Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

DFB-Vertrag mit Lufthansa wird beendet

Von dpa
Aktualisiert am 11.07.2021Lesedauer: 3 Min.
Ein Schild mit dem Logo des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hĂ€ngt vor dem Eingang zur DFB-Zentrale in Frankfurt/Main.
Ein Schild mit dem Logo des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hĂ€ngt vor dem Eingang zur DFB-Zentrale in Frankfurt/Main. (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

London (dpa) - Die deutschen Nationalspieler standen Arm in Arm auf dem Rasen, auf ihren schwarzen Shirts prangte in großen weißen Buchstaben die Botschaft Richtung Katar. "Human rights" - Menschenrechte.

Gut dreieinhalb Monate nach der von der Mannschaft initiierten Aktion sorgen Berichte ĂŒber GesprĂ€che bezĂŒglich einer möglichen Partnerschaft des Deutschen Fußball-Bundes mit der staatlichen Fluggesellschaft des international zuletzt wieder kritisierten WM-Gastgebers 2022 fĂŒr Aufsehen. Passt der Kontakt nach Katar zur klaren Positionierung von Manuel Neuer, Leon Goretzka und Co.?

Konkrete Verhandlungen mit Qatar Airways wurden nach dpa-Informationen bislang nicht aufgenommen, die Fluglinie hatte den Kontakt zum DFB gesucht. Dass Qatar Airways im GesprĂ€ch ist, hatte zuerst die "SĂŒddeutsche Zeitung" berichtet. Wie auch die "Bild am Sonntag" schrieb, hatte das DFB-PrĂ€sidium am vergangenen Donnerstag den Beschluss zum vorzeitigen Vertragsende mit dem bisherigen Partner Lufthansa zum 31. Dezember gefasst. Offiziell bestĂ€tigten dies weder der Verband noch die grĂ¶ĂŸte deutsche Fluggesellschaft, die eigentlich bis ins Jahr 2022 an Bord bleiben sollte.

Die Berichte ĂŒber den Kontakt zu Qatar Airways sorgten in den vergangenen Tagen auch innerhalb des DFB fĂŒr großen Wirbel. ZustĂ€ndig ist der kleinere DFB-PrĂ€sidialausschuss, der das große PrĂ€sidium nach dpa-Informationen bislang nicht ĂŒber die GesprĂ€che informiert hatte. Der Fluglinien-Partner ist fĂŒr den DFB von enormer Bedeutung - und bringt viel Geld. Im vergangenen Jahr musste die wegen der Corona-Pandemie höchst angeschlagene Lufthansa mit einem Milliarden-Paket der Bundesregierung gerettet werden. Die Auswahl fĂŒr den DFB bei der Nachfolge-Suche dĂŒrfte nicht besonders groß sein.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Putin warnt Scholz in Telefonat vor Waffenlieferungen
Kremlchef Wladimir Putin: Bei Lockerungen der Sanktionen wolle er die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine zu ermöglichen.


Der SPD-Innenpolitiker und niedersĂ€chsische Sportminister Boris Pistorius nannte es "beschĂ€mend", dass "ein angeblich gemeinnĂŒtziger Verein wie der DFB, der die Nationalmannschaft fĂŒr Human Rights Position beziehen lĂ€sst, mit derart fragwĂŒrdigen Sponsoren verhandelt". Der "Welt" sagte er zudem, dass der Verband "offensichtlich völlig den Kompass verloren" und "sich auf direktem Weg ins gesellschaftliche Abseits" manövriere. Ein Vertragsabschluss wĂ€re "ein verheerendes Signal fĂŒr den deutschen Fußball insgesamt".

FĂŒr den stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Thorsten Frei wĂ€re eine Debatte "eine schwere Belastung fĂŒr die Nationalmannschaft bei der kommenden Weltmeisterschaft". Von einem "völlig falschen Signal an die Herrschenden in Katar" sprach der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, AndrĂ© Hahn.

"Der DFB muss sich der Außenwirkung solcher Verhandlungen deutlich bewusst werden", sagte Gyde Jensen (FDP), die Vorsitzende des Bundestagsausschusses fĂŒr Menschenrechte und humanitĂ€re Hilfe, der "BamS" zu den Katar-GesprĂ€chen. "Auf dem grĂŒnen Rasen fĂŒr Menschenrechte zu demonstrieren und dann SponsorenvertrĂ€ge mit der staatlichen Airline eines Landes anzustreben, in dem die Menschenrechtslage Ă€ußerst fragil ist, passt schwerlich zusammen."

Qatar Airways ist im Sport und speziell im Fußball ein globaler Sponsor. Kritiker werfen dem Emirat sogenanntes "Sportswashing" vor - die Aufbesserung des eigenen Images mithilfe des Engagements im Sport. Unter anderem ist das Staatsunternehmen des reichen Emirats offizieller Partner des Weltverbands FIFA und auch des FC Bayern MĂŒnchen.

Der deutsche Rekordmeister fliegt regelmĂ€ĂŸig ins Winter-Trainingslager nach Katar. Die Verantwortlichen verweisen darauf, dass gerade dank der Partnerschaft fĂŒr Verbesserungen in Katar gesorgt worden sei. "Bevor der FC Bayern mit Katar ins GeschĂ€ft kam, haben wir die Bundesregierung gefragt, ob es ein Problem ist, mit Katar GeschĂ€fte zu machen", sagte EhrenprĂ€sident Uli Hoeneß im Sport1-"Doppelpass". "Da haben die gesagt: Auf keinen Fall, das ist ein guter Wirtschaftspartner fĂŒr den FC Bayern."

Neuerliche Berichte ĂŒber die Menschenrechtslage sowie die Bedingungen fĂŒr auslĂ€ndische Arbeiter auf den vielen Baustellen im WM-Gastgeberland hatten die internationale Kritik zu Jahresbeginn wieder verstĂ€rkt. Der britische "Guardian" hatte gemeldet, seit der Vergabe der WM im Jahr 2010 seien mehr als 6500 auslĂ€ndische Arbeiter in Katar gestorben. Die Regierung des Emirats hatte die VorwĂŒrfe deutlich zurĂŒckgewiesen, Katars Regierungsmitglied Thamer Al Thani verwies im GesprĂ€ch der Deutschen Presse-Agentur zuletzt auf "bedeutende Fortschritte" in dem Land.

Bei den ersten WM-Qualifikationsspielen im MĂ€rz hatten mehrere Nationen die große Öffentlichkeit genutzt, um fĂŒr die Einhaltung aller Menschenrechte zu demonstrieren. Die deutsche Nationalmannschaft stand vor der ersten Partie gegen Island im Duisburger Stadion Arm in Arm und nutzte auch die weiteren beiden Spiele, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

"Wir haben natĂŒrlich die WM vor uns", hatte Goretzka gesagt. "Ich finde, dass man solche Momente nutzen kann. Norwegen hat es auch gemacht. Wir haben da eine große Reichweite", so der Nationalspieler. "Die können wir wunderbar nutzen, um ein Zeichen zu setzen fĂŒr Werte, fĂŒr die wir stehen wollen." In Norwegen war wĂ€hrend der EM auf einer Verbandssitzung ĂŒber einen Boykott der Katar-WM diskutiert worden - ein entsprechender Antrag wurde abgelehnt.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • T-Online
Von Alexander Kohne
  • David Digili
  • Dominik Sliskovic
Von David Digili, Dominik Sliskovic
BundesregierungDFBDeutsche LufthansaFC Bayern MĂŒnchenLeon GoretzkaLondonManuel NeuerRasenSPD
Fußball - Deutschland


t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website