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Chronologie: Kellers Nazi-Vergleich und die Tage bis zum Aus

Von dpa
Aktualisiert am 11.05.2021Lesedauer: 3 Min.
DFB-Vizepräsident Rainer Koch (l) und DFB-Präsident Fritz Keller.
DFB-Vizepräsident Rainer Koch (l) und DFB-Präsident Fritz Keller. (Quelle: Federico Gambarini/dpa./dpa)
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Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Fußball-Bund zieht Konsequenzen aus der tiefen Krise. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert ausgewählte Stationen von Kellers Entgleisung bis zu dessen Aus.

26. April: Medien berichten, dass DFB-Präsident Fritz Keller seinen Vizepräsidenten Rainer Koch mit Nazi-Richter Roland Freisler verglichen hat. Der Deutsche Fußball-Bund äußert sich nicht zu Einzelheiten, bestätigt aber eine Entschuldigung von Keller. Der Vorfall liegt da schon drei Tage zurück.

27. April: Mit "Entsetzen und völligem Unverständnis" reagiert etwa das Präsidium des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV) auf die verbale Entgleisung von Keller. Koch will ein Gespräch mit dem Verbandschef führen, hat eine Entschuldigung noch nicht angenommen. Dagmar Freitag, die langjährige Sportausschuss-
Vorsitzende im Deutschen Bundestag, bezeichnet den Nazi-Vergleich von Keller als "nicht hinnehmbar". Keller will nicht zurücktreten. Generalsekretär Friedrich Curtius und Schatzmeister Stephan Osnabrügge kritisierten Keller.

30. April: Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes trifft in Potsdam zum bevorstehenden DFB-Gipfel ein. Bei dem Treffen an diesem Wochenende will die zerstrittene DFB-Spitze mit den Chefs der Landesverbände das weitere Vorgehen besprechen.

2. Mai: Die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände des Deutschen Fußball-Bundes fordern DFB-Präsident Keller zum Rücktritt auf. Die Funktionäre entziehen Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius ihr Vertrauen. Koch akzeptiert eine Entschuldigung von Keller wegen dessen Nazi-Vergleich nicht.

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3. Mai: Curtius äußert sich erstmals nach dem Votum der Regional- und Landeschefs, zieht aber zunächst keine persönlichen Konsequenzen. Er kündigt jedoch an, zu Gesprächen bereit zu sein.

4. Mai: Osnabrügge steht in der Führungskrise vor dem Rückzug. Der Funktionär werde nicht mehr antreten, heißt es. Inmitten aller Spekulationen über einen möglichen Rücktritt des schwer beschädigten Keller widerspricht DFB-Vize Koch in einem Schreiben DFL-Chef Christian Seifert und erhebt seinerseits schwere Vorwürfe gegen den Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga.

6. Mai: Keller trifft sich mit Charlotte Knobloch, um sich für seinen Nazi-Vergleich bei einer Präsidiumssitzung zu entschuldigen. Die 88-Jährige ist Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Sie nimmt die Entschuldigung an.

7. Mai: Keller tritt trotz des eindeutigen Misstrauensvotums der Amateurvertreter noch nicht zurück. Der 64-Jährige entschuldigt sich und bittet um Verzeihung. Die Führung des Deutschen Fußball-Bundes will er aber nicht freiwillig aufgeben. Bundesinnenminister Horst Seehofer ruft die Spitzen des deutschen Fußballs in ihrem Dauerstreit zur Räson. "Es wird Zeit, dass die Sportverbände dieses jämmerliche Schauspiel beenden", sagt der CSU-Politiker. "Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Sportfreunde."

8. Mai: Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge fordert DFB-Vizepräsidenten Koch auf, die Entschuldigung von Verbandschef Fritz Keller anzunehmen.

9. Mai: Die immer lauter werdenden Rufe nach einer Auswechslung der kompletten Führungsriege des Deutschen Fußball-Bundes prallen an Keller und Koch weiter ab. Der wegen seines unsäglichen Nazi-Vergleichs schwer unter Druck geratene DFB-Boss will seinen Posten ebenso wenig räumen wie sein Stellvertreter Koch. Der DFB gerät in seiner massiven Führungskrise auch durch einen seiner wichtigsten Werbepartner unter Druck. Autobauer Volkswagen fordert den zerstrittenen Verband zur Beruhigung der Situation auf.

11. Mai: Die Führungsspitze des Deutschen Fußball-Bundes zieht fast geschlossen Konsequenzen aus der tiefen Krise innerhalb des Verbandes. Keller erklärt seine Bereitschaft zum Rücktritt, der Vertrag von Curtius soll aufgelöst werden. Koch und Osnabrügge werden beim nächsten Bundestag nicht mehr zur Wiederwahl antreten.

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