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"Nicht umsonst da oben": Hoffenheim Tabellendritter

Von dpa
Aktualisiert am 09.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Hoffenheims Torsch├╝tze David Raum (l) jubelt mit Christoph Baumgartner ├╝ber das Tor zum 3:1 gegen Augsburg.
Hoffenheims Torsch├╝tze David Raum (l) jubelt mit Christoph Baumgartner ├╝ber das Tor zum 3:1 gegen Augsburg. (Quelle: Uwe Anspach/dpa./dpa)
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Sinsheim (dpa) - Gut zweieinhalb Jahre nach dem Abgang von Startrainer Julian Nagelsmann sorgt die TSG 1899 Hoffenheim wieder als Champions-League-Kandidat f├╝r Aufsehen.

Lange tummelten sich die Kraichgauer unter Sebastian Hoene├č in wenig aufregenden Tabellenzonen. Doch nach dem 3:1 (2:1) gegen den FC Augsburg und sieben ungeschlagenen Spielen steht die TSG pl├Âtzlich auf dem dritten Platz hinter dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Dabei hat die Mannschaft um den kroatischen Vizeweltmeister Andrej Kramaric ihr Potenzial noch nicht ausgesch├Âpft.

"Es ist immer noch nur ein Moment. Aber nat├╝rlich ist es ein St├╝ck weit eine Best├Ątigung f├╝r einen guten Weg, den wir eingeschlagen haben", sagte Hoene├č am Samstag zur├╝ckhaltend wie immer. "Trotzdem k├Ânnen wir uns nix daf├╝r kaufen."

Ein formidables Team

Der Neffe von Uli Hoene├č und Sohn von Dieter Hoene├č war 2020 als Drittliga-Meister mit dem FC Bayern II nach Hoffenheim gekommen. Nach dem gl├╝cklosen Nagelsmann-Nachfolger Alfred Schreuder k├Ąmpfte Sebastian Hoene├č in seiner ersten Saison mit vielen Verletzten und Corona-F├Ąllen, jetzt hat er ein formidables Team und einen Lauf.

Einen Platz im internationalen Gesch├Ąft - dieses Ziel hat bei der TSG ├Âffentlich bisher nur M├Ązen Dietmar Hopp ausgerufen. Jede Menge Anerkennung klang aus den Worten von Augsburgs Manager Stefan Reuter nach dem Abpfiff. "Unglaublich gef├Ąhrlich" seien die Hoffenheimer, sagte der Weltmeister von 1990 und h├Ârte gar nicht mehr auf, vom Gegner zu schw├Ąrmen: "Geiger, Baumgartner, Kramaric - die spielen das richtig gut im Mittelfeld. Da ist es schwer, in die Zweik├Ąmpfe zu kommen, weil sie immer klatschen lassen. Dann haben sie ein breites Positionsspiel mit den Au├čen. Sie sind sehr zielstrebig und schnell."

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"Die stehen nicht umsonst da oben"

Gl├╝ckwunsch an Hoffenheim, sagte Reuter und es klang nach mehr als eine Floskel: "Die haben eine richtig gute Mannschaft und stehen nicht umsonst da oben." Dabei fehlte Hoene├č am Samstag mit dem erk├Ąlteten Abwehrchef Florian Grillitsch einer seiner Top-Profis. Dessen hochveranlagter ├Âsterreichischer Landsmann Christoph Baumgartner kommt nach einigen Blessuren erst wieder richtig in Fahrt. Kapit├Ąn Benjamin H├╝bner fehlte verletzt eineinhalb Jahre und wird wohl demn├Ąchst sein Comeback geben.

Steigerungspotenzial ist auch bei Kramaric zu erkennen, der sich laut Reuter "super zwischen den Linien bewegt". Der Angreifer gl├Ąnzt zwar als Spielmacher, hat aber Ladehemmung bisher erst zwei Treffer erzielt. 20 Tore waren es in der vergangenen Saison.

Bebou: "Ich lebe den Traum"

Diesmal traf Ihlas Bebou zweimal. Den Endstand besorgte einer, dessen Aufstieg auch jenen seiner Mannschaft widerspiegelt: David Raum. Nach seinem Tor in der Nachspielzeit zerrte der Nationalspieler seinen Trikotausschnitt nach unten. Was da genau zu sehen war, erkl├Ąrte er nach dem Abpfiff. "Ich habe mir in der Winterpause den Spruch "Living the Dream" t├Ątowieren lassen", sagte der 23-J├Ąhrige im Sky-Interview.

Raum hat seit seinem Wechsel im vergangenen Sommer aus F├╝rth in den Kraichgau eine steile Karriere hingelegt. "Ich habe in Interviews immer wieder gesagt, dass ich momentan meinen Traum lebe. Das letzte Jahr war Wahnsinn f├╝r mich", sagte der linke Fl├╝gelspieler. "Ich lebe den Traum, von jedem kleinen Fu├čballjungen in Deutschland und deshalb passt der Spruch ganz gut. Der Torjubel war dann der richtige Zeitpunkt, den Spruch zu zeigen."

Drei L├Ąnderspiele hat er inzwischen absolviert. Am Saisonende ein Champions-League-Teilnahme mit Hoffenheim und im Herbst dann ein WM-Ticket von Hansi Flick - es gibt noch Raum f├╝r weitere Tr├Ąume.

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