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Kritik an DFL-PlÀnen: "Wir sind nur Marionetten"

Von sid, dd

Aktualisiert am 11.05.2020Lesedauer: 3 Min.
Deutliche Worte: Magdeburgs Sören Bertram.
Deutliche Worte: Magdeburgs Sören Bertram. (Quelle: Christian Schroedter/imago-images-bilder)
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Die geplante Wiederaufnahme des Spielbetriebs im deutschen Fußball in der Corona-Krise sorgt nicht ĂŒberall fĂŒr Jubel und Vorfreude. Einige Ă€ußern deutliche Bedenken – die DFL steht nun unter Druck.

Neven Subotic kritisiert fehlenden Einfluss, Sören Bertram hat schlichtweg Angst – und auch Trainer sowie Mediziner Ă€ußern zum Teil erhebliche Bedenken. Vor dem mit Spannung erwarteten Restart der deutschen Fußball-Ligen inmitten der Corona-Pandemie gibt es auch einige kritische Stimmen.

Besonders drastisch Ă€ußerte sich Sören Bertram vom Drittligisten 1. FC Magdeburg. "Ich habe Angst davor, mich bei einem Spiel anzustecken. Die Gefahr ist bei vielen ZweikĂ€mpfen gegeben", sagte der 28-JĂ€hrige der Magdeburger Volksstimme und fĂŒgte an: "Wir sind alle im Kopf nicht frei, weil wir nach einer Infektion fĂŒr den Rest unseres Lebens Lungenprobleme haben könnten." Zuletzt hatte sich schon der Kölner Birger Verstraete nach positiven Corona-FĂ€llen beim FC Sorgen gemacht. "Zuerst Gesundheit, dann Fußball", forderte er deshalb in einer "ziemlich bizarren Situation".

"Egal, wie vorsichtig man ist, man kann sich immer noch infizieren"

Auch der positiv getestete Dresdner Simon Makienok warnte: "Ich habe alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, die ich konnte. Und trotzdem ist es passiert. Das zeigt, egal wie vorsichtig man ist, man kann sich immer noch infizieren", schrieb der 29-JĂ€hrige bei Instagram. Mittlerweile hat er den Post aber wieder gelöscht.

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Bedenken: Dresdens Simon Makienok spricht ĂŒber die eigene Corona-Infektion.
Bedenken: Dresdens Simon Makienok spricht ĂŒber die eigene Corona-Infektion. (Quelle: /imago-images-bilder)

UnterstĂŒtzung erhalten die Spieler von Ingo Froböse, Sportmediziner der Deutschen Sporthochschule Köln. Er sehe "da wirklich große Gefahren auf die Spieler und die Trainer zurollen, dass mögliche Infektionen zu gravierenderen SchĂ€den fĂŒhren können", sagte er dem SWR. Mit langfristigen Folgen sei "natĂŒrlich" zu rechnen. Die Corona-Problematik wirke "bei dieser hohen Belastung sicherlich noch verschĂ€rfend". Die Spieler, so Froböse, "werden schon ein wenig missbraucht".

Trainer Keller: "Kann der Verantwortung nicht gerecht werden"

Neven Subotic von Bundesligist Union Berlin fĂŒhlt sich bei den Diskussionen um eine Fortsetzung der Saison ohnehin ĂŒbergangen. "Nach meinem Wissensstand hatten die Spieler keinen Einfluss auf die Entscheidungsfindung", sagte der 31-JĂ€hrige dem Deutschlandfunk. Dies sei "ein bisschen enttĂ€uschend". Auch Bertram monierte, dass die Spieler "ĂŒberhaupt nicht einbezogen werden. Wir sind nur Marionetten."

Es ist aber auch die fehlende Zeit zur Vorbereitung, die die Protagonisten umtreibt. "Wir haben acht Wochen nicht richtig trainiert, sollen dann aber innerhalb von fĂŒnf Wochen elf Saisonspiele und möglicherweise zwei Landespokalspiele absolvieren. Bei einer solchen Belastung sind Verletzungen programmiert", sagte Bertram zu den angeblichen DFB-PlĂ€nen ĂŒber die Fortsetzung der 3. Liga.

Schon vor der Entscheidung fĂŒr die Bundesliga und 2. Liga hatte NĂŒrnbergs Trainer Jens Keller Probleme prognostiziert. "Und jetzt sollen wir eventuell nach zehn Tagen Mannschaftstraining bereit sein? Der Verantwortung kann ich als Trainer nicht gerecht werden, auch den Spielern gegenĂŒber", sagte Keller den NĂŒrnberger Nachrichten. Es gebe "ein gewisses Risiko in punkto Verletzungen", fĂŒhrte er im kicker weiter aus. Auch fĂŒr Bremens GeschĂ€ftsfĂŒhrer Frank Baumann wĂ€re es "wichtig" gewesen, "dass man zumindest zwei Wochen Mannschaftstraining gehabt hĂ€tte".

Seifert: "Ängste und Sorgen muss man ernst nehmen"

Ob sich Verletzungen hĂ€ufen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Bei Borussia Dortmund sollen sich bereits Axel Witsel und Emre Can zum Start des Mannschaftstrainings Muskelverletzungen zugezogen haben und fĂŒr das Revierderby am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Schalke 04 fraglich sein. Dies berichten Bild und Sport Bild. Ob es einen Zusammenhang mit der nun wieder erhöhten Belastung gibt, ist offen.

Froböse erwartet bei den Spielern jedoch gerade zwischen der 70. und 90. Minute "ErmĂŒdungsreaktionen". Die Verletzungsgefahr werde sich in dieser Phase "sicherlich deutlich erhöhen".

DFL-Chef Seifert: Bedenken sind "absolut legitime GefĂŒhle".
DFL-Chef Seifert: Bedenken sind "absolut legitime GefĂŒhle". (Quelle: /imago-images-bilder)

Christian Seifert, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschen Fußball Liga (DFL), will die vielen EinwĂ€nde nicht von der Hand weisen. "Die Ängste und Sorgen muss man absolut ernst nehmen. Das sind absolut legitime GefĂŒhle. Ich werde nie versuchen, sie jemandem auszureden", betonte der DFL-Chef.

Entsprechend suchte auch Schalke 04 mit seinen Profis das GesprÀch. Er habe allen Spielern gesagt, betonte Sportvorstand Jochen Schneider, "dass die Teilnahme am Trainings- und Spielbetrieb freiwillig ist".

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  • Noah Platschko
Von Noah Platschko
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