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Der DFB hat das Problem nicht verstanden

  • T-Online
Von Benjamin Zurmühl

Aktualisiert am 30.11.2020Lesedauer: 2 Min.
Joachim Löw (l.) und Oliver Bierhoff: Beim DFB geht es wie gewohnt weiter.
Joachim Löw (l.) und Oliver Bierhoff: Beim DFB geht es wie gewohnt weiter. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)
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Die große Überraschung bleibt aus. Es wird vorerst keinen neuen Bundestrainer geben. Joachim Löw bekommt das Vertrauen der Chefetage. Doch das Statement des DFB enttäuscht.

Joachim Löw bleibt Bundestrainer. Das gab der DFB am Montag bekannt. Er ist damit der Mann, der bei der EM 2021 an der Seitenlinie steht.


Das sind die höchsten Klatschen der Nationalelf

0:6 hat das DFB-Team in der Nations League in Sevilla gegen Spanien verloren. Die höhe der Pleite machte dabei nicht nur Bundestrainer Jogi Löw und seinen Superstar Toni Kroos fassungslos. Dabei haben deutsche Nationalmannschaften in der Vergangenheit schon deutlich höhere Klatschen kassiert. Die höchste Niederlage...
... stammt aus einer Zeit, als Bilder von Fußballspielen eine Seltenheit waren. Am 16. März 1909 verlor das DFB-Team gegen England mit 0:9. Dreimal traf dabei ein gewisser Thomas Porter. Der Deutsche Meister zu dieser Zeit: Karlsruher FC Phönix.
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Diese Entscheidung hat das DFB-Präsidium getroffen – innerhalb weniger Stunden. Am Montagvormittag begann das Treffen mit Löw und Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff. Um 15:45 Uhr folgte bereits das Ergebnis.

Genau das zeigt: Der DFB hat das Problem im Fall Löw nicht verstanden.

Denn das Problem ist, dass der Verband nicht wirklich zeigt, dass er etwas ändern will, dass er die missliche Lage wirklich verstanden hat.

In der DFB-Mitteilung heißt es: "Ein einzelnes Spiel kann und darf nicht Gradmesser für die grundsätzliche Leistung der Nationalmannschaft und des Bundestrainers sein."

Doch: Es geht nicht nur um ein Spiel. Deutschland hat schon vor dem 0:6-Debakel gegen Spanien kaum überzeugt.

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Sei es beim glücklichen 3:1 gegen die Ukraine oder zuvor im Oktober gegen die Schweiz oder in der Ukraine. Die DFB-Elf war nicht in der Verfassung, in der sie sein müsste, wenn man in wenigen Partien bei der EM um den Titel spielen will. Vor allem in der Abwehr gab es immer wieder Probleme. 13 Gegentore in sechs Spielen stehen seit September zu Buche.

Dazu monierte Bastian Schweinsteiger völlig zurecht den mangelnden Einsatz und die fehlende Führung aus dem Team. "Was mich am meisten gestört hat, war, dass man sich nicht gewehrt hat. Es hat sich nicht wie ein Team angefühlt", sagte er nach dem Spanien-Spiel in der ARD und sprach dabei grundlegende Probleme an, an denen dringend gearbeitet werden muss.

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Das bedeutet nicht, dass Löw in jedem Fall hätte gehen müssen. Damit ein Abgang Sinn ergibt, muss es auch einen Nachfolger geben, den es aktuell nicht eindeutig gibt.

Doch der DFB hätte klarmachen müssen, dass er an den Problemen arbeiten will. Genau das vermittelte er am Montag nicht. Die Nationalspieler selbst kamen bei dem Treffen offenbar nicht zu Wort, spielten bei der Entscheidung des Präsidiums keine Rolle.

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So wirkt der Termin wie eine Schein-Veranstaltung, bei dem die Entscheidung schon im Vorhinein feststand. Der Außenwirkung schadet das – und erhöht nur den Druck für die Länderspiele im März.

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