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FC Barcelona — "Die Kritik an Messis Gehalt geht am Thema vorbei"

MEINUNGUnruhe in Barcelona  

Die Kritik an Messis Gehalt geht am Thema vorbei

FC Barcelona — "Die Kritik an Messis Gehalt geht am Thema vorbei". Lionel Messi: Der Superstar des FC Barcelona besitzt einen ungewöhnlich hochdotierten Vertrag. Zu Recht? (Quelle: imago images/Insidefoto)

Lionel Messi: Der Superstar des FC Barcelona besitzt einen ungewöhnlich hochdotierten Vertrag. Zu Recht? (Quelle: Insidefoto/imago images)

Das Brutto-Jahresgehalt von Lionel Messi beim FC Barcelona sorgte für eine heftige Debatte. Doch ist der Fußball-Superstar schuld an den Geldproblemen seines Klubs? Ganz im Gegenteil.

Am Sonntag geisterte eine Zahl durch die spanischen Sportmedien: 555.237.619. Es ist die Summe, für die Lionel Messi 2017 beim FC Barcelona für vier Jahre unterschrieben hat. Rund 139 Millionen Euro kassiert der argentinische Superstar seitdem jährlich. Eine stolze Zahl, die nicht nur in der Sportwelt für viele offene Kinnladen sorgte.

Gleichzeitig geriet Messi ins Kreuzfeuer der Öffentlichkeit. Sein astronomisches Gehalt ließ ihn in dieser hochsensiblen Corona-Zeit schlecht dastehen. Geldgierig, eiskalt und empathielos sei er, schrieben einige Medien und Fans. 

Dabei geht die Debatte über sein Gehalt völlig am Thema vorbei.

Denn Messi ist jeden einzelnen Cent wert. Und da ist dann vom sportlichen Wert des Ausnahmefußballers für den Verein noch gar nicht die Rede.

Im Sommer 2020 machte Matt Balvanz, Vizechef der international tätigen Sportberatungsfirma "Navigate", eine Analyse. Er berechnete, wie viel Geld Lionel Messi dem FC Barcelona jährlich einbringt. Er betrachtete Summen aus den Trikotverkäufen, den TV-Rechten, Vereinssponsoren und Ticketverkäufen und kam umgerechnet auf die Summe von rund 145 Millionen Euro. Das heißt, Messi bringt mehr ein, als er verdient.

Das Trikot von Lionel Messi mit der Nummer 10 wird weltweit gerne gekauft. (Quelle: imago images/Imaginechina)Das Trikot von Lionel Messi mit der Nummer 10 wird weltweit gerne gekauft. (Quelle: Imaginechina/imago images)

Dazu kommen weitere Gelder, die der Weltfußballer durch seine sportlichen Leistungen generiert. Diese sind in Balvanz' Kalkulation nämlich nicht enthalten. In dem Zeitraum seit 2017 holte Barça zwei Meisterschaften, den Pokal und den Superpokal, erreichte dazu das Halbfinale der Champions League. Messis Beitrag in diesem Zeitraum: 143 Tore und 60 Vorlagen. Bei all den Erfolgen war er der Schlüsselspieler des Vereins. Und die Meisterschaften und Pokalsiege spielen zusätzliche Preisgelder ein. 

Wer Messi als den Grund für Barcelonas Schuldenberg (1,17 Milliarden Euro) sieht, verfehlt das wahre Problem.

Denn das ist die miserable Arbeit vom zurückgetretenen Klub-Präsidenten Josep Bartomeu. Nicht nur, dass unter Bartomeu ein Trainer nach dem anderen gehen musste, er kaufte auch völlig überteuerte Spieler ein, die zum Teil nicht zur Spielphilosophie passten und auch heute noch Fremdkörper sind. Zwei Beispiele: Weder Philippe Coutinho (145 Millionen Euro Ablöse) noch Ousmane Dembélé (130 Millionen Euro) waren ihren Ablösesummen wert.

Josep Bartomeu (l.) im Sommer 2017 mit Ousmane Dembélé bei der Präsentation. (Quelle: imago images/Cordon Press/Miguelez Sports)Josep Bartomeu (l.) im Sommer 2017 mit Ousmane Dembélé bei der Präsentation. (Quelle: Cordon Press/Miguelez Sports/imago images)

Die Transferbilanz Bartomeus spricht Bände. Allein in den vergangenen fünf Jahren machte Barça ein Minus von fast 360 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die zwei Ligakonkurrenten Real und Atlético Madrid kommen zusammengerechnet auf ein Minus von 120 Millionen Euro im gleichen Zeitraum.

Sollte Messi seinen Vertrag in Barcelona im Sommer nicht verlängern und den Klub verlassen, würde sich der Verein zwar sein astronomisches Gehalt sparen. Die Finanzprobleme wären aber nicht weg. Ganz im Gegenteil. Wenn plötzlich nur noch halb so viele Trikots über die Ladentheke gehen und die Zuschauerzahlen im TV sinken, wird Barça Messi bitter vermissen.

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