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Corona ĂŒberschattet Handball-EM: Abbruch kein Thema

Von dpa
Aktualisiert am 21.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Die deutschen Handballer waren gegen Spanien chancenlos.
Die deutschen Handballer waren gegen Spanien chancenlos. (Quelle: Marijan Murat/dpa./dpa)
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Bratislava (dpa) - Die Corona-FĂ€lle nehmen zu, die Kritik auch - doch ein Abbruch der Handball-EM wird von den Organisatoren derzeit kategorisch ausgeschlossen.

"Wir planen damit, das Turnier bis zum Ende durchzufĂŒhren", bekrĂ€ftigte Martin Hausleitner, GeneralsekretĂ€r der EuropĂ€ischen Handball-Föderation (EHF). "Die Mannschaften sind bereit, die Bedingungen anzunehmen."

Mehr als 100 Spieler aus den 24 Teams haben sich bei der Endrunde in Ungarn und der Slowakei bereits mit dem Coronavirus infiziert. Angesichts der dynamischen Entwicklung wollte Hausleitner keine Garantie geben, dass das Turnier tatsĂ€chlich regulĂ€r zu Ende gespielt wird. "Wir schauen von Tag zu Tag und wissen nicht, welche Herausforderungen morgen auf uns zukommen", betonte der Österreicher. Die Omikron-Variante habe die Situation bei der EM "komplett verĂ€ndert. Wir versuchen, uns Tag fĂŒr Tag anzupassen".

Hausleitner verteidigte zugleich das Konzept, die EM - anders als die Weltmeisterschaft im Vorjahr in Ägypten - nicht in einer kompletten Blase auszutragen. In der Slowakei dĂŒrfen die Hallen zu 25 Prozent ausgelastet werden, in Ungarn gibt es gar keine ZuschauerbeschrĂ€nkungen. "Ich kann das nicht als fatalen Fehler bezeichnen. Ganz Europa ist kurzfristig mit Omikron konfrontiert worden", sagte der EHF-GenerelsekretĂ€r und ergĂ€nzte: "Wir denken so weit, dass wir den Menschen ein StĂŒck NormalitĂ€t zurĂŒckgeben wollen."

Unterschied zwischen Delta und Omikron

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Diese Meinung teilt auch Frank Bohmann. "Ich glaube, vor sechs Wochen wĂ€re mit der Delta-Variante und ihren VerlĂ€ufen das Turnier abgebrochen worden. Jetzt aber, und davon ausgehend, dass die Infektionen auf das Omikron-Virus zurĂŒckzufĂŒhren sind, haben wir gesagt: Das ist das neue Normal", sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Handball-Bundesliga in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und fĂŒgte hinzu: "Wir mĂŒssen damit leben. Das zeigen auch die tĂ€glich neuen Rekorde bei den Zahlen der Infektionen in Deutschland."

Hausleitner betonte nachdrĂŒcklich, dass es oberstes Gebot sei, nicht die Gesundheit der Spieler zu gefĂ€hrden. Dazu gehört ein intensiver Medizin-Check bei Spielern, die nach einer Infizierung und mindestens fĂŒnftĂ€giger QuarantĂ€ne ins Turnier zurĂŒckkehren wollen. Zu diesem Kreis zĂ€hlt auch Deutschlands RĂŒckraumspieler Julius KĂŒhn, der am vergangenen Samstag positiv getestet worden war. "Bevor wir ihm eine leistungssportliche Belastung zumuten, wird es einen umfassenden Test geben. Eine mögliche RĂŒckkehr wird definitiv die Entscheidung des Arztes sein und nicht die des Trainers", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer.

Konsequenzen bei RĂŒckzug

Der Deutsche Handballbund ist bei der Endrunde bisher am stĂ€rksten betroffen und hatte nach zwölf Corona-FĂ€llen kurzzeitig sogar einen RĂŒckzug erwogen. Dies wĂ€re den Verband jedoch teuer zu stehen gekommen. "Ein Ausscheiden aus dem Turnier hĂ€tte nach unserem Rechtssystem eine Sperre der Nation bedeutet, also keine Teilnahme an einer WM-Qualifikation und schwierige UmstĂ€nde hinsichtlich der EM 2024", erklĂ€rte Hausleitner. In zwei Jahren ist Deutschland EM-Gastgeber. "Es hĂ€tte auch wirtschaftliche Konsequenzen gegeben, bei denen wir auch verpflichtet gewesen wĂ€ren, sie einzufordern", ergĂ€nzte Hausleitner.

Einen Imageschaden fĂŒr den Handball fĂŒrchtet er trotz der tĂ€glichen Hiobsbotschaften von infizierten Spielern nicht. "Es gibt in den verschiedenen LĂ€ndern verschiedenste ZugĂ€nge zum Corona-Thema. Wir mĂŒssen das große Ganze im Blick behalten und können die Tendenz nicht ignorieren. Kein Land in Europa geht in einen Lockdown. FĂŒr uns ist es keine Option, sich dieser Wirklichkeit nicht zu stellen", betonte Hausleitner.

Doch es gibt auch kritische Stimmen aus dem Kreis der EM-Teilnehmer. Denn nicht in allen Spielorten werden die strengen Hygieneregeln auch wirklich umgesetzt. So klagte Islands Verbandschef RĂłbert Geir GĂ­slason: "In der Gruppenphase gab es eine Menge anderer GĂ€ste im Hotel, die ohne Masken ĂŒberall herumliefen. Im Restaurant, in der Bar, in allen AufzĂŒgen und anderswo saßen GĂ€ste auf unserer Etage. Es gibt also viele mögliche Infektionswege." Bis zum Freitagmorgen hatten die IslĂ€nder sechs Corona-FĂ€lle im Team verzeichnet.

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