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Nach DFB-Pokal-Aus: Gladbach tief in der Krise

Von dpa
Aktualisiert am 20.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Gladbachs Trainer Adi H├╝tter ist nach dem DFB-Pokal-Aus gegen Hannover 96 mit der Situation unzufrieden.
Gladbachs Trainer Adi H├╝tter ist nach dem DFB-Pokal-Aus gegen Hannover 96 mit der Situation unzufrieden. (Quelle: Swen Pf├Ârtner/dpa./dpa)
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Hannover (dpa) - Verst├Ąndliche Zweifel am Teamgeist Borussia M├Ânchengladbachs wies Kapit├Ąn Lars Stindl nach dem n├Ąchsten Desaster zur├╝ck.

"Nat├╝rlich sind wir eine Mannschaft", sagte der 33-J├Ąhrige, wusste aber auch: "Nat├╝rlich habe ich nach so einem Spiel null Argumente, was das betrifft."

Beim 0:3 bei Hannover 96 gab der Fu├čball-Bundesligist ein erschreckend schwaches Bild ab. Aufb├Ąumen, spielerische Ideen, Zweikampfpr├Ąsenz: All das war im DFB-Pokal-Achtelfinale nicht zu sehen. Trainer Adi H├╝tter wirkt zunehmend ratlos. Der Druck auf den ├ľsterreicher und auch auf Sportchef Max Eberl w├Ąchst.

Angst um seinen Job macht sich H├╝tter nicht. "Nein", antwortete der 51-J├Ąhrige mit nahezu versteinerter Miene auf eine entsprechende Frage. "Ich mache mir Gedanken, wie wir gespielt haben, und bin sauer, wie wir gespielt haben." Der ├ärger und die Fassungslosigkeit ├╝ber den katastrophalen Auftritt waren H├╝tter deutlich anzusehen. Angesichts des Scheiterns von Bayern M├╝nchen und Borussia Dortmund war die Chance auf einen Pokalcoup so gro├č wie lange nicht.

Gladbach mit Problemen in der Defensive

Mit Ausnahme des 2:1 zum R├╝ckrundenstart bei den Bayern pr├Ąsentiert sich H├╝tters Team seit Wochen komplett au├čer Form. Nur Torwart Yann Sommer ruft sein Leistungsverm├Âgen zuverl├Ąssig ab. Gladbach hat in der Abwehr riesige L├╝cken und ist vorne trotz eigentlich hohem spielerischen Potenzial v├Âllig harmlos.

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Selbst vom Gegner kamen alarmierende Signale. "Wir waren alle sehr ├╝berrascht, wie das Spiel lief. Gladbach hat uns sehr wenig Gegenwehr entgegengebracht", sagte Hannovers Mittelfeldspieler Sebastian Kerk bei Sky. Eine bezeichnende Aussage, wenn der Tabellenzw├Âlfte der zweiten Liga so ├╝ber einen Bundesligisten spricht, der quasi mit demselben Personal in der vergangenen Saison noch beeindruckende Champions-League-Spiele gegen Real Madrid oder Inter Mailand ablieferte und in dieser Saison im Pokal schon die Bayern mit 5:0 aus dem Borussia-Park schoss.

In der aktuellen Verfassung ist Gladbach ein Abstiegskandidat. Vier Punkte betr├Ągt der Vorsprung auf die Abstiegsr├Ąnge noch. Eigentlich wollte sich die Borussia unter H├╝tter, der im Sommer als Nachfolger von Marco Rose f├╝r 7,5 Millionen Euro aus Frankfurt kam, wieder Richtung Europapokal orientieren.

Der Coach war gewisserma├čen der K├Ânigstransfer von Sportchef Eberl. Der 48-J├Ąhrige, der die Borussia seit dem Fast-Abstieg 2011 zu einer Topadresse gemacht hat, muss sich in dieser Spielzeit viele unangenehme Fragen gefallen lassen.

Vertrag mit Ginter wird nicht verl├Ąngert

Eberl hat es in coronabedingt schwierigen Zeiten nicht geschafft, Vertr├Ąge mit Leistungstr├Ągern wie Matthias Ginter oder Denis Zakaria zu verl├Ąngern. Zudem wurden offenbar wechselwillige Spieler aus unterschiedlichen Gr├╝nden nicht transferiert. Nun droht das Team auseinanderzufallen. Die Zukunft zahlreicher Leistungstr├Ąger ist offen, das sorgt f├╝r Unruhe. Bestes Beispiel ist der Fall Ginter.

Der Vertrag des Nationalverteidigers wird nicht verl├Ąngert, der langj├Ąhrige Leistungstr├Ąger soll den VfL nach M├Âglichkeit noch im Januar verlassen. Am Samstag beim 1:2 gegen Leverkusen lie├č H├╝tter Ginter 90 Minuten auf der Bank. Gegen Hannover stand er an seinem 28. Geburtstag dann pl├Âtzlich wieder in der Startelf, brachte aber keine Stabilit├Ąt. Solche Entscheidungen H├╝tters tragen zur Ruhe im Umfeld und der Mannschaft nicht bei.

H├╝tter probiert viel, um seinem lethargisch wirkenden Team Impulse zu geben. Es klappt aber nicht. In Hannover versuchte er es im Sturm seit langem mal wieder von Beginn an mit Alassane Pl├ęa und Marcus Thuram. Zur Pause wechselte er die beiden erneut komplett entt├Ąuschenden Franzosen wieder aus.

H├╝tter versteht Diskussion um seine Position

Dass nun auch ├╝ber ihn diskutiert wird, versteht H├╝tter. "Klar, in der Situation in der wir stecken, ist das sicher nicht zufriedenstellend. Das muss man ganz klar sagen", sagte er. "Ich werde nat├╝rlich mein Bestm├Âgliches geben, dass wir die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur bringen." H├╝tter sprach von einer "Riesenaufgabe" und davon, "Klartext" reden zu wollen.

Seine Aussagen deuteten vor dem Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Union Berlin zumindest an, dass er auch an der Einstellung einiger Spieler zweifelt. "Wir m├╝ssen einfach am Wochenende die richtigen Elf aufstellen, die die Situation annehmen und sich ganz klar dagegenstellen", sagte er. Ein Hoffnungstr├Ąger ist Nationalspieler Jonas Hofmann. Der zuletzt verletzte beste Gladbacher Torsch├╝tze in dieser Saison k├Ânnte ins Team zur├╝ckkehren.

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