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Ende von Präsident Fritz Keller: Der DFB muss jetzt völlig neue Wege gehen


MEINUNGKellers Ende  

Der DFB muss jetzt völlig neue Wege gehen

Ein Kommentar von Andreas Becker

12.05.2021, 08:25 Uhr
Ende von Präsident Fritz Keller: Der DFB muss jetzt völlig neue Wege gehen. DFB-Geschichte: Fritz Keller scheidet aus dem Amt.  (Quelle: dpa/Arne Dedert)

DFB-Geschichte: Fritz Keller scheidet aus dem Amt. (Quelle: Arne Dedert/dpa)

Das war's. Schon wieder wird ein DFB-Präsident nach nur kurzer Amtszeit seine Aufgaben niederlegen. Fritz Keller ist über seine eigenen Aussagen gestolpert – was nun?

Jetzt ist die Zeit für einen Neuanfang. Einen radikalen Neuanfang.

Fritz Kellers Tage beim DFB sind gezählt. Nachdem die Landesverbände bereits vorvergangene Woche Keller das Vertrauen entzogen hatten, stolpert er nun über seinen Nazi-Vergleich. Der Präsident hatte seinen Vize Rainer Koch als "Freisler" bezeichnet und so mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen.

Der DFB kann nicht so weitermachen, wie bisher

Dafür muss er sich vor dem Sportgericht verantworten. Nach Abschluss der Verhandlung, am kommenden Montag, den 17. Mai 2021, wird Keller sein Amt zur Verfügung zu stellen. Auch Generalsekretär Friedrich Curtius muss gehen. 

Und nun? Klar ist: Der DFB kann nicht so weitermachen, wie bisher. Keller ist schon der dritte Präsident in Folge, der unfreiwillig aus dem Amt scheidet. Wolfgang Niersbach? Trat im Zuge der Affäre um die Vergabe der WM 2006 zurück. Dessen Nachfolger, Reinhard Grindel, stürzte über die Annahme einer Luxus-Uhr von einem zwielichtigen ukrainischen Sport-Funktionär.

Einfach wäre es jetzt, einen Nachfolger mit Stallgeruch als neuen Präsidenten zu holen. Karl-Heinz Rummenigge, Rudi Völler, Philipp Lahm – sie alle haben große Verdienste um den deutschen Fußball. Aber es wäre eben kein richtiger Neuanfang.

Nicht nur ein Fan, sondern auch ein Ballkünstler: SPD-Politiker Martin Schulz. (Quelle: imago images/photothek)Nicht nur ein Fan, sondern auch ein Ballkünstler: SPD-Politiker Martin Schulz. (Quelle: photothek/imago images)

Der DFB braucht neue Ideen, einen und eine von Außen. Warum nicht Politiker-Ikone Joschka Fischer die Verbandskrone aufsetzen? Oder einem Martin Schulz, einem Wolfgang Bosbach? Allesamt große Fußball-Fans.

Auch Sylvia Schenk (ehemalige Leichtathletin, jetzt Anti-Korruptionsexpertin) könnte für einen Wandel sorgen. Ganz verrückte Idee vielleicht: TV-Gesicht Dunja Hayali, die eine ausgewiesene Sportexpertin ist. 

Es wartet eine Herkulesaufgabe

Egal, wer es am Ende macht. Auf denjenigen oder diejenige wartet eine Herkulesaufgabe. Denn: Es gilt, den ganzen Schmutz der letzten Jahre aus der Verbands-Zentrale zu fegen. Dazu warten große Aufgaben: den immer wieder aufflammenden Rassismus in- und außerhalb der Stadien bekämpfen, das Thema Homophobie im Fußball weiter angehen, dazu müsste das neue DFB-Gesicht auf die Fans zugehen, die entstandenen Gräben der letzten Jahre zuschütten. Gerade die alten Strukturen, die ständigen Mauscheleien sind von den Fans so verhasst.

Auch die Neuausrichtung der Nationalmannschaft wird ein zentrales Thema. Bundestrainer Jogi Löw geht, Manager Oliver Bierhoff spricht von einem vorzeitigen Abgang.

Alles neu beim DFB also. Jetzt ist Mut gefragt. Mut für einen Neuanfang und Wandel.

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