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Knast statt Flitterwochen: Fußballer Al-Araibi vor Abschiebung nach Bahrain

Knast statt Flitterwochen  

Fußballer Al-Araibi vor Abschiebung nach Bahrain

06.02.2019, 12:13 Uhr | dpa

Knast statt Flitterwochen: Fußballer Al-Araibi vor Abschiebung nach Bahrain. Soll in seine Heimat Bahrain abgeschoben werden: Hakeem Al-Araibi.

Soll in seine Heimat Bahrain abgeschoben werden: Hakeem Al-Araibi. Foto: Sakchai Lalit/AP. (Quelle: dpa)

Bangkok (dpa) - Eigentlich wollte Hakeem Al-Araibi in Thailand nur Urlaub machen. Die Flitterwochen nachholen, zusammen mit seiner Frau. Das klassische Programm: Bangkok, dann auf eine der vielen Inseln und schließlich noch einige buddhistische Tempel.

Stattdessen sitzt der Fußball-Profi aus Bahrain, der für einen Verein in Australien spielt, nun schon seit Ende November in Thailands Hauptstadt in Haft. Sein Heimatland - ein autoritär regiertes Königreich mit etwas mehr als 1,5 Millionen Einwohnern im Persischen Golf - verlangt, dass Al-Araibi (25) ausgeliefert wird. Der Vorwurf: Der einstige Nationalspieler soll sich 2011 in Bahrains Hauptstadt Manama an der Verwüstung einer Polizeiwache beteiligt haben. In Abwesenheit wurde er deshalb zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Damals, es war die Zeit des "Arabischen Frühlings", ging in dem Golfstaat vor allem die Bevölkerungsmehrheit der Schiiten gegen die sunnitische Führung des Landes auf die Straße. Auch Al-Araibi ist Schiit. Er weist alle Vorwürfe zurück. Tatsächlich stand er, kurz bevor die Polizeiwache überfallen wurde, bei einem Fußballspiel auf dem Platz. Das Match wurde live im Fernsehen übertragen.

Trotzdem wurde er einige Tage später von Sicherheitskräften festgenommen und nach seiner eigenen Darstellung auch gefoltert. "Sie haben mir drei Stunden lang auf die Beine geschlagen und gedroht, die Knochen zu brechen, so dass ich nie wieder Fußball spielen kann." Gegen eine Kaution kam er frei, was er dann zur Flucht nutzte - über den Iran, Malaysia und Thailand bis in seine neue Heimat.

In Australien wurde er als politischer Flüchtling anerkannt, was gar nicht so einfach ist. Nun verdient er wieder mit Fußball sein Geld. Der Verein Pascoe Vale aus Melbourne, der in der Ersten Liga des Bundesstaats Victoria spielt, nahm ihn unter Vertrag. Alles schien auf einem guten Weg - bis zu der Entscheidung, Urlaub in Thailand zu machen. Es war die erste Reise ins Ausland seit der Flucht 2014. Noch am Flughafen wurde er festgenommen.

Inzwischen hat der Fall die internationale Politik erreicht. Bahrain besteht auf der Auslieferung. Australien verlangt, Al-Araibi sofort zurückkehren zu lassen. Auch der Fußball-Weltverband FIFA und das Internationale Olympische Komitee (IOC) fordern seine Freilassung. Thailands Militärregierung verweist darauf, dass die Angelegenheit von einem unabhängigen Gericht entschieden werden müsse. Zugleich bot sie Bahrain und Australien Vermittlung an.

Aus Sicht von Al-Araibis Verteidigung gibt es jedoch Zweifel, ob Thailand dafür geeignet ist. Die thailändischen Behörden berufen sich bei der Verhaftung auf eine Bitte aus dem Golfstaat. Die Polizeibehörde Interpol hat ihre "Red Notice", die zur Festnahme führte, inzwischen jedoch annulliert. Einen Auslieferungsvertrag gibt es zwischen beiden Ländern nicht.

Seit dieser Woche gibt es an den thailändischen Behörden weitere Kritik. Auf dem Weg zu einem Haftprüfungstermin vor Gericht musste Al-Araibi Fußfesseln tragen. Begründet wurde dies mit Fluchtgefahr. Die Bilder lösten international Empörung aus. Der Fußballer selbst nutzte die Gelegenheit, um in die Kameras zu rufen: "Stoppt sie. Bitte stoppt sie. Ich möchte nicht zurück nach Bahrain." Angeblich fürchtet er, zu Tode gefoltert zu werden.

Auf Twitter wurde der Hashtag #SaveHakeem (Rettet Hakeem) inzwischen mehr als 100.000 Mal weiterverbreitet. Auch internationale Fußballgrößen wie Didier Drogba, Jamie Vardy und Gary Linneker machen mit. Die thailändische Justiz beeindruckte das wenig. Das Gericht verlängerte die Untersuchungshaft bis zum 22. April.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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