielen. Für die Verpflichtung von Spielern, die aus Ländern außerhalb der EU stammen, gelten strenge Auflagen. Für eine Arbeitserlaubnis braucht ein Spieler, der in die Premier League wechseln will, die Zustimmung des englischen Fußballverbands FA. Talente können innerhalb Europas schon im Alter von 16 Jahren verpflichtet werden. Transfers Minderjähriger aus Nicht-EU-Ländern unterliegen deutlich strengeren Richtlinien der FIFA.

Wovon macht die FA ihre Zustimmung abhängig?

Damit der Verband einem Transfer zustimmt und eine Arbeitserlaubnis erteilt, muss der ausländische Profi - vereinfacht gesagt - ein etablierter Nationalspieler sein. Die FA orientiert sich bezüglich der Einsatzzeiten an der FIFA-Rangliste der Nationalmannschaften. Von einem Profi der Elfenbeinküste, deren Team nicht unter den besten 50 der Welt rangiert, werden folglich mehr Einsätze verlangt als von einem Spieler aus dem Weltmeister-Land Frankreich.

Was könnte sich mit dem Brexit ändern?

Wenn sich London und Brüssel nicht auf ein Abkommen einigen, könnten in Zukunft für sämtliche nicht-britischen Profis, egal ob sie aus EU- oder Nicht-EU-Ländern stammen, dieselben Beschränkungen gelten. Damit dürfte es vor allem für die Clubs aus der unteren Tabellenhälfte oder aus den unteren Ligen deutlich schwerer werden, ausländische Profis zu verpflichten. Bei der Suche nach jungen Talenten könnten den Clubs Nachteile gegenüber anderen europäischen Vereinen entstehen.

Könnte der englische Fußballverband den Clubs nicht entgegenkommen?

Könnte er schon, doch die FA hat daran bisher wenig Interesse, weil sie im Brexit eine Chance wittert, die englische Nationalmannschaft zu stärken. Verbandspräsident Greg Clarke äußerte die Hoffnung, dass durch mögliche Beschränkungen langfristig nur noch Weltklassespieler aus dem Ausland nach England wechseln und weniger "Legionäre", die nach Clarkes Ansicht junge englische Talente verdrängen.

Welche Konsequenzen hätte der Brexit für britische Profis im Ausland?

Nach dem Brexit dürften britische Spieler, bevor sie 18 Jahre alt sind, möglicherweise nicht mehr einfach innerhalb der EU ins Ausland wechseln. Der englische Nationalspieler Jadon Sancho, der mit 17 zu Borussia Dortmund kam, wäre unter solchen Bedingungen wohl nicht beim BVB gelandet. Im schlimmsten Fall könnten Profis wie Sancho bei einem ungeregelten Brexit ohne Deal sogar ihre Arbeitserlaubnis verlieren.

Wie stehen die Trainer zum Brexit?

Überwiegend skeptisch. Liverpool-Coach Jürgen Klopp hält den Brexit für einen Fehler. "Die Geschichte hat uns gezeigt, dass man allein schwächer ist als in der Einheit", sagte Klopp beim Sender BBC. Doch es gibt auch Brexit-Befürworter. Coach Neil Warnock von Zweitligist Cardiff City glaubt, "wir sind außerhalb des Mistdings (EU) deutlich besser dran, in jeder Hinsicht, im Fußball sowieso." Eine Begründung lieferte Warnock, der mit Cardiff im Sommer abgestiegen ist, nicht.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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